
Bildnachweis
Schieringersalbrecht2
Artist: Julius Scholtz (1825-1893)
Image, Page 87 of text: Fryslan, staat en macht 1450-1650: Bijdragen aan het historisch congres te Leeuwarden van 3 tot 5 juni 1998, Fryske Akademy (1999)
Bildquelle: File:Schieringersalbrecht2.jpg · Lizenz: Public domain
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Biografie
Albrecht der Beherzte, lateinisch Albertus Animosus, wurde am 31. Juli 1443 im Schloss zu Grimma als jüngerer Sohn des sächsischen Kurfürsten Friedrich des Sanftmütigen geboren. Er wurde Herzog von Sachsen, Gubernator von Friesland und Begründer der albertinischen Linie des Hauses Wettin. Als Markgraf von Meißen wird er auch als Albrecht III. gezählt. Seinen Beinamen erhielt er wegen seiner Entschlossenheit und Geistesgegenwart, die sich bereits in seiner Kindheit zeigte.
1455 wurde der elfjährige Albrecht gemeinsam mit seinem älteren Bruder Ernst im sogenannten Sächsischen Prinzenraub aus dem Schloss Altenburg entführt. Der Ritter Kunz von Kauffungen brachte die beiden Jungen an sich, doch Albrecht bewies während der gefährlichen Unternehmung jene Umsicht, für die er später bekannt wurde. Einen Teil seiner Jugend verbrachte er am Hof Kaiser Friedrichs III. in Wien. Am 11. November 1459 heiratete er in Eger Zdena, auch Sidonie genannt, eine Tochter des böhmischen Königs Georg von Podiebrad. Die Eheschließung besiegelte einen bereits zuvor vereinbarten Vertrag; vollzogen wurde die Ehe allerdings erst am 11. Mai 1464 auf der Burg Tharandt.
Nach dem Tod seines Vaters im Jahr 1464 übernahm Albrecht gemeinsam mit Ernst die Regierung Sachsens. Die Brüder traten zunächst gemeinschaftlich auf und prägten die Entwicklung des Landes durch mehrere Bau- und Verwaltungsprojekte. 1468 begannen sie mit dem umfassenden Umbau des Dresdner Residenzschlosses. Drei Jahre später ließen sie in Meißen anstelle der älteren Burg ein neues Residenzschloss errichten, das ab 1676 den Namen Albrechtsburg trug. 1472 erwarb Albrecht von Herzog Johann II. von Sagan das schlesische Herzogtum Sagan als Lehen. Es blieb bis 1549 im Besitz seiner Nachkommen.
Nach dem Tod seines Schwiegervaters bewarb sich Albrecht 1471 um die böhmische Krone, blieb mit diesem Vorhaben jedoch erfolglos. Gemeinsam mit Ernst und ihrem Onkel Wilhelm III. wirkte er außerdem an einer Neuordnung des sächsischen Münzwesens mit. Die Leipziger Münzreform von 1465 führte den Horngroschen ein. Weil die Bevölkerung dem aus legiertem Silber bestehenden Geld misstraute, wurde dieser Münztyp 1474 durch den kleineren Spitzgroschen aus Feinsilber ersetzt. Auch nach der späteren Landesteilung behielten beide Brüder grundsätzlich das Münzrecht.
Ein besonderes religiöses und politisches Unternehmen war Albrechts Pilgerreise ins Heilige Land. Am 5. März 1476 brach er mit 119 Begleitern in Dresden auf. Die Reise führte über zahlreiche Stationen im Reich und in Italien nach Venedig. Von dort setzte die Gruppe mit dem Schiff nach Jaffa über und reiste weiter nach Jerusalem. Auf dem Rückweg gelangten die Pilger erneut über Venedig und den Kaiserhof in Wien nach Sachsen, wo sie am 5. Dezember wieder in Dresden eintrafen. Der Landrentmeister Hans von Mergenthal hielt die Reise in einem Bericht fest.
