
Bildnachweis
Josefa, Erzherzogin von Österreich
Attributed to Johann Christoph von Reinsperger
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Bildquelle: File:Maria Josepha of Austria, miniature - Hofburg.jpg · Lizenz: Public domain
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Biografie
Erzherzogin Maria Josepha von Österreich, mit vollständigem Namen Maria Josefa Gabriella Johanna Antonia Anna, wurde am 19. März 1751 in der Wiener Hofburg geboren. Sie war das zwölfte Kind und die neunte Tochter von Kaiser Franz I. Stephan, dem römisch-deutschen Kaiser, und Kaiserin Maria Theresia. Als Tochter des Herrscherpaares trug sie von Geburt an den Titel einer Erzherzogin von Österreich. Nach ihr kamen noch vier Geschwister zur Welt: Maria Karolina 1752, Ferdinand Karl 1754, Maria Antonia 1755 und Maximilian Franz 1756.
Maria Josepha verbrachte mit ihren zahlreichen Geschwistern den Winter in der Hofburg. Die Sommermonate lebte die Familie abwechselnd im Schloss Schönbrunn und im Schlosskomplex von Laxenburg. Gemeinsam mit ihren Geschwistern wuchs sie in der sogenannten Kindskammer auf. Für ihre allgemeine Erziehung war Gräfin Lerchenfeld verantwortlich, die auch Maria Josephas ein Jahr ältere Schwester Maria Johanna betreute. Zwischen den beiden Mädchen bestand eine besonders enge Verbindung: Sie wurden gemeinsam erzogen und unterrichtet, teilten dieselben Lehrer und nahmen begeistert an höfischen Festlichkeiten teil. Beide galten als fleißig und entwickelten zudem eine Vorliebe für das Schauspiel.
Die Ausbildung der kaiserlichen Kinder umfasste Geschichte, Geografie, Theologie, Landvermessung und Mathematik. Außerdem lernten sie Englisch, Deutsch, Französisch, Italienisch, Latein, Spanisch und Griechisch. Maria Josepha stand ihrem Bruder, Erzherzog Joseph, besonders nahe und war dessen Lieblingsschwester. Nach dem Tod seiner Schwägerin, Prinzessin Isabella von Parma, nahm sie neben ihrer Mutter, ihrer Nichte und ihrer Schwester eine herausragende Stellung unter den Frauen am Wiener Hof ein. Diese Position verlor sie im Mai 1767, als Erzherzog Joseph seine zweite Cousine, Maria Josepha von Bayern, heiratete.
Für Maria Josepha war jedoch bereits eine politische Heiratsverbindung vorgesehen. Maria Theresia wollte zunächst ihre Tochter Maria Amalia mit König Ferdinand IV. von Neapel und Sizilien verheiraten. Ferdinands Vater, König Karl III. von Spanien, lehnte diesen Plan jedoch wegen des Altersunterschieds von fünf Jahren ab. Daraufhin wurde Maria Josepha als nächstälteste geeignete Tochter für die Verbindung ausgewählt. Sie und Ferdinand waren gleich alt, und Maria Josepha wurde als ausgesprochen hübsch und von gefügigem Wesen beschrieben.
Ihre Mutter ließ sie gezielt auf die künftige Rolle als Königin-Gemahlin von Neapel vorbereiten. Gräfin Lerchenfeld sollte sie auf dieses „politische Opfer“ einstellen und ihr jene Eigenschaften vermitteln, die sie am neapolitanischen Hof benötigte. Maria Theresia legte besonderen Wert auf Frömmigkeit, Selbstständigkeit und ein höfisch angenehmes Auftreten. Ihre Tochter galt als zurückhaltend und bisweilen eigensinnig; deshalb sollte sie lernen, lebhafter, entgegenkommender und unabhängiger zu werden. Für die freie Zeit empfahl die Kaiserin Lesen, Malen und Musik, da sie Müßiggang als schädlich betrachtete.
Die geplante Hochzeit kam jedoch nicht zustande. Maria Josepha hatte seit dem Tod ihrer älteren Schwester Maria Johanna Gabriela im Jahr 1762 große Angst davor, an Pocken zu erkranken. Ihre Furcht erfüllte sich 1767. Am Tag, an dem sie Wien verlassen und über die Alpen nach Neapel reisen sollte, erkrankte sie schwer an der Krankheit und starb am 15. Oktober 1767 im Alter von 16 Jahren.
Eine verbreitete Überlieferung führte ihre Ansteckung darauf zurück, dass Maria Theresia ihre Tochter zum Gebet am nicht ordnungsgemäß verschlossenen Grab der kurz zuvor an Pocken verstorbenen Schwägerin, Kaiserin Maria Josepha, gedrängt habe. Da der Ausschlag jedoch erst zwei Tage nach Maria Josephas Besuch des Gewölbes auftrat und die Inkubationszeit der Krankheit ungefähr eine Woche beträgt, muss die Ansteckung bereits vor diesem Besuch erfolgt sein.
Maria Josepha starb, an ihren Bruder Joseph geklammert. Sie wurde in der Wiener Kaisergruft im Gewölbe Nummer 46 beigesetzt. Nach ihrem Tod übernahm ihre jüngere Schwester Erzherzogin Maria Karolina die vorgesehene Rolle und wurde an ihrer Stelle mit dem König von Neapel verheiratet.
Maria Josephas Tod hinterließ offenbar auch bei ihrer jüngsten Schwester Maria Antonia einen tiefen Eindruck. Maria Antonia, die 1770 den späteren französischen König Ludwig XVI. heiratete, erinnerte sich später an eine Begegnung aus der Zeit von Maria Josephas Pockenerkrankung. Die sterbende Schwester habe sie in die Arme genommen und ihr gesagt, sie werde sie für immer verlassen – nicht nach Neapel, sondern in die Familiengruft. Maria Josepha blieb damit nicht nur als mögliche Königin von Neapel, sondern auch als früh verstorbene Tochter Maria Theresias und als geliebte Schwester im Gedächtnis ihrer Familie.
Quelle: Archduchess Maria Josepha of Austria (1751–1767) (en, 1358880625). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0
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