Person

Margarete von Sachsen

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Geburt

  1. 1444

Tod

  1. 1491

Biografie

Margarete von Sachsen wurde 1444 vermutlich in Meißen als Tochter des sächsischen Kurfürsten Friedrich II. und seiner Ehefrau Margarete, einer Tochter Herzog Ernsts von Österreich, geboren. Über ihre Mutter war sie mit Kaiser Friedrich III. verwandt. Sie entstammte dem Haus Wettin und wuchs in einer Familie auf, deren Mitglieder im mitteldeutschen Raum eine bedeutende politische Stellung innehatten. Ihre Brüder Ernst und Albrecht begründeten später die ernestinische und die albertinische Linie des Hauses Wettin. Ihre Schwestern Amalia, Anna und Hedwig heirateten beziehungsweise übernahmen ebenfalls herausgehobene Aufgaben: Amalia wurde Herzogin von Bayern-Landshut, Anna Kurfürstin von Brandenburg und Hedwig Äbtissin von Quedlinburg. Das Geburtsjahr 1444 ist durch eine zeitgenössische Chronik überliefert, die Margarete bei ihrem Eintritt in das Kloster als fünfzehnjährig bezeichnet. Das häufig genannte Jahr 1449 beruht wahrscheinlich auf einer Verwechslung mit einer gleichnamigen Cousine. Wie ihre jüngere Schwester Hedwig wurde Margarete nicht verheiratet, sondern für eine geistliche Laufbahn bestimmt. Für fürstliche Familien war der Eintritt einer Tochter in ein Kloster eine Möglichkeit, eine standesgemäße Mitgift zu vermeiden und zugleich den Einfluss auf ein bedeutendes geistliches Institut zu sichern. Am Margaretentag des Jahres 1459 übergab Friedrich II. seine Tochter dem Klarissenkloster Seußlitz an der Elbe, damit sie dort dem religiösen Leben diene. Das Kloster war 1268 von Markgraf Heinrich dem Erlauchten gegründet worden, nachdem seine zweite Ehefrau Agnes von Böhmen gestorben war. Sie wurde dort bestattet, weshalb Seußlitz in gewissem Sinn als Hauskloster der Wettiner galt. Zur Ausstattung gehörten umfangreicher Grundbesitz, Einkünfte und Herrschaftsrechte; im Laufe der Jahrhunderte kamen weitere Güter sowie Zins- und Zollrechte hinzu. Margarete stieg rasch in eine führende Position auf. Ein Schreiben des Franziskanerprovinzials Matthias Döring belegt, dass sie bereits 1461 Äbtissin war; urkundlich ist dieses Amt seit 1463 nachgewiesen. Damit leitete sie das Kloster vermutlich im Alter von etwa siebzehn bis neunzehn Jahren. Sie war neben Beatrix von Meißen eine von nur zwei bekannten Äbtissinnen von Seußlitz, die aus dem landesherrlichen Haus stammten. Ihre Aufgabe beschränkte sich nicht auf die geistliche Leitung des Konvents. Als Äbtissin stand Margarete einer ausgedehnten Grundherrschaft vor, verwaltete deren Einkünfte, besetzte Ämter und vertrat die Interessen des Klosters nach außen. Zum Besitz des Klosters gehörten auch die inkorporierten Pfarrkirchen in Seußlitz und Zehren mit ihren Filialkirchen. Daraus ergaben sich Einnahmen, besonders aus dem Zehnten, aber auch Rechte bei der Besetzung von Pfarrstellen. Diese Zuständigkeiten führten wiederholt zu Auseinandersetzungen mit Pfarrern und dem Bischof von Meißen. Mehrere überlieferte Vorgänge zeigen Margarete als selbstbewusste Verwalterin der klösterlichen Rechte. Gegenüber ihren Brüdern, Kurfürst Ernst und Herzog Albrecht, protestierte sie dagegen, dass der Meißner Schösser von jeder Hufe der Klostergüter Hafer verlangte. In Dresden forderte sie den Rat auf, bei der Wiederbesetzung des Spitalmeisteramtes sorgfältig vorzugehen. Eine 1479 ausgestellte Quittung wurde in älterer Forschung irrtümlich einem Priorat in Freiberg zugeschrieben; tatsächlich stammte sie von Margarete in ihrer Eigenschaft als Äbtissin von Seußlitz. Ordensrechtlich unterstand das Kloster der sächsischen Franziskanerprovinz. Die im 15. Jahrhundert verbreitete franziskanische Observanzbewegung erfasste Seußlitz jedoch nicht. Wie das Klarissenkloster in Weißenfels blieb es ein nicht reformierter, adlig geprägter Konvent franziskanischer Tradition. Das Armutsgelübde und die Klausur galten dort in abgeschwächter Form. Erst nach Margaretes Zeit setzte Herzog Georg der Bärtige nach 1500 eine Reform der Klarissenklöster Seußlitz und Weißenfels durch. Margaretes genaues Sterbedatum ist unbekannt. Lange wurde angenommen, sie sei um 1491 gestorben, weil sie zuletzt für den 30. September dieses Jahres urkundlich nachweisbar war. Neuere Belege reichen jedoch bis zum 19. November 1498. Wahrscheinlich übte sie das Amt daher bis zu ihrem Tod aus und leitete das Kloster mindestens drei Jahrzehnte lang. Sie starb vermutlich im Alter von 54 Jahren. Ihre Grabstätte ist nicht überliefert; wahrscheinlich wurde sie in der Klosterkirche von Seußlitz bestattet. Wenige Jahrzehnte nach ihrem Tod wurde das Kloster im Zuge der Reformation in den 1540er Jahren aufgehoben. Aus der Klosteranlage entwickelte sich später das Barockschloss Seußlitz. Margarete selbst blieb als Angehörige der Wettiner und langjährige Äbtissin eine bedeutende Gestalt der spätmittelalterlichen Geschichte des Klosters und seiner Grundherrschaft.

Quelle: Margarete von Sachsen (1444–1498) (de, 270098882). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0

Eltern

Kinder

Keine geprüften Kinderbeziehungen vorhanden.

Partnerinnen und Partner

Keine geprüften Partnerschaften vorhanden.