Person

Karl Alexander

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Geburt

  1. 24.01.1684

Tod

  1. 12.03.1737

Porträt von Karl Alexander
Bildnachweis

1684 Carl Alexander

Unidentified painter

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Biografie

Karl Alexander von Württemberg wurde am 24. Januar 1684 in Stuttgart als ältester Sohn Friedrich Karls von Württemberg-Winnental und der brandenburgisch-ansbachischen Prinzessin Eleonore Juliane geboren. Seine Ausbildung erhielt er an der Universität Tübingen, die er bis zu seinem vierzehnten Lebensjahr besuchte. Bereits am 21. Juni 1697 übertrug ihm Kaiser Leopold I. ein österreichisches Infanterieregiment und eröffnete ihm damit, wie zuvor schon seinem Vater, eine militärische Laufbahn. Nach dem Tod seines Vaters im Jahr 1698 wurde Karl Alexander Herzog von Württemberg-Winnental. Seine frühe militärische Karriere verlief zunächst nicht ohne Rückschläge: Im Alter von vierzehn Jahren führte er erfolglos die Belagerung der Burg Ebernburg und musste am 27. September desselben Jahres die Kapitulation gegenüber der französischen Besatzung unterzeichnen. Dennoch stieg er rasch in den österreichischen Diensten auf. 1701 wurde er zum Obersten ernannt, 1703 übernahm er das 17. Infanterieregiment. 1708 folgte die Ernennung zum Feldmarschallleutnant, 1717 wurde er Feldzeugmeister. Seine größten frühen Erfolge errang Karl Alexander im Spanischen Erbfolgekrieg. 1702 zeichnete er sich bei der Einnahme von Landau aus und erhielt dafür ein persönliches Glückwunschschreiben des Kaisers. Im folgenden Jahr kämpfte er bei Friedlingen. 1704 wurde er verwundet, nahm nach seiner Genesung aber an weiteren Kämpfen und Belagerungen teil, darunter am zweiten Angriff auf Landau sowie an den Belagerungen von Ingolstadt und Ulm. 1705 erlitt er bei Brescia eine weitere Verwundung und kümmerte sich anschließend um den Übergang der kaiserlichen Truppen über die Adda bei Cassano. Während der Belagerung von Turin wurde er 1706 erneut verletzt. Danach kämpfte er in der Provence und beteiligte sich am Angriff auf Toulon. Im Auftrag des Kaisers wurde Karl Alexander 1708 an die Mosel geschickt und kämpfte außerdem bei Valencia. Zwischen 1709 und 1712 diente er freiwillig auch in der niederländischen Armee. Dabei nahm er unter anderem an der Schlacht bei Malplaquet, an der Schlacht um Lille und an weiteren Gefechten teil. Später wandte er sich den Kriegen gegen das Osmanische Reich zu. In der Schlacht bei Peterwardein eröffnete er 1716 den ersten Angriff, wurde am Kopf verwundet und eroberte die Stadt mit Unterstützung des Grafen Pálffy. 1719 ernannte ihn der Kaiser zum Gouverneur von Belgrad und Serbien sowie zum obersten militärischen Befehlshaber dieser Region. Wegen seiner militärischen Fähigkeiten und seiner zahlreichen Auszeichnungen wurde er 1720 in den kaiserlichen Rat aufgenommen. Am 28. Dezember 1721 erhielt er den Orden vom Goldenen Vlies, die höchste kaiserliche Auszeichnung. 1733 wurde er zum Feldmarschall des Heiligen Römischen Reiches ernannt und nahm in dieser Funktion am Polnischen Erbfolgekrieg auf kaiserlicher Seite teil. Im Februar 1734 übernahm er zusätzlich das Kommando über ein Dragonerregiment. Seine dynastische Stellung veränderte sich 1733 grundlegend. Sein Cousin Eberhard Ludwig, Herzog des gesamten Württembergs, war ohne direkten Erben gestorben, da sein Sohn vor ihm verstorben war. Karl Alexander erbte daher neben Württemberg-Winnental auch das Hauptherzogtum mit der Hauptstadt Stuttgart. Die Nachfolge stand zudem in Zusammenhang mit der früheren Rolle seines Vaters, der Eberhard Ludwig von 1677 bis 1693 als Regent und Vormund betreut hatte. Als Herzog verlegte Karl Alexander die Residenz von Ludwigsburg nach Stuttgart. 1727 hatte Karl Alexander Maria Augusta von Thurn und Taxis geheiratet, eine Tochter des Fürsten Anselm Franz von Thurn und Taxis und Maria Ludovika Anna von Lobkowitz. Das Paar hatte sechs Kinder: Karl Eugen, der seinem Vater als Herzog folgte, Eugen Ludwig, Ludwig Eugen, Friedrich Eugen, Alexander und Augusta Elisabeth, die später Karl Anselm von Thurn und Taxis heiratete. Karl Eugen sowie später Ludwig Eugen und Friedrich Eugen wurden nacheinander Herzöge von Württemberg. Obwohl Karl Alexander zum katholischen Glauben übergetreten war beziehungsweise seit 1712 seine Konversion zum römischen Katholizismus angestrebt hatte, blieb Württemberg protestantisch. Bei seinem Regierungsantritt musste er sich daher formell verpflichten, das Herzogtum nicht zu rekatholisieren. Er hielt sich an diese Zusage, betrieb keine katholische Förderung und gewährte den verschiedenen Konfessionen weitgehende Toleranz. Seine Herrschaft war politisch dennoch stark absolutistisch geprägt. Die Regierung Karl Alexanders geriet bald in finanzielle Schwierigkeiten. Die Kosten der Kriege und der aufwendige Lebensstil des Hofes steigerten den Geldbedarf und führten zu wachsenden Schulden. 1732 zog der Herzog deshalb Joseph Süßkind Oppenheimer als persönlichen Finanzberater hinzu. Oppenheimer war ein aus jüdischer Familie stammender Finanzmakler und Bankier aus Frankfurt am Main. Er reformierte das Finanz- und Steuersystem, stärkte die staatlichen Einnahmen und trug zur wirtschaftlichen Modernisierung und Stabilisierung Württembergs bei. Seine Stellung am Hof war jedoch umstritten. Der Herzog gewährte ihm aus Vertrauen eine Sondererlaubnis, die Stadt zu betreten, obwohl Juden dort nach den damaligen religiösen und rechtlichen Bestimmungen nicht frei verkehren durften. Daraus entwickelten sich politische Intrigen und religiöse Spannungen. Karl Alexander starb am 12. März 1737 im Schloss Ludwigsburg, wahrscheinlich an einem Lungenödem. Noch am selben Abend wurde Oppenheimer wegen Hochverrats angeklagt und indirekt für den Tod des Herzogs verantwortlich gemacht. Er wurde zum Tode verurteilt und in Stuttgart vor einer großen Menschenmenge hingerichtet. Sein Leichnam blieb anschließend sechs Jahre am Galgen hängen. Erst Karl Eugens Nachfolger Karl Eugen, der als Karl II. Eugen bezeichnet wird, ließ Oppenheimer würdig bestatten und den Galgen entfernen. Auf Karl Alexander folgte sein Sohn Karl Eugen als Herzog von Württemberg.

Quelle: Carlo I Alessandro di Württemberg (it, 149702500). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0