Person

Anna von Österreich

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Geburt

  1. 16.08.1573

Tod

  1. 10.02.1598

Porträt von Anna von Österreich
Bildnachweis

Italian: Ritratto di Anna d'Austria, Regina di Polonia (1573-1598) Portrait of Anne of Austria, Queen of Poland (1573-1598) title QS:P1476,it:"Ritratto di Anna d'Austria, Regina di Polonia (1573-1598) " label QS:Lit,"Ritratto di Anna d'Austria, Regina di Polonia (1573-1598) " label QS:Len,"Portrait of Anne of Austria, Queen of Poland (1573-1598)" label QS:Lpl,"Portret królowej Anny Austriaczki (1573-1598)."

Martin Kober

File:Kober, Martin - Portrait of Anna of Austria, Queen of Poland.JPG

Bildquelle: File:Anna Austriaczka.JPG · Lizenz: Public domain

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Biografie

Anna von Österreich wurde am 16. August 1573 in Graz als älteste Tochter des Erzherzogs Karl II. von Österreich-Steiermark und seiner Frau Maria Anna geboren. Sie entstammte dem Haus Habsburg und wuchs mit vierzehn Geschwistern auf, darunter der spätere Kaiser Ferdinand II. In der Familie wurde sie „Andle“ genannt. Ihre Mutter erzog die Kinder streng katholisch und legte großen Wert auf eine umfassende religiöse und geistige Bildung. Anna erhielt unter anderem gründlichen Lateinunterricht und erlangte darin ungewöhnlich gute Kenntnisse. Später übersetzte sie große Teile der Lebensbeschreibung des Jesuitengründers Ignatius von Loyola ins Deutsche. Daneben lernte sie die damals als wichtige weibliche Fähigkeiten geltenden Tätigkeiten wie Nähen und Kochen. Schon in ihrer Kindheit wurde über Annas künftige Heirat nachgedacht. 1577 verhandelte der päpstliche Gesandte Antonio Possevino mit dem schwedischen König Johann III. über mögliche Verbindungen zwischen den Familien. Damals schien Schweden unter Johann III. und seiner polnischen Frau Katharina Jagiellonica für den katholischen Einfluss offen zu sein. Papst Gregor XIII. unterstützte deshalb den Plan, Anna mit dem einzigen Sohn des schwedischen Königspaares, Sigismund, zu verheiraten. Possevino ließ sich sogar ein Bild der jungen Anna anfertigen, um es am schwedischen Hof vorzuzeigen. Der Heiratsplan blieb jedoch lange unsicher. Nach einer schweren Erkrankung Annas im Jahr 1579 wurde zeitweise eine Ehe mit dem lothringischen Prinzen Heinrich erwogen. Damit sollte der wachsende französische Einfluss auf Lothringen begrenzt werden. Anna reiste 1585 mit ihren Eltern zunächst nach Wien und anschließend an den kaiserlichen Hof in Prag. 1586 nahm die polnische Königin Anna Jagiellonica die Verbindung mit Sigismund wieder auf. Auch nach dessen Wahl zum polnischen König im August 1587 wurde darüber weiter verhandelt. Annas Eltern bevorzugten zunächst weiterhin den lothringischen Heiratsplan, während politische Auseinandersetzungen in Polen und die habsburgfeindliche Haltung des Großkanzlers Jan Zamoyski zusätzliche Hindernisse bildeten. Nachdem der Plan mit Heinrich von Lothringen gescheitert war, wurden 1589 erneut Vorbereitungen für eine Ehe zwischen Sigismund und einer Tochter Karls II. und Maria Annas getroffen. Im März 1591 warb Kardinal Georg Radziwill in Graz im Namen des polnischen Königs um eine der Töchter. Sigismund entschied sich schließlich ausdrücklich für die älteste, Anna. Sie selbst war zunächst wenig geneigt, da sie wegen des weiterhin lutherisch geprägten Schweden religiöse Bedenken hatte. Dennoch musste sie sich den Weisungen Kaiser Rudolfs II. fügen. Am 5. Mai 1592 wurde Anna in Wien stellvertretend mit Sigismund vermählt. Danach reiste sie mit ihrer Mutter und einem prächtigen Gefolge nach Krakau. Dort wurde sie von Sigismund empfangen und am 31. Mai in der Kathedrale von Krakau in einer von