Biografie
Pius August in Bayern wurde am 1. August 1786 in Landshut im Kurfürstentum Bayern geboren. Er entstammte dem pfalz-birkenfeld-gelnhausischen Zweig des Hauses Wittelsbach. Sein Vater war Wilhelm, Herzog in Bayern und Pfalzgraf von Gelnhausen, seine Mutter Maria Anna von Pfalz-Zweibrücken. Sie war eine Schwester des späteren bayerischen Kurfürsten und Königs Maximilian Joseph. Von den drei Kindern des Ehepaares erreichten neben Pius August nur seine ältere Schwester Maria Elisabeth Amalie Franziska das Erwachsenenalter; ein weiterer Sohn starb bereits als Kleinkind.
Die Lebenswege der beiden überlebenden Geschwister waren eng mit den politischen Verhältnissen ihrer Zeit verbunden. 1806 traten sowohl das Königreich Bayern als auch das Herzogtum Arenberg dem Rheinbund bei, der unter dem Einfluss Napoleons stand. 1808 heiratete Pius Augusts Schwester den französischen Marschall Louis-Alexandre Berthier, der die Titel eines Fürsten von Wagram und von Neuchâtel trug. Pius August selbst heiratete bereits am 26. Mai 1807 in Brüssel Amalia Luise, eine Prinzessin von Arenberg.
Amalia Luise war die Tochter des Herzogs Louis Marie von Arenberg und Marie Adélaïde Julie de Mailly-Nesle. Die Ehe galt als unglücklich. Aus ihr ging nur ein Kind hervor: Maximilian Joseph, genannt Max Joseph, der 1808 geboren wurde und später eine bedeutende Rolle in der europäischen Dynastiegeschichte spielte. 1828 heiratete er Ludovika Wilhelmine von Bayern, eine Tochter des bayerischen Königs Maximilian Joseph. Eine ihrer Töchter war Elisabeth, die später als Kaiserin von Österreich und Königin von Ungarn bekannt wurde.
Pius August schlug eine militärische Laufbahn in der bayerischen Armee ein. Er erhielt den Rang eines Generalmajors und wurde Inhaber des in Bayreuth stationierten 8. Infanterieregiments, also dessen Ehrenkommandant. 1815 wählte ihn die Bayerische Akademie der Wissenschaften zum Ehrenmitglied.
Sein persönliches Verhalten war jedoch von Aggressivität und Gewalt geprägt. Er provozierte häufig Schlägereien, sowohl zu Hause als auch auf offener Straße. Dabei misshandelte er nicht nur Bedienstete und Passanten, sondern auch seine Ehefrau und seinen Sohn. Wegen dieser Gewalttätigkeit wurde er mehrmals auf Anordnung seines mütterlichen Onkels, König Maximilian Joseph, inhaftiert.
Die Erziehung seines Sohnes Max Joseph übernahm weitgehend Pius Augusts Vater Wilhelm. Dieser bemühte sich, den Jungen vom unzuverlässigen und gewalttätigen Vater fernzuhalten. Als sich die familiäre Situation weiter verschärfte, ordnete der König 1817 an, den damals neunjährigen Max Joseph nach München zu schicken. Dort sollte er im Königlichen Erziehungsinstitut für Studierende in einer geordneten und geschützten Umgebung aufwachsen. Erst nach drei Jahren, im Jahr 1820, besuchte der Junge seine Eltern wieder.
Amalia Luise starb 1823. Nach ihrem Tod lebte Pius August als Witwer zurückgezogen in Bayreuth. Dort starb er am 3. August 1837, einen Tag nach seinem 51. Geburtstag. Seine letzte Ruhestätte fand er im Benediktinerkloster Banz in der Nähe von Bamberg.
Quelle: Piusz Ágost bajor herceg (hu, 28843994). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0