Person

Christina von Sachsen

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Geburt

  1. 25.12.1505

Tod

  1. 15.04.1549

Biografie

Christina von Sachsen wurde am 25. Dezember 1505 als Tochter des sächsischen Herzogs Georg und seiner Ehefrau Barbara geboren. Ihre Mutter war eine Tochter des polnischen Königs Kasimir IV. Christina entstammte damit einem bedeutenden europäischen Fürstenhaus. Ihr späteres Leben war eng mit den politischen Interessen und dynastischen Verbindungen der sächsischen und hessischen Herrscherfamilien verbunden. Am 11. Dezember 1523 heiratete Christina in Dresden den hessischen Landgrafen Philipp I. Die Verbindung war eine typische Fürstenehe ihrer Zeit und diente vor allem politischen Zwecken. Durch die Heirat sollten die verwandtschaftlichen Beziehungen zwischen Sachsen und Hessen gefestigt werden. Die Ehe wurde jedoch nicht aus persönlicher Zuneigung geschlossen. Philipp äußerte sich später abfällig über seine Frau und erklärte, er habe nie Liebe oder Leidenschaft für sie empfunden. Zugleich bescheinigte er ihr, fromm zu sein, schilderte sie aber als unfreundlich, hässlich und unangenehm riechend. Christina und Philipp hatten zahlreiche Kinder. Ihre älteste Tochter Agnes heiratete zunächst 1541 den sächsischen Kurfürsten Moritz und später, im Jahr 1555, Herzog Johann Friedrich II. von Sachsen-Gotha. Die Tochter Anna wurde 1544 mit dem Pfalzgrafen Wolfgang von Zweibrücken vermählt. Der älteste Sohn Wilhelm IV. wurde später Landgraf von Hessen-Kassel. Weitere Kinder waren Philipp Ludwig, der bereits im Kindesalter starb, Barbara, Elisabeth, Philipp II., Christine sowie Ludwig IV. und Georg I. Ludwig IV. wurde Landgraf von Hessen-Marburg, Philipp II. Landgraf von Hessen-Rheinfels und Georg I. Landgraf von Hessen-Darmstadt. Durch die späteren Ehen ihrer Kinder blieb Christina mit mehreren bedeutenden Fürstenhäusern verbunden. Eine besonders ungewöhnliche und für Christina belastende Entwicklung nahm die Ehe im Jahr 1540. Philipp heiratete damals trotz der fortbestehenden Ehe mit Christina seine 17-jährige Geliebte Margarethe von der Saale. In diese Verbindung hatten neben Philipp Melanchthon und Martin Luther auch Christina selbst eingewilligt. Die Zustimmung war offenbar mit weitreichenden Zusicherungen verbunden. Philipp versprach Christina, sie weiterhin als seine rechtmäßig angetraute oberste Ehefrau anzuerkennen und mit ihr zusammenzuleben. Außerdem sollten die Kinder aus ihrer Ehe als rechtmäßige Nachkommen und alleinige Erben des Landes gelten. Die Kinder, die Philipp mit Margarethe hatte, sollten dagegen lediglich mit Gütern ausgestattet werden. Insgesamt bekam Philipp mit seiner zweiten Frau noch drei weitere Kinder. Christinas politische Bedeutung zeigte sich besonders nach Philipps Gefangennahme im Schmalkaldischen Krieg. Ab 1547 führte sie gemeinsam mit ihrem ältesten Sohn Wilhelm die Regierungsgeschäfte in Hessen. Sie übernahm damit in einer schwierigen politischen Lage Verantwortung für das Land. Philipp sollte seine Frau allerdings nicht als Regentin für den Fall seines Todes einsetzen. Er befürchtete, Christina könnte die Nachkommen aus seiner Verbindung mit Margarethe von der Saale unversorgt lassen. Stattdessen bestimmte er einen Regentschaftsrat. Diesem gehörten der Kanzler Heinrich Lersner sowie die Räte Rudolf Schenk zu Schweinsberg, Wilhelm von Schachten und Simon Bing an. Christina sah ihren Ehemann nach seiner Gefangennahme nicht wieder. Sie starb am 15. April 1549 in Kassel. Gemeinsam mit Philipp wurde sie in der Martinskirche in Kassel beigesetzt, wo beide unter einem eindrucksvollen Epitaph ruhen. Ihr Leben war damit von den Spannungen zwischen dynastischer Pflichterfüllung, persönlicher Zurücksetzung und politischer Verantwortung geprägt. Als sächsische Prinzessin, hessische Landgräfin und zeitweilige Mitregentin gehörte Christina zu jener Generation fürstlicher Frauen, deren Ehen zunächst der Bündnispolitik dienten, die aber in Krisenzeiten selbst politische Aufgaben übernehmen konnten.

Quelle: Christina von Sachsen (1505–1549) (de, 241422854). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0