Die Erweiterung der Mark Meißen um die Landgrafschaft Thüringen im Jahr 1483 machte eine Neuordnung des gemeinsamen Besitzes notwendig. Im Leipziger Teilungsvertrag vom 26. August 1485 wurden die Herrschaftsbereiche zwischen Ernst und Albrecht aufgeteilt. Die beiden Hauptlose waren Meißen und Thüringen. Albrecht entschied sich für Meißen, das als wirtschaftlich und politisch vorteilhafter galt, und verpflichtete sich deshalb zu einer Ausgleichszahlung von 100.000 Gulden. Die Hälfte zahlte er in bar, die andere Hälfte durch die Abtretung des Amtes Jena. Zwischen den beiden Linien entstand dadurch eine dauerhafte Spannung, die mehrere Jahrzehnte später unter Albrechts Enkel Moritz zum offenen Bruch führte. Dresden wurde Albrechts Residenz; zuvor hatte er sich häufig auf der Burg Tharandt aufgehalten.
Albrecht war den Habsburgern eng verbunden. Kaiser Friedrich III. ernannte ihn zum „gewaltigen Marschall und Bannerträger“. 1475 kämpfte er gegen Karl den Kühnen von Burgund. 1480 und 1487 führte er das Reichsheer gegen den ungarischen König Matthias, konnte dort jedoch nichts ausrichten, weil der Kaiser ihn ohne ausreichende Unterstützung ließ.
Eine neue Phase begann 1488, als Albrecht nach Flandern zog, um den von Bürgern in Brügge gefangenen späteren Kaiser Maximilian I. zu befreien. Als Gegenleistung erhielt er weitreichende politische und militärische Vollmachten in den burgundischen Niederlanden. 1498 wurde er außerdem mit dem erblichen Gubernatoramt über Friesland belehnt. Dabei handelte es sich nicht um erbliches Eigentum, sondern um ein kaiserliches Lehen, dessen Gebiete zunächst militärisch unterworfen werden mussten.
Während Albrechts Abwesenheiten vertrat ihn in Sachsen zeitweise sein Sohn Georg der Bärtige. In Friesland wurde Franeker zum wichtigsten Aufenthaltsort; dort setzte Albrecht seinen Sohn Heinrich den Frommen als Statthalter ein. Verwaltung, Rechtsprechung und Finanzwesen wurden teilweise nach sächsischem Vorbild geordnet und mit sächsischen Amtsträgern besetzt. Heinrichs Steuerforderungen und Eingriffe in überlieferte friesische Rechte verstärkten jedoch den Widerstand der Bevölkerung. Als Albrecht wegen eines Landtags nach Leipzig reiste, erhoben sich die Friesen erneut und belagerten Heinrich in Franeker. Albrecht kehrte mit einem Entsatzheer zurück und befreite die Stadt. Während des anschließenden Feldzugs gegen Groningen brach im sächsischen Heer eine Seuche aus. Albrecht starb am 12. September 1500 in Emden an den Folgen der Krankheit.
Sein Leichnam wurde im Meißner Dom beigesetzt; Herz und Eingeweide verblieben nach damaligem Brauch in der Großen Kirche zu Emden. Die sächsische Herrschaft in Friesland blieb umstritten und führte später zur Sächsischen Fehde von 1514 bis 1517.
In Sachsen bemühte sich Albrecht um eine stärkere Ordnung, Zentralisierung und Reform der Rechtspflege und Landesverwaltung. Seine häufigen Abwesenheiten und die hohen Kosten seiner kaiserlichen Dienste wurden allerdings von den sächsischen Ständen kritisiert. Sein 1499 geschlossener Erbvertrag, der später bestätigt wurde, gilt als erster Versuch, in Sachsen die Primogeniturerbfolge einzuführen. Danach sollte Georg die meißnisch-thüringischen Gebiete und Heinrich Friesland erhalten. Für den Fall eines Gebietsverlustes war ein gegenseitiger Ausgleich vorgesehen; erbte ein Bruder jedoch die Länder des anderen, sollte allein der älteste Sohn nachfolgen.
Albrecht und Zdena hatten mehrere Kinder: Katharina, die Siegmund, Erzherzog von Österreich, heiratete, Georg den Bärtigen, Heinrich den Frommen sowie Friedrich von Sachsen, der Hochmeister des Deutschen Ordens wurde. Die nach Albrecht benannte Albrechtsburg in Meißen erinnert bis heute an seine Herrschaft und seine Bautätigkeit.
Quelle: Albrecht der Beherzte (de, 266819306). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0