Person

Anna von Hessen

Verbindung zu einer anderen Person finden

Geburt

  1. 26.10.1529

Tod

  1. 10.07.1591

  2. 1591

Biografie

Anna von Hessen wurde am 26. Oktober 1529 in Kassel geboren. Sie entstammte dem Haus Hessen und war die zweite Tochter des Landgrafen Philipp I. von Hessen und seiner ersten offiziellen Ehefrau, Christina von Sachsen. Anna hatte eine ältere Schwester, Agnes, sowie acht jüngere Geschwister. Von diesen erreichten Wilhelm, Barbara, Ludwig, Elisabeth, Philipp, Christina und Georg das Erwachsenenalter. Ihre frühe Lebensgeschichte war, wie bei vielen Angehörigen des europäischen Hochadels ihrer Zeit, eng mit dynastischen Heiratsplänen verbunden. Eine Zeit lang war Anna mit Erich von Braunschweig verlobt, dem früheren Verlobten ihrer älteren Schwester. Schließlich vermittelte jedoch ihre Tante Elisabeth von Hessen eine andere Verbindung: Anna sollte deren Sohn Wolfgang heiraten. Die Ehe wurde am 8. März 1545 in Kassel geschlossen. Anna war damals fünfzehn Jahre alt, Wolfgang achtzehn. Nach der Trauung erhielten die beiden ein ganzes Jahr, um einander näher kennenzulernen, bevor sie im Februar 1546 nach Zweibrücken kamen. Die Ehe scheint trotz ihrer politischen und dynastischen Grundlage glücklich gewesen zu sein. Anna und Wolfgang bekamen dreizehn Kinder und begründeten damit eine große fürstliche Familie, deren Mitglieder später mehrere pfälzische Territorien regierten oder durch Heiraten mit anderen Adelsgeschlechtern verbunden waren. Zu Beginn ihrer Ehe stand Anna in engem Kontakt mit ihrer Mutter. Diese Beziehung endete jedoch mit Christinas Tod im April 1549. Anna selbst widmete sich weiterhin ihrem Familienleben und der Rolle als Herzogin. Im Jahr 1557 wurde ihr Mann zusätzlich Herzog von Pfalz-Neuburg und gehörte damit zu den bedeutenden Fürsten im pfälzischen Raum. Wolfgang starb im Juni 1569 in Nexon während des Dritten Hugenottenkriegs. Seine Beisetzung erfolgte zunächst in Angoulême. Anna erfuhr erst am 26. Oktober desselben Jahres von seinem Tod. Daraufhin wandte sie sich an den französischen Hof und bat darum, die sterblichen Überreste ihres Mannes nach Deutschland überführen zu dürfen. Die Genehmigung wurde erteilt, doch die Umsetzung verzögerte sich zunächst bis zum Friedensschluss im August 1570. Anschließend erschwerten Probleme beim Landtransport die Überführung. Nach einem zweiten Besuch von Gesandten in Paris entschied man sich schließlich für den Seeweg. Im September 1571 wurde Wolfgang in der Schlosskirche von Meisenheim erneut bestattet. Diese Kirche wurde danach zu Annas Witwenresidenz. Nach Wolfgangs Tod musste die Zukunft der zahlreichen Kinder geregelt werden. Neben Anna übernahmen Wilhelm von Hessen und Ludwig von Pfalz-Simmern die Vormundschaft. Wilhelm war außerdem als Testamentsvollstrecker Wolfgangs eingesetzt. Die Kinder setzten die dynastischen Linien der Familie fort. Philipp Ludwig wurde 1569 bis 1614 Pfalzgraf von Neuburg und hatte mit Anna von Kleve acht Kinder. Johann regierte von 1569 bis 1604 als Pfalzgraf und Herzog von Zweibrücken; mit Magdalena von Kleve hatte er elf Kinder. Otto Heinrich wurde Pfalzgraf von Sulzbach und hatte mit Dorothea Maria von Württemberg dreizehn Kinder. Friedrich regierte als Pfalzgraf von Zweibrücken-Vohenstrauß-Parkstein und hatte drei Kinder. Karl wurde Herzog von Pfalz-Zweibrücken-Birkenfeld und hatte vier Kinder. Auch Annas Töchter wurden in verschiedene Adelsfamilien eingeheiratet. Barbara heiratete Graf Gottfried von Oettingen-Oettingen und hatte eine Tochter, die im Säuglingsalter starb. Maria Elisabeth wurde die Ehefrau des Grafen Emich XII. von Leiningen-Dagsburg-Hartenburg; aus dieser Verbindung gingen vier Söhne und eine Tochter hervor. Christina, Anna und Elisabeth heirateten nicht und hatten keine Kinder. Zwei weitere Töchter, Dorothea Agnes und Susanna, starben bereits im Kindesalter; Dorothea Agnes wurde nur drei Monate alt, Susanna sieben Monate. Eine weitere Elisabeth starb im Alter von einem Jahr. Annas Tochter Anna starb 1576 im Alter von 22 Jahren. Um 1590 gründete die Herzogin in Heidelberg den Sankt-Anna-Friedhof. Nach ihrem Tod wurde dort ein steinernes Denkmal zu ihrer Erinnerung errichtet. Anna von Hessen starb am 10. Juli 1591 in Meisenheim. Sie wurde neben ihrem Mann in der dortigen Schlosskirche beigesetzt. Ihr Leben war geprägt von den Aufgaben einer hochadligen Ehefrau und Mutter, von den politischen Verbindungen ihrer Familie und von der Verantwortung, die sie nach dem Tod Wolfgangs für ihre Kinder und deren Zukunft übernahm.

Quelle: Анна Гессенська (uk, 44869438). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0