Person

Anna von Österreich

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Geburt

  1. 12.04.1432

Tod

  1. 13.11.1462

Biografie

Anna von Österreich, in französischsprachigen Gebieten auch Anna von Luxemburg genannt, wurde am 12. April 1432 in Wien geboren und starb am 14. November 1462 in Eckartsberga in Thüringen. Sie war aus eigenem Recht Herzogin von Luxemburg und wurde durch ihre Ehe mit Wilhelm dem Tapferen Landgräfin von Thüringen. Außerdem erhob sie bis zu ihrem Tod Anspruch auf die Titel einer Königin von Ungarn und Böhmen. Anna war das erstgeborene Kind Herzog Albrechts V. von Österreich, der später als deutscher, ungarischer und böhmischer König regierte, und Elisabeths von Luxemburg. Über ihre Mutter war sie die Enkelin König und Kaiser Sigismunds sowie Barbara von Cilli. In ihrer Abstammung verbanden sich damit verschiedene bedeutende Herrscherhäuser Mitteleuropas. Sowohl väterlicher als auch mütterlicherseits führte ihre Herkunft auf das ungarische Königshaus der Árpáden zurück. Über Elisabeth war Anna außerdem eine Nachfahrin König Bélas IV. und über ihre Großmutter Barbara von Cilli eine Nachfahrin König Stephans V. Ihre Geburt hatte für den Wiener Hof besondere Bedeutung. Elisabeth war erst nach zehnjähriger Ehe schwanger geworden und brachte Anna im Alter von 22 Jahren zur Welt. Da Frauen in Österreich damals nicht erbberechtigt waren, konnte Anna dort nicht unmittelbar erben. In Ungarn stand sie hinter ihrer Mutter an zweiter Stelle der Thronfolge. Zudem stellte sich während Elisabeths Schwangerschaft heraus, dass für die Ehe ihrer Eltern noch die notwendige päpstliche Dispens fehlte. Albrecht und Elisabeth waren miteinander verwandt, da beide von König Wenzel II. von Böhmen abstammten. Papst Eugen IV. stellte die erforderliche Genehmigung aus, wodurch auch die rechtliche Stellung ihrer Ehe und die Legitimität des Kindes gesichert wurden. Die Geburt der ersten Tochter wurde am Hof mit Festen und Ritterturnieren gefeiert. Schon bald wurde Anna in die dynastische Politik einbezogen. Nach ihrer Geburt war eine Verbindung mit Władysław, dem ältesten Sohn des polnischen Königs Władysław II. Jagiełło, im Gespräch. Der Sohn wurde später als Władysław III. polnischer und als Ulászló I. ungarischer König. Die Verhandlungen scheiterten zunächst an den Bedingungen Sigismunds. Nachdem Annas Schwester Elisabeth 1437 geboren worden war, wurde ein Doppelheiratsprojekt erwogen: Anna sollte Władysław heiraten, Elisabeth dessen Bruder Kasimir. Der Tod Sigismunds und die Auseinandersetzungen um sein Erbe machten die beteiligten Parteien jedoch vorübergehend zu Gegnern. Auch ein erneuter Versuch im Jahr 1439 scheiterte am Widerstand deutscher Fürsten, die eine Verbindung Annas mit dem sächsischen Prinzen Wilhelm unterstützten. Während ihre Schwester 1439 von Wien nach Ungarn zu ihrer Mutter gebracht wurde, kam Anna an den sächsischen Hof, in die Familie ihres dort favorisierten künftigen Bräutigams. Nach dem Tod ihres Vaters im Oktober 1439 verschärften sich die Konflikte um die ungarische Thronfolge. 1440 wurde Władysław III. zum ungarischen König gewählt, doch die Geburt von Annas jüngerer Bruder Ladislaus, genannt Ladislaus Postumus, veränderte die politische Lage. Seine Anhänger wollten die Ansprüche der Jagiellonen nicht durch eine Heirat legitimieren. Zugleich betrachteten die ungarischen Stände Annas Mutter Elisabeth als rechtmäßige Erbin und drängten sie zu einer Ehe mit Władysław. Elisabeth stimmte scheinbar zu, widerrief ihr Versprechen jedoch nach der Geburt ihres Sohnes und erklärte, sie habe nur unter Zwang gehandelt. Das Land spaltete sich, bis schließlich ein durch päpstliche Vermittlung geförderter Ausgleich erreicht wurde. Am 13. Dezember 1442 wurde Anna im Rahmen dieses Ausgleichs mit Władysław verlobt; ihre Schwester Elisabeth sollte Kasimir heiraten. Die Tatsache, dass Anna bereits Wilhelm von Sachsen versprochen war und am sächsischen Hof lebte, stand dem nicht grundsätzlich entgegen, da Mehrfachverlobungen aus politischen Gründen damals möglich waren. Der Tod Elisabeths von Luxemburg wenige Tage später setzte dem Abkommen jedoch enge Grenzen. Władysław fiel 1444 in der Schlacht bei Warna, sodass die geplante Ehe mit Anna nie zustande kam. Nur die Verbindung ihrer Schwester mit Kasimir wurde später verwirklicht. Nach Władysławs Tod wurde Anna erneut mit Wilhelm verlobt. Die beiden heirateten schließlich 1446, als eine Rückkehr Władysławs und sein Überleben nicht mehr als wahrscheinlich galten. Aus der Ehe gingen zwei Töchter hervor: Margarete, die später den brandenburgischen Kurfürsten Johann Cicero heiratete, und Katharina, die mit Herzog Heinrich II. von Münsterberg verheiratet wurde. Über Margarete war Anna unter anderem die Großmutter des brandenburgischen Kurfürsten Joachim I., von Anna von Hohenzollern und des Mainzer Erzbischofs Albrecht. Als Annas Bruder Ladislaus Postumus am 23. November 1457 starb, nahm sie als seine gesetzliche Erbin die Titel einer geborenen Königin von Ungarn, Böhmen, Kroatien und Dalmatien sowie die Titel einer Herzogin von Österreich und Luxemburg und einer Markgräfin von Mähren an. Ihr Ehemann Wilhelm bezeichnete sich als ihren rechtmäßigen Vormund und versuchte, in ihrem Namen die ungarische und böhmische Krone zu erlangen. Gegenüber dem ungarischen König Matthias Corvinus blieb dieser Versuch erfolglos. Wilhelm entsandte keine Vertreter zur ungarischen Königswahl im Januar 1458, sondern wandte sich an Kaiser Friedrich III., der früher Annas Vormund gewesen war. Dieses Vorgehen verärgerte die ungarischen Stände und kostete Zeit. Auch Friedrich III. wurde gegen Wilhelm aufgebracht, weil dieser zusätzlich das österreichische Erbe beanspruchte, obwohl es nur über die männliche Linie vererbt werden konnte. Obwohl Anna ihre politischen Ansprüche nicht durchsetzen konnte, führte sie den Titel „Königin von Ungarn und Böhmen“ bis zu ihrem Tod im Jahr 1462 weiter.

Quelle: Habsburg Anna magyar hercegnő (hu, 29242977). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0