Biografie
Friedrich Carl von Württemberg-Winnental wurde am 12. September 1652 alten beziehungsweise am 22. September neuen Stils in Stuttgart geboren. Er war ein Sohn Herzog Eberhards III. von Württemberg und dessen Ehefrau Anna Catharina, einer Wild- und Rheingräfin von Salm-Kyrburg. Ab 1677 gehörte er der neu begründeten Linie Württemberg-Winnental an und übernahm als Vormund seines minderjährigen Neffen Eberhard Ludwig die Regentschaft im Herzogtum Württemberg. Darüber hinaus leitete er später die Verwaltung der Grafschaft Württemberg-Mömpelgard.
Am 27. November 1677 übertrug Kaiser Leopold I. Friedrich Carl die Obervormundschaft über Eberhard Ludwig. Damit erhielt Friedrich Carl zugleich die politische Führung Württembergs. Seine Regentschaft dauerte zunächst bis zur Volljährigkeit seines Neffen am 22. Januar 1693. In dieser Zeit ordnete er die Regierung neu und besetzte wichtige Ämter um. Den bisherigen leitenden Minister des Geheimen Rats, Freiherrn Christoph von Manteuffel, ersetzte er durch den Heilbronner Syndikus Jakob Friedrich Rühle. Dem Geheimen Rat gehörten unter anderem Johann Eberhard von Varnbüler, Maximilian von Menzingen, Johann Jakob Kurz, Barthold von Bülow und weitere einflussreiche Beamte an. Kurz führte ab 1679 den Titel Vizekanzler. Friedrich Carls wichtigster persönlicher Berater war der Hofmarschall Heinrich Friedrich Forstner von Dambenoy; als Kriegsrat wirkte Carl Johann Tobias Heller.
Innenpolitisch bemühte sich Friedrich Carl vor allem um die Festigung des Landes. Besondere Aufmerksamkeit widmete er dem Kirchen- und Schulwesen. In seine Regierungszeit fiel die Gründung des ersten Stuttgarter Gymnasiums im Jahr 1686. Seine Amtsführung war zugleich von den politischen und militärischen Spannungen des Pfälzischen Erbfolgekriegs geprägt. Ab 1684 übernahm er zusätzlich die Administration der Grafschaft Württemberg-Mömpelgard. Der dort eigentlich regierende Vetter Georg II. lebte nach der vorausgegangenen französischen Besetzung im Exil, sodass Friedrich Carl die Verwaltung des Gebiets führte.
Der Krieg brachte auch für Friedrich Carl erhebliche persönliche Belastungen. Im Herbst 1688 musste er gemeinsam mit dem zwölfjährigen Eberhard Ludwig nach Nürnberg fliehen. Im September 1692 geriet Friedrich Carl in der Schlacht bei Ötisheim in französische Gefangenschaft und wurde nach Versailles gebracht. Dort verweigerte er Verhandlungen, weil er zuvor keine Rücksprache mit dem Kaiser halten konnte. Während seiner Gefangenschaft setzte Eberhard Ludwigs Mutter, Magdalena Sibylla von Hessen-Darmstadt, gemeinsam mit dem württembergischen Geheimen Rat beim Kaiser eine vorzeitige Volljährigkeitserklärung des jungen Herzogs durch. Als Friedrich Carl im Januar 1693 freigelassen wurde, war seine Regentschaft damit beendet.
Für die Entbindung von der Administration erhielt Friedrich Carl von der Landschaft eine größere Geldsumme. Zudem ernannte ihn der Kaiser zum Generalfeldmarschall. Ab 1694 kämpfte er am Oberrhein unter dem Befehl des Markgrafen Ludwig Wilhelm von Baden-Baden. Während der Winterquartiere übernahm er zeitweise den Oberbefehl über die Reichsarmee. Diese militärische Laufbahn konnte er jedoch nicht lange fortsetzen, da sich ab 1696 gesundheitliche Beschwerden bemerkbar machten. Friedrich Carl starb am 20. Dezember 1698 alten Stils in Stuttgart an Syphilis. Seine letzte Ruhestätte fand er in der Gruft der Herzöge von Württemberg in der Stuttgarter Stiftskirche.
Am 31. Oktober 1682 hatte Friedrich Carl Eleonore Juliane von Brandenburg-Ansbach geheiratet, eine Tochter des Markgrafen Albrecht von Brandenburg-Ansbach. Aus der Ehe gingen sieben Kinder hervor. Der älteste Sohn, Carl Alexander, wurde später der elfte Herzog von Württemberg. Die Tochter Dorothea Charlotte starb bereits im Kindesalter, ebenso der Sohn Friedrich Karl. Heinrich Friedrich lebte bis 1734. Maximilian Emanuel war ein persönlicher Freund des schwedischen Königs Karl XII.; sein Herz wurde in Ansbach beigesetzt. Friedrich Ludwig fiel. Die jüngste Tochter, Christiane Charlotte, heiratete Markgraf Wilhelm Friedrich von Brandenburg-Ansbach. Friedrich Carl verband damit seine politische Tätigkeit als württembergischer Regent und Militär mit einer dynastischen Rolle innerhalb des Hauses Württemberg.
Quelle: Friedrich Carl (Württemberg-Winnental) (de, 264327922). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0