
Bildnachweis
Portrait of Rudolf IV. of Austria
Anonymous Unknown author , Prager oder Wiener Meister
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Bildquelle: File:Rudolf IV.jpg · Lizenz: Public domain
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Biografie
Rudolf IV., genannt „der Stifter“, wurde am 1. November 1339 in Wien als ältester Sohn Herzog Albrechts II. von Österreich und der Erbgräfin Johanna von Pfirt geboren. Er kam erst nach fünfzehnjähriger Ehe seiner Eltern zur Welt und übernahm 1358, nach dem Tod seines Vaters, die Herrschaft über Österreich, Kärnten und Steiermark. Ab 1359 bezeichnete er sich selbst als Erzherzog. 1363 erwarb er Tirol, 1364 kam außerdem das Herzogtum Krain unter seine Herrschaft. Bis zu seinem frühen Tod 1365 verfolgte Rudolf das Ziel, die Stellung seiner Dynastie, ihrer Länder und besonders Wiens zu stärken.
Im Juli 1357 heiratete Rudolf Katharina von Luxemburg, eine Tochter Kaiser Karls IV. Die Ehe blieb kinderlos. Das Verhältnis zu seinem mächtigen Schwiegervater war von Zusammenarbeit, aber auch von Konkurrenz geprägt. Karl hatte Prag zu einem bedeutenden politischen und kulturellen Zentrum ausgebaut; Rudolf bemühte sich, Wien zu einer ähnlich wichtigen Residenz zu machen. 1364 schlossen beide in Brünn einen Erbvertrag, der die gegenseitige Erbfolge der Habsburger und Luxemburger vorsah, falls eine der beiden Dynastien aussterben sollte. Dieser Vertrag bildete den Auftakt zu einer Reihe späterer Vereinbarungen zwischen den Häusern.
Rudolfs bekanntestes politisches Projekt war das Privilegium Maius von 1358/59. Dabei handelte es sich um eine Fälschung, die auf älteren Rechten Österreichs aufbaute und die habsburgischen Herzöge den Kurfürsten des Heiligen Römischen Reiches faktisch gleichstellen sollte. Die Herzöge von Österreich waren in der Goldenen Bulle nicht berücksichtigt worden. Karl IV. bestätigte das Privilegium als Ganzes nie, erkannte jedoch einzelne Forderungen in ursprünglicher oder abgeänderter Form an. Erst Rudolfs Großneffe Friedrich III. bestätigte die Urkunde 1442 und 1453; dadurch wurde schließlich auch der Erzherzogtitel reichsrechtlich anerkannt. Die Entstehung und politische Bedeutung des Privilegium Maius werden in der Forschung unterschiedlich bewertet.
Auch die kirchliche Stellung Wiens wollte Rudolf verbessern. Schon die Babenberger hatten versucht, die Stadt zu einem eigenen Bischofssitz zu machen und sie aus der Abhängigkeit vom Bischof von Passau zu lösen. Dieser Plan scheiterte erneut am Widerstand Passaus. Immerhin erhielt Rudolf 1358 die päpstliche Zustimmung zur Gründung eines eigenen Metropolitankapitels an der Wiener Stephanskirche. Dessen Propst trug den Titel Erzkanzler von Österreich, während die Domherren das Recht erhielten, rote Kleidung zu tragen. Unter Rudolf begann außerdem der Ausbau von St. Stephan. 1359 wurden der erste Spatenstich und die Grundsteinlegung für das hochgotische Langhaus vorgenommen. Am Kirchenportal ließ sich Rudolf gemeinsam mit seiner Ehefrau als Stifter darstellen. Auf diese Förderung der Kirche geht sein Beiname „der Stifter“ beziehungsweise „Fundator“ zurück.
Ein besonders wichtiger Erfolg war der Erwerb Tirols. Nach dem Tod Meinhards III., eines Tiroler Wittelsbachers und Ehemanns von Rudolfs Schwester Margarete, schloss Rudolf 1363 mit dessen Mutter Margarete von Tirol einen Erbvertrag. Damit fiel Tirol an Österreich und an das Haus Habsburg. Im folgenden Jahr belehnte Karl IV. Rudolf in Prag mit den Tiroler Reichslehen, wodurch der Übergang auch rechtlich abgesichert wurde. Die Herzöge von Bayern, die militärisch gegen die Übernahme vorgingen, verzichteten erst nach Rudolfs Tod endgültig auf Tirol; 1369 wurde der Konflikt im Frieden von Schärding beigelegt.
