Biografie
Katharina von Luxemburg, auch Katharina von Böhmen genannt, wurde am 19. August 1342 in Prag geboren. Sie war die Tochter des römisch-deutschen Kaisers Karl IV. aus dem Haus Luxemburg und dessen erster Ehefrau Blanka von Valois. Katharina war die dritte Tochter des Kaisers und die zweite, die das Kindesalter überlebte. Schon wenige Monate nach ihrer Geburt wurde sie als mögliche Heiratspartnerin für verschiedene Fürstensöhne betrachtet. Solche Verbindungen dienten im mittelalterlichen Europa vor allem dazu, politische Bündnisse zu sichern und Erbansprüche zu ordnen.
1348 begannen Karl IV. und der österreichische Herzog Albrecht II. konkrete Verhandlungen über eine Ehe zwischen Katharina und Albrechts Sohn Rudolf. Am 5. Juni desselben Jahres wurde die sechsjährige Katharina mit dem damals achtjährigen Rudolf verlobt. Die Vereinbarung war Teil eines Bündnisses zwischen den Häusern Luxemburg und Habsburg. 1353 begleitete Katharina ihren Vater zu einem Fürstenkongress nach Wien. Obwohl sie erst elf Jahre alt war, nahm Karl IV. sie in seine politischen Überlegungen auf. Zwischen Vater und Tochter entstand eine enge Beziehung, die ihr ganzes Leben Bestand hatte. Im Juli 1353 wurde die Verbindung zwischen Katharina und Rudolf symbolisch bekräftigt; zugleich regelten beide Dynastien ihre gegenseitigen Erb- und Nachfolgeansprüche.
Am 13. Juli 1356 heiratete Katharina Rudolf IV. von Habsburg, der 1358 Herzog von Österreich wurde. Die Ehe war von Karl IV. arrangiert worden und sollte den Frieden zwischen Österreich und Luxemburg festigen. Als Herzog bemühte sich Rudolf, das Ansehen und den Rang seines Hauses zu erhöhen. Dazu berief er sich auf das sogenannte Privilegium maius, eine Sammlung von Urkunden, die erst im 19. Jahrhundert eindeutig als Fälschung erkannt wurde. Rudolf wollte damit unter anderem eine Stellung erreichen, die derjenigen der Kurfürsten gleichkam. Karl IV. verweigerte jedoch nach eingehender Prüfung die Anerkennung der Ansprüche.
Katharina spielte in diesem Konflikt eine wichtige vermittelnde Rolle. Sie verhinderte, dass der Streit zwischen ihrem Vater und ihrem Ehemann in einen militärischen Zusammenstoß mündete. Karl IV. ließ die umstrittenen Dokumente außerdem vom italienischen Gelehrten Francesco Petrarca prüfen, der die Unhaltbarkeit mehrerer darin erhobener Ansprüche bestätigte. Rudolf musste daraufhin auf den bereits offiziell geführten Titel eines Erzherzogs verzichten. Erst viele Jahrzehnte später wurden die gefälschten Urkunden von habsburgischen Herrschern offiziell anerkannt.
Auch Rudolfs Versuch, nach dem Tod Meinhards III. von Wittelsbach im Jahr 1363 Tirol zu erwerben, führte zu Spannungen zwischen dem Herzog und seinem Schwiegervater. Karl IV. befürchtete, dass seine eigenen politischen Pläne mit den Wittelsbachern gefährdet würden. Wieder gelang es Katharina, zwischen den beiden Männern zu vermitteln. In den folgenden Verträgen wurden weitreichende Erb- und Nachfolgeregelungen zwischen Luxemburg, Habsburg, den Wittelsbachern und den ungarischen Anjou festgelegt. Diese Vereinbarungen trugen zur späteren politischen Entwicklung der habsburgischen Herrschaft im Donauraum bei.
Rudolf IV. starb am 27. Juli 1365 nach neun Jahren kinderloser Ehe. Katharina kehrte kurz darauf zu ihrem Vater nach Prag zurück. Dort heiratete sie am 19. März 1366 Otto V. aus dem Haus Wittelsbach, den Markgrafen von Brandenburg. Auch diese Ehe war vor allem politisch motiviert. Ursprünglich war Otto für Katharinas jüngere Schwester Elisabeth vorgesehen gewesen. Nach Rudolfs Tod entschied Karl IV. jedoch, Otto mit seiner verwitweten älteren Tochter zu verheiraten. Am selben Tag heiratete Elisabeth Albrecht III. von Österreich, Rudolfs jüngeren Bruder. Durch diese Doppelhochzeit konnte Karl IV. seine Stellung im Reich weiter stärken.
Nach der Hochzeit überließ Otto V. seinem Schwiegervater für sechs Jahre die Verwaltung der Mark Brandenburg. Das Land war durch Hungersnöte und innere Auseinandersetzungen geschwächt. Karl IV. nutzte die Gelegenheit, seinen Einfluss in Brandenburg auszubauen und seine Macht nach Norden auszudehnen. Otto, der wegen seiner Passivität den Beinamen „der Faule“ erhielt, lebte mit Katharina überwiegend am Prager Hof und verkaufte 1368 die Niederlausitz an Karl IV. Im Januar 1369 begleitete Katharina ihren Vater nach Rom. Wegen der dortigen politischen Kämpfe ordnete Karl IV. jedoch bald ihre Rückkehr nach Hause an.
Am 15. August 1373 erwarb Karl IV. die Mark Brandenburg von Otto V. für 500.000 Gulden. Otto durfte den Titel eines Markgrafen weiterhin führen, und auch Katharina behielt bis zum Tod ihres Mannes 1379 den Titel einer Markgräfin von Brandenburg. Das Gebiet selbst betrat sie allerdings nie. Nach dem Verkauf lebte das Ehepaar zunächst eine Zeit lang in München, Katharina hielt sich jedoch zunehmend bei ihrem Vater in Prag auf. Die Ehe blieb unglücklich, vor allem weil sie kinderlos blieb. Mitglieder des Hauses Wittelsbach beschuldigten Karl IV., Otto absichtlich mit einer unfruchtbaren Frau verheiratet zu haben, um die Übertragung Brandenburgs an Böhmen zu beschleunigen.
Nach Ottos Tod im Jahr 1379 ließ sich Katharina als Witwe in Wien nieder. Mit dieser Wahl wollte sie ihre Verbundenheit mit ihrem ersten Ehemann Rudolf IV. zeigen. Zugleich verzichtete sie im Interesse ihrer Halbbrüder Wenzel und Sigismund auf den Titel der Markgräfin von Brandenburg. Katharina starb am 26. April 1395 in Wien. Sie wurde neben Rudolf in der herzoglichen Gruft des Wiener Stephansdoms bestattet. Im Kenotaph Rudolfs ist sie als ruhende Gestalt an seiner Seite dargestellt, obwohl das Grabmal leer ist. Auch an der Sängertor genannten Pforte des Stephansdoms erinnern steinerne Stifterfiguren an Rudolf und Katharina.
Quelle: Caterina de Luxemburg (ca, 37033041). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0
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