Person

Eberhard III.

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Geburt

  1. 16.12.1614

Tod

  1. 02.07.1674

Porträt von Eberhard III.
Bildnachweis

900-203 Herzog Eberhard III

Johann Andreas Thill

eingescannt aus: Robert Uhland (Hrsgb.): 900 Jahre Haus Württemberg, 3. Aufl., Stuttgart, 1985, ISBN 3-17-008930-7 , S. 203

Bildquelle: File:900-203 Herzog Eberhard III.jpg · Lizenz: Public domain

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Biografie

Eberhard III. von Württemberg wurde am 16. Dezember 1614 in Stuttgart geboren und starb dort am 2. Juli 1674. Von 1628 bis zu seinem Tod war er Herzog von Württemberg, zunächst unter Vormundschaft und ab 1633 als regierender Landesherr. Seine Regierungszeit war vor allem durch den Dreißigjährigen Krieg, den Verlust großer Landesteile und den anschließenden Wiederaufbau geprägt. Nach dem Tod seines Vaters, Herzog Johann Friedrich, begann Eberhards Regentschaft 1628, als er erst vierzehn Jahre alt war. Zunächst übernahm sein Onkel Ludwig Friedrich von Württemberg-Mömpelgard die Vormundschaft. Nach dessen Tod im Januar 1631 führten Julius Friedrich von Württemberg-Weiltingen und Eberhards Mutter Barbara Sophie von Brandenburg gemeinsam die Vormundschaft. In diese Zeit fiel das Restitutionsedikt Kaiser Ferdinands II. von 1629, durch das Württemberg etwa ein Drittel seines Territoriums verlor. Geistliche Güter, die nach dem Passauer Vertrag von 1552 säkularisiert worden waren, mussten an die katholische Kirche zurückgegeben werden. Julius Friedrich stellte sich Ende 1632 auf die Seite Schwedens und kämpfte im Dreißigjährigen Krieg gegen kaiserliche Truppen und katholische Besitzer des früheren Kirchenguts. Württembergische Truppen eroberten große Gebiete im Süden des Herzogtums und belagerten Villingen und Rottweil. Rottweil fiel, Villingen konnte jedoch nicht genommen werden. Julius Friedrich wurde schließlich von den Geheimräten und Landständen als Vormund abgesetzt, weil man ihm Eigennützigkeit vorwarf. Nachdem Kaiser Ferdinand II. Eberhard für volljährig erklärt hatte, übernahm der Herzog am 8. Mai 1633 mit Unterstützung des Kanzlers Jakob Löffler selbst die Regierung. Er trat dem Heilbronner Bund der protestantischen Reichsstände bei, der von Schwedens Reichskanzler Axel Oxenstierna begründet worden war, und setzte die Belagerung Villingens fort. Eberhard wollte jedoch auch militärischen Ruhm gewinnen und hielt sich während der Belagerung der Reichsstadt Überlingen längere Zeit im schwedischen Feldlager auf. Seine Räte drängten ihn deshalb, nach Stuttgart zurückzukehren und die Regierung persönlich auszuüben. Die Niederlage der schwedischen Seite in der Schlacht bei Nördlingen am 6. September 1634 hatte für Eberhard und sein Land schwerwiegende Folgen. Rund 6.000 württembergische Soldaten kämpften dort; die meisten kamen ums Leben. In den folgenden Monaten wurde Württemberg von kaiserlichen Truppen geplündert und verwüstet. Eberhard floh noch vor deren Eintreffen ins Exil nach Straßburg. Dort heiratete er am 26. Februar 1637 Anna Katharina Dorothea, Wild- und Rheingräfin von Salm-Kyrburg und Tochter des schwedischen Feldherrn Johann Kasimir von Salm-Kyrburg. Während seiner Abwesenheit behaupteten sich einige Bergfestungen, darunter Hohentwiel, mit schwedischer Unterstützung. Eberhard hielt über bezahlte Boten durch verschlüsselte, in winziger Schrift verfasste Nachrichten Kontakt zu den Festungskommandanten. Kaiserliche Günstlinge und Verwandte erhielten während Eberhards Exil zahlreiche württembergische Besitzungen. Nach langen Verhandlungen mit Kaiser Ferdinand III. durfte Eberhard am 20. Oktober 1638 zurückkehren. Dafür musste er die Rückgabe der Klöster und die Abtretung der verschenkten Gebiete anerkennen. Dennoch versuchte er anschließend, die Klöster mit Gewalt und Repressalien wieder unter seine Herrschaft zu bringen. Die betroffenen Klöster wandten sich an den Kaiser. Der Konflikt wurde auf dem Westfälischen Friedenskongress behandelt. Eberhards Gesandter Johann Konrad Varnbüler konnte sich dort mit Unterstützung Schwedens, Frankreichs und der protestantischen Reichsstände durchsetzen. Der Krieg hatte Württemberg tief erschüttert. Armut, Hunger und die Pest, besonders in den Jahren 1635 und 1636, führten zu einem drastischen Bevölkerungsrückgang: 1648 lebten nur noch rund 120.000 Menschen im Land, gegenüber etwa 350.000 im Jahr 1618. Nach dem Friedensschluss gehörten deshalb der Wiederaufbau sowie die Wiederherstellung von Wirtschaft und Verwaltung zu Eberhards wichtigsten Aufgaben. Im Geist des Merkantilismus widmete er sich intensiv der wirtschaftlichen Sanierung seines Herzogtums. Auch die Ordnung der Erbansprüche innerhalb der Familie beschäftigte ihn. 1649 schloss Eberhard mit seinem jüngeren Bruder Friedrich einen Erbvergleich. Friedrich erhielt die Ämter Neuenstadt, Möckmühl und Weinsberg und begründete damit die Nebenlinie Württemberg-Neuenstadt. 1651 einigte sich Eberhard mit seinem Bruder Ulrich, der Schloss Neuenbürg erhielt. Nach dem Tod seiner ersten Frau Anna Katharina am 7. Juni 1655 heiratete Eberhard am 20. Juli 1656 Gräfin Maria Dorothea Sophia von Oettingen-Oettingen. Aus der ersten Ehe gingen vierzehn, aus der zweiten elf Kinder hervor. Zu seinen Nachkommen gehörten unter anderem der spätere Herzog Wilhelm Ludwig, der Herzog-Administrator Friedrich Carl von Württemberg-Winnental sowie mehrere Töchter, die in die Häuser Bayreuth, Oettingen, Ostfriesland und Sachsen-Eisenach einheirateten. Eberhard III. starb 1674 an einem Schlaganfall und wurde in der Stiftskirche Stuttgart beigesetzt.

Quelle: Eberhard III. (Württemberg, Herzog) (de, 262827127). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0