Rudolf erweiterte den habsburgischen Einfluss auch in anderen Gebieten. 1363 kaufte er die Herrschaft Neuburg am Rhein und fasste damit erstmals im Gebiet des späteren Vorarlberg Fuß. Im selben Jahr führten die sogenannten Trienter Kompaktate mit dem Bischof von Trient dazu, dass das reichsunmittelbare Hochstift in die habsburgische Einflusssphäre geriet.
Zu seinen langfristig bedeutenden Vorhaben gehörte die Gründung der Wiener Universität im Jahr 1365. Sie stand in Konkurrenz zur Universität in Prag und sollte Wien als Bildungs- und Kulturzentrum aufwerten. Die theologische Fakultät, die für viele Zeitgenossen erst den vollständigen Charakter einer Universität begründete, entstand allerdings erst 1384 unter seinem Nachfolger Albrecht III. Die Hochschule trägt bis heute den Namen Alma Mater Rudolphina.
Rudolfs Wirtschafts- und Sozialpolitik zielte darauf, die Herrschaft des Landesfürsten zu festigen und die finanziellen Grundlagen seiner Länder zu verbessern. Sein besonderes Augenmerk galt den Städten. Er verlieh mehreren Landstädten Sonderrechte, darunter Mürzzuschlag 1360 das Eisenrecht. Außerdem stärkte er die Kontrolle über Grundstücksgeschäfte, um eine zu große Ausweitung steuerfreien Kirchenbesitzes zu verhindern. Mit dem Wiener Pfennig gelang ihm zudem die Schaffung einer vergleichsweise stabilen Münzeinheit. Seine politischen und wirtschaftlichen Maßnahmen sollten helfen, die zahlreichen, weit verstreuten Besitzungen der Habsburger enger zu verbinden und ihre Verwaltung zu erleichtern.
Anfang Mai 1365 reiste Rudolf nach Mailand, um sich mit Konflikten in Friaul zu befassen. Wegen einer Erkrankung musste er die Reise zunächst in Tirol unterbrechen, erreichte aber in der zweiten Junihälfte Mailand. Dort erkrankte er erneut schwer und starb am 27. Juli 1365 im Alter von nur 25 Jahren. Sein Leichnam wurde mit Rotwein behandelt, in eine schwarze Rinderhaut eingenäht und in einem kostbaren, mit arabischen Inschriften versehenen Leichentuch über die Alpen nach Wien gebracht. Unter großer Anteilnahme wurde er in einem Kupfersarg in der Herzogsgruft des Stephansdoms beigesetzt. Das später errichtete Kenotaph diente wegen seiner langen Entstehungszeit nicht als eigentliches Grabmal.
Rudolf zählt zu den ersten mittelalterlichen Fürsten, die ihre Urkunden regelmäßig selbst unterschrieben. Sein Porträt, ein frühes abendländisches Halbfrontalbild, gilt als bedeutendes Werk der Kunstgeschichte. Später wurden ihm Denkmäler vor dem Wiener Rathaus und am Innsbrucker Rudolfsbrunnen gewidmet.
Seine Persönlichkeit lässt sich nur eingeschränkt beurteilen, da zeitgenössische Quellen meist seine politische Rolle und nicht seinen Charakter schildern. Die Geschichtsschreibung hat ihn häufig entweder auf seine Konkurrenz zu Karl IV., auf den Erzherzogtitel oder auf seine Bedeutung für Wien reduziert. Tatsächlich verfolgte Rudolf ein umfassenderes Programm: Er wollte aus den verstreuten habsburgischen Herrschaften eine besser zusammengehaltene politische Einheit formen. Viele seiner Pläne blieben wegen seines frühen Todes unvollendet, manche Maßnahmen wurden von seinen Brüdern Albrecht III. und Leopold III. verändert oder zurückgenommen. Dauerhafte Erfolge waren vor allem die Gewinnung Tirols und die Gründung der Wiener Universität. Sein Wirken war kurz, aber außerordentlich intensiv und prägte die Entwicklung der Habsburger und Wiens nachhaltig.
Quelle: Rudolf IV. (Österreich) (de, 264520655). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0
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