Kardinal Radziwill geleiteten Zeremonie persönlich mit ihm verheiratet. Im Zusammenhang mit der Eheschließung verzichtete Anna auf ihre Ansprüche auf das österreichische Erbe, während Sigismund seinerseits entsprechende Verpflichtungen einging. Die Hochzeit wurde mehrere Tage lang mit weiteren Festlichkeiten begangen. Die Ehe dauerte wegen Annas frühem Tod nur knapp sechs Jahre, galt aber als ausgesprochen harmonisch. Anna war für Sigismund, dessen Regierung von zahlreichen Schwierigkeiten geprägt war, eine verlässliche Stütze. Zeitgenossen beschrieben sie zwar als wenig attraktiv und körperlich etwas verwachsen, zugleich aber als intelligent und klug. Ihre tiefe Religiosität zeigte sich in einem schlichten Lebensstil und in ihrem karitativen Engagement. In Warschau stellte sie ihrem Beichtvater Geld für den Bau von Wohnungen und Krankenhäusern für Bedürftige zur Verfügung. Außerdem ließ sie regelmäßig zwölf arme Menschen bewirten. Nach dem Tod seines Vaters Johann III. im November 1592 wollte Sigismund nach Schweden reisen, um dort die Herrschaft zu übernehmen. Zunächst wartete er jedoch die Geburt des ersten Kindes ab. Im Sommer 1593 fuhr Anna schließlich gemeinsam mit ihm nach Schweden. Den Königspalast in Stockholm empfand sie als unbehaglich. Vor allem lehnte sie als überzeugte Katholikin die protestantischen Verhältnisse des Landes entschieden ab. Da es nur wenige katholische Kirchen gab, besuchte sie die Morgenmesse in der ehemaligen Hofkapelle. Anna war Sigismunds engste Vertraute und spielte auch politisch eine wichtige Rolle. Gemeinsam mit ihrem Beichtvater, dem Jesuiten Sigismund Ehrenhöffer, vermittelte sie Informationen zwischen dem König und dem päpstlichen Gesandten Germanico Malaspina. Dem protestantischen Herzog Karl, Sigismunds Onkel, misstraute sie, da dieser gegen den König agitierte. Sigismund wollte sich nicht von einem protestantischen Bischof krönen lassen, musste angesichts des starken Widerstands jedoch nachgeben. Anna betrachtete die schließlich am 19. Februar 1594 im Dom zu Uppsala vollzogene, mehr als vier Stunden dauernde Krönung als eine religiös leere Zeremonie. Während ihres Aufenthalts in Schweden war Anna mehrfach schwanger und gesundheitlich belastet. Im April 1594 brachte sie ihre Tochter Katharina zur Welt. Das schwache Kind wurde notgetauft und starb weniger als einen Monat später. Anna kümmerte sich selbst um die Einbalsamierung und ließ den Leichnam in einem Zinnsarg nach Polen bringen, wo das Mädchen in Krakau beigesetzt wurde. Im August 1594 konnte Anna Schweden mit ihrem Mann verlassen und nach Polen zurückkehren. Im Juni 1595 gebar sie in Krakau den Thronfolger Władysław. Eine weitere Tochter namens Katharina starb im Juni 1597 im Alter von weniger als einem Jahr. Im Winter 1597/98 erkrankte Anna während ihrer fünften Schwangerschaft an einer grippeähnlichen Krankheit. Sie starb am 10. Februar 1598 im Alter von nur 24 Jahren in Warschau. Der ihrem Körper entnommene Sohn wurde noch am selben Tag auf den Namen Christoph getauft, starb jedoch ebenfalls. Anna wurde in der Wawel-Kathedrale zu Krakau beigesetzt. Eine fehlerhafte Altersangabe auf ihrem Sarg führte später zu der Annahme, sie sei bereits 1567 geboren worden. Sigismund trauerte tief um seine Frau und heiratete erst 1605 erneut. Auf den Rat seiner Schwiegermutter Maria Anna vermählte er sich mit Konstanze, einer Schwester Annas. Von den fünf Kindern Annas und Sigismunds erreichte nur Władysław das Erwachsenenalter. Er wurde später König von Polen und russischer Zar und blieb damit der wichtigste dynastische Nachfolger seiner Mutter.

Quelle: Anna von Österreich (1573–1598) (de, 260496908). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0