Person

Wilhelm in Bayern

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Geburt

  1. 10.11.1752

Tod

  1. 08.01.1837

Porträt von Wilhelm in Bayern
Bildnachweis

Wilhelm in Bayern

Unidentified engraver

http://www.duesseldorf.de/lib_neu/html/grafik.shtml?/stadtmuseum/sammlung/05/101/../../grafik/20009_gross.jpg+Wilhelm%20Herzog%20in%20Bayern%20(1752-1837)

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Biografie

Wilhelm in Bayern, mit vollständigem Namen Wilhelm von Zweibrücken-Birkenfeld zu Gelnhausen, wurde am 10. November 1752 in Gelnhausen in der Landgrafschaft Hessen-Kassel geboren. Er entstammte dem pfalz-birkenfeld-gelnhausischen Zweig des Hauses Wittelsbach und führte später die Titel eines rheinischen Pfalzgrafen und Herzogs von Gelnhausen. Sein Vater war Johann von Zweibrücken-Birkenfeld zu Gelnhausen, Wild- und Pfalzgraf sowie Herzog von Gelnhausen. Seine Mutter, Sophie Charlotte, war eine geborene Gräfin von Salm-Dhaun. Von den Geschwistern des Paares erreichten nur drei das Erwachsenenalter. Zu ihnen gehörten Johann Karl Ludwig, der kaiserliche Generalmajor wurde, und Luise, die den Fürsten Heinrich XXX. Reuß zu Gera heiratete. Gelnhausen, Wilhelms Geburtsort, war einst eine freie Reichsstadt gewesen. Bis zu seiner Geburt hatte die Stadt durch Verpfändungen und Erbfälle mehrfach den Besitzer gewechselt. 1746 erwarb die Landgrafschaft Hessen-Kassel auch die letzten Gebiete der Stadt von der Kurpfalz, sodass Gelnhausen 1752 zu Hessen-Kassel gehörte. Wilhelm lebte später in Landshut. Bereits 1778 wurde er zum Ehrenmitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften gewählt. Am 30. Januar 1780 heiratete Wilhelm in Mannheim Maria Anna von Pfalz-Zweibrücken-Birkenfeld, eine rheinische Pfalzgräfin. Sie war die Tochter des Pfalzgrafen und kaiserlichen Feldmarschalls Friedrich Michael von Zweibrücken-Birkenfeld und dessen Frau Maria Franziska von Sulzbach. Maria Anna war außerdem die Schwester von Karl August, Herzog von Pfalz-Zweibrücken, und von Maximilian Joseph, der später Kurfürst und König von Bayern wurde. Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor. Ein Sohn starb bereits 1782 unmittelbar nach seiner Geburt. Die Tochter Maria Elisabeth wurde 1784 geboren und heiratete 1808 Louis-Alexandre Berthier, den französischen Marschall sowie Fürsten von Wagram und Neuchâtel. Der Sohn Pius August, geboren 1786, heiratete 1807 Amalia Luise von Arenberg und wurde später der Großvater väterlicherseits der Kaiserin und Königin Elisabeth. Wilhelms Leben war eng mit der Erbfolgekrise der Wittelsbacher im späten 18. Jahrhundert verbunden. 1742 war mit dem kinderlosen Tod des pfälzischen Kurfürsten Karl III. Philipp die in der Kurpfalz regierende Linie Neuburg ausgestorben. Die Nachfolge übernahm Karl Theodor aus der sulzbachischen Linie. Auch in Bayern erlosch 1777 mit dem kinderlosen Tod des Kurfürsten Maximilian III. Joseph die dort regierende Linie. Aufgrund eines bereits 1766 geschlossenen Erbvertrags fiel Bayern ebenfalls an Karl Theodor, der damit die pfälzischen und bayerischen Besitzungen der Wittelsbacher unter seiner Herrschaft vereinigte. Da auch Karl Theodor keine lebenden Kinder hatte, blieb die Erbfolge unsicher. Nach längeren Verhandlungen schloss Wilhelm, der als Angehöriger der zweibrücken-birkenfeldischen Linie zu den möglichen Erben des bayerischen Kurfürstenthrons gehörte, 1797 in Ansbach mit seinem Schwager Maximilian Joseph einen neuen Familienvertrag. Dieser sogenannte Ansbacher Hausvertrag legte fest, dass die gesamten Besitzungen des Hauses Wittelsbach nur geschlossen und ungeteilt vererbt werden durften. Damit sollte eine weitere Zersplitterung der wittelsbachischen Länder verhindert werden. Als Karl Theodor am 16. Februar 1799 ohne Nachkommen starb, erbte Maximilian Joseph dessen Herrschaft über die Kurpfalz und Bayern. Am selben Tag erhielt Wilhelm als Ausgleich für seinen Verzicht auf den bayerischen Thron die erbliche Würde eines „Herzogs in Bayern“. Dieser Titel bezeichnete einen nicht regierenden Herzog und ist von „Herzog von Bayern“, dem Titel der regierenden bayerischen Herzöge, zu unterscheiden. Wilhelm war der erste Träger dieser neuen herzoglichen Würde. Im Jahr 1803 wurde seine finanzielle Ausstattung in einer Vereinbarung über die herzoglichen Apanagen geregelt. Als Schwager des regierenden Kurfürsten erhielt Wilhelm die Einkünfte des Herzogtums Berg und zugleich dessen Statthalteramt. Berg war während des Ersten Koalitionskriegs 1795 von französischen Revolutionstruppen erobert worden. Nach dem Frieden von Lunéville fiel das Herzogtum 1801 an die Kurpfalz und Bayern zurück. Wilhelm regierte Berg ab dem 17. Dezember 1803 im Namen des Kurfürsten. Da das Düsseldorfer Schloss während der Belagerung zerstört worden war, wohnte Wilhelm zunächst in Gasthäusern. Später residierte er im Statthalterpalais an der Mühlenstraße und im Schloss Benrath im Süden der Stadt. Seine Tätigkeit in Berg endete 1806. Am 13. Januar wurde Maximilian Joseph in Gegenwart von Napoleons Beauftragten zum König von Bayern gekrönt. Am 15. März trat er das Herzogtum Berg an Napoleon ab und erhielt dafür das Markgraftum Ansbach. Fünf Tage später rief er Wilhelm als Statthalter zurück. Nach der Säkularisation in Bayern erwarb Wilhelm ab 1813 das Kloster Banz bei Staffelstein und ließ es zu einem Schloss umgestalten. Das Gebäude übergab er später wieder der Kirche, während die früheren Waldungen des Klosters im Besitz seiner herzoglichen Familie blieben. Wilhelm lebte anschließend bis zu seinem Tod am 8. Januar 1837 in Landshut. Er wurde in der Familiengrablege der nicht regierenden Herzöge in Bayern nahe dem Tegernsee beigesetzt. Seiner eigenen Verfügung entsprechend brachte man seine Herzurne in das Kloster Banz, wo sie in der Kirche St. Dionysius und St. Petrus aufgestellt wurde.

Quelle: Vilmos bajor herceg (hu, 28844707). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0