Person
Friedrich der Schöne
Verbindung zu einer anderen Person findenGeburt
1286
01.05.1289
Tod
13.01.1330

Bildnachweis
Friedrich der Schöne
uploaded by User:Tafkas , Maler unbekannt, painter is unknown
Gemälde im Mühldorfer Rathaus, painting in the city hall of Mühldorf
Bildquelle: File:Friedrich der Schöne.jpg · Lizenz: Public domain
Für die Darstellung in der Größe angepasst.
Biografie
Friedrich der Schöne wurde 1289 in Wien als zweiter Sohn Herzog Albrechts I. und Elisabeths geboren. Er entstammte dem Haus Habsburg, das unter seinem Großvater Rudolf von Habsburg zu einer führenden Dynastie zwischen Oberrhein und Alpen aufgestiegen war. Friedrichs Name knüpfte bewusst an die Babenberger an und sollte die Verbindung der Habsburger mit ihren neuen östlichen Herzogtümern Österreich und Steiermark stärken. Gemeinsam mit seinen Brüdern Rudolf und Leopold wurde er 1298 mit Österreich, Steiermark, Krain, der Windischen Mark und weiteren Besitzungen belehnt. Einer späteren Quelle zufolge verbrachte Friedrich einen Teil seiner Kindheit gemeinsam mit seinem späteren Rivalen Ludwig dem Bayern am Wiener Hof. Beide waren über ihre Mütter miteinander verwandt.
Bereits 1303 trat Friedrich politisch hervor, blieb zunächst aber eng an die Regierung seines Vaters gebunden. Nach dem Tod seines älteren Bruders Rudolf übernahm er 1306 die Herrschaft in Österreich und der Steiermark. Zu seinen Aufgaben gehörten die Bestätigung von Privilegien und verschiedene Rechtsgeschäfte. Als Albrecht I. 1308 von seinem Neffen Johann Parricida ermordet wurde, war Friedrich der älteste überlebende Sohn. Er beanspruchte die Nachfolge seines Vaters als römisch-deutscher König, doch die Kurfürsten wählten den Luxemburger Heinrich. Friedrich konzentrierte sich daraufhin auf die habsburgischen Ansprüche in Böhmen. Sein Feldzug blieb erfolglos; im Vertrag von Znaim 1308 verzichtete er auf das Königreich und erhielt dafür eine Geldzahlung. Im folgenden Jahr verständigte er sich mit König Heinrich, unterstützte dessen Vorhaben und erhielt im Gegenzug die Gesamtbelehnung der habsburgischen Besitzungen. Die Mörder Albrechts wurden geächtet, ihr Besitz den Habsburgern zugesprochen, und die Gebeine des ermordeten Königs sollten nach Speyer überführt werden.
1313 heiratete Friedrich Isabella von Aragón, eine Tochter König Jakobs II. Die Ehe sollte das Ansehen der Habsburger steigern und ihre politischen Beziehungen über die Grenzen des Reiches hinaus erweitern. Isabella trat eigenständig auf und wirkte gemeinsam mit Friedrich an politischen Verbindungen mit. Das Paar hatte drei Kinder: den kurz nach der Geburt verstorbenen Friedrich II. sowie die Töchter Elisabeth und Anna.
Nach dem Tod Kaiser Heinrichs VII. entbrannte ein Streit um die römisch-deutsche Königswürde. Friedrich und Ludwig der Bayer versuchten beide, ihren Einfluss in Niederbayern auszubauen. Ludwig war Vormund der minderjährigen Herzöge, während niederbayerische Herzogswitwen eine habsburgische Vormundschaft bevorzugten. Der Konflikt endete im November 1313 mit Ludwigs Sieg bei Gammelsdorf. Friedrich, der selbst nicht an der Schlacht teilgenommen hatte, wurde dadurch aus Niederbayern verdrängt.
Im Herbst 1314 stellten sich die Kurfürsten schließlich auf zwei Seiten. Friedrich wurde in Sachsenhausen zum König erhoben und am 25. November im Bonner Münster gekrönt. Am selben Tag wählten und krönten Ludwigs Anhänger ihn in Frankfurt beziehungsweise Aachen. Die Wahl war rechtlich umstritten, da weder die Zuständigkeit für die Kurstimmen noch das Mehrheitsprinzip eindeutig geregelt waren. Friedrich besaß die Reichsinsignien und den Kölner Erzbischof als traditionellen Krönenden, doch seine Krönung fand nicht in Aachen statt, weil ihm die Bürger den Zutritt verweigerten. Seine Frau Isabella wurde 1315 in Basel zur Königin gekrönt.
Der Thronstreit blieb zunächst von kleineren Gefechten geprägt. Friedrichs militärische Lage verschlechterte sich jedoch weiter, nachdem die Habsburger 1315 am Morgarten gegen die Eidgenossenschaft verloren. 1322 versuchte Friedrich gemeinsam mit seinem Bruder Leopold, eine Entscheidung herbeizuführen. Bei Mühldorf am Inn traf Ludwig jedoch früher ein und besiegte Friedrich. Der Habsburger geriet in Gefangenschaft und wurde drei Jahre auf der Burg Trausnitz festgehalten. Obwohl Ludwig zunächst gesiegt hatte, war seine Herrschaft keineswegs gesichert: Friedrichs Brüder setzten den Widerstand fort, und zugleich geriet Ludwig in einen schweren Konflikt mit Papst Johannes XXII., der seine Königswahl für ungültig erklärte und ihn schließlich exkommunizierte.
Unter diesem Druck schlossen Friedrich und Ludwig im März 1325 die sogenannte Trausnitzer Sühne. Friedrich verzichtete auf den Königstitel, erkannte Ludwig an und versprach, auch seine Brüder zur Einigung zu bewegen. Dafür wurde er ohne Lösegeld freigelassen. Da seine Brüder das Abkommen ablehnten, kehrte Friedrich freiwillig in die Gefangenschaft zurück. Dieser Schritt wurde später vielfach als Ausdruck besonderer Vertragstreue bewundert und im 19. Jahrhundert von Künstlern und Dichtern dargestellt.
Im September 1325 kam es schließlich im Münchner Vertrag zu einer außergewöhnlichen Lösung: Friedrich und Ludwig vereinbarten eine gemeinsame, gleichberechtigte Herrschaft. Dieses Doppelkönigtum war in der mittelalterlichen Reichsgeschichte einzigartig. Beide wollten nach außen wie eine Einheit auftreten, nannten einander Brüder, teilten Mahlzeiten und empfingen sogar gemeinsam die Kommunion. Die Vereinbarung erwies sich jedoch als schwer umsetzbar. Schon bald entstanden Streitigkeiten über ihre Auslegung und die praktische Verteilung der Herrschaft. Ludwig beendete die Doppelherrschaft 1327 und ließ sich 1328 zum Kaiser krönen. Friedrich führte zwar weiterhin gelegentlich den Königstitel, griff aber nicht mehr entscheidend in die Reichspolitik ein und zog sich in seine österreichischen Länder zurück. Seine Bemühungen um eine päpstliche Anerkennung blieben erfolglos.
In seinen späteren Jahren widmete sich Friedrich besonders Stiftungen und der Festigung der habsburgischen Herrschaft. Der Schwerpunkt verlagerte sich von den westlichen Stammlanden in die östlichen Herzogtümer. Unter ihm begann Wien, sich zu einer habsburgischen Residenz zu entwickeln. Friedrich hielt sich häufig in Wien auf und gründete dort 1327 ein Augustiner-Eremitenkloster. Auch das von ihm gestiftete Kartäuserkloster Mauerbach diente der Erinnerung an die Habsburger. Sein Testament von 1327, das älteste überlieferte Testament eines österreichischen Fürsten, stattete mehr als 80 Kirchen und Klöster mit umfangreichen Geld- und Silberbeträgen aus. Dafür sollten dauerhaft Messen und Jahrtage für ihn, seine Vorfahren und seine Nachkommen gefeiert werden.
Friedrich starb am 13. Januar 1330 im Alter von 41 Jahren auf Burg Gutenstein, vermutlich an einem Schlaganfall; gelegentlich wurde auch ein Giftanschlag vermutet. Er wurde in Mauerbach bestattet. Seine Gebeine wurden 1789 in den Wiener Stephansdom überführt und werden dort bis heute aufbewahrt. Der Beiname „der Schöne“ entstand erst im 16. Jahrhundert und war zu seinen Lebzeiten nicht gebräuchlich. Die historische Bewertung Friedrichs fiel lange überwiegend kritisch aus, da seine militärischen und politischen Rückschläge besonders stark betont wurden. Seit dem späten 20. Jahrhundert wird seine Zeit jedoch stärker als Epoche politischer Übergänge und verfassungsrechtlicher Experimente verstanden. Vor allem das kurzlebige Doppelkönigtum gilt als Ausdruck dieser offenen und ungewöhnlichen Entwicklungsphase des Reiches.
Quelle: Friedrich der Schöne (de, 261337672). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0