Person
Prinz Antônio Gastão von Brasilien
Verbindung zu einer anderen Person findenGeburt
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Tod
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Biografie
António Gastão von Orléans und Bragança wurde am 9. August 1881 in Paris als jüngster Sohn der brasilianischen Prinzessin Isabel und ihres Ehemanns Gastão, des Grafen d’Eu, geboren. Seine Mutter war die älteste Tochter und designierte Erbin Kaiser Pedro II. von Brasilien, während sein Vater aus dem französischen Königshaus stammte. António war der letzte Enkel Pedro II. und wurde innerhalb der Familie liebevoll „Totó“ oder „Totone“ genannt. Bei seiner Geburt war die gesamte brasilianische Diplomatie in Frankreich anwesend. Am 27. August 1881 wurde er in der Privatkapelle des elterlichen Hauses getauft und erhielt den vollständigen Namen António Gastão Filipe Francisco de Assis Maria Miguel Gabriel Rafael Gonzaga. Zu seinen Paten gehörten António, Herzog von Montpensier, und Francisca, Prinzessin von Joinville.
Nach der Rückkehr seiner Eltern nach Brasilien verbrachte António seine frühen Jahre in der Gegend von Petrópolis, wo er mit seinem Großvater und der kaiserlichen Familie lebte. Gemeinsam mit seinen älteren Brüdern Pedro und Luís gab er während der Hochphase der abolitionistischen Bewegung eine abolitionistische Zeitung im Palast von Petrópolis heraus. Die drei Brüder erhielten eine sorgfältige Ausbildung durch zahlreiche von Pedro II. ausgewählte und vom Baron Ramiz Galvão beaufsichtigte Lehrer. Zum Unterricht gehörten unter anderem Lesen und Schreiben, Geschichte, Geografie, Naturwissenschaften, Zeichnen, Mathematik und Sprachunterricht in Portugiesisch, Französisch und Deutsch.
Sein Leben änderte sich grundlegend, als Pedro II. am 15. November 1889 durch einen Militärputsch gestürzt wurde. António war damals acht Jahre alt und musste Brasilien mit seiner Familie verlassen. Das Exil führte die Familie zunächst nach Portugal und Spanien und anschließend in die Normandie. Den größten Teil seines weiteren Lebens verbrachte António im Château d’Eu, das sein Vater vom Grafen von Paris erworben hatte. Seine Ausbildung setzte er in Paris und an der Theresianischen Militärakademie in Wiener Neustadt fort.
Sein Vater hätte ihn gerne in der französischen Armee gesehen, doch ein Gesetz schloss Angehörige ehemaliger Herrscherhäuser vom Dienst in den französischen Streitkräften aus. Deshalb trat António 1908 als Leutnant in die Husaren der österreichisch-ungarischen Armee ein. Wie seine Brüder diente er Kaiser Franz Joseph I. bei verschiedenen Gelegenheiten. Gemeinsam mit seinem Bruder Luís unternahm er außerdem ausgedehnte Reisen, die ihn unter anderem in die Vereinigten Staaten, nach Russland, Indien, Ceylon und ins Heilige Land führten.
Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs im Jahr 1914 geriet António in einen persönlichen Konflikt. Er wollte nicht gegen Frankreich kämpfen, das er als seine zweite Heimat betrachtete, und verließ deshalb die österreichisch-ungarische Armee. Da ihm der Eintritt in die französische Armee weiterhin verwehrt war, bat er mit Zustimmung seines Cousins, des britischen Königs Georg V., um die Aufnahme in dessen Streitkräfte. António wurde als Leutnant bei den Royal Canadian Dragoons eingesetzt und dem Royal Flying Corps als Nachrichtenoffizier zugeteilt. 1916 wurde er zum Hauptmann befördert und 1917 mit dem Military Cross ausgezeichnet.
Von Februar 1917 bis Mai 1918 diente er als Adjutant des Befehlshabers der Canadian Cavalry Brigade, Brigadegeneral John Seely. Im Juli 1918 wurde er zum Dienst im britischen Kriegsministerium abkommandiert. Wegen seiner militärischen Laufbahn und seines Einsatzes im Krieg erhielt er später verschiedene britische und ausländische Auszeichnungen, darunter die britische Star-Medaille, die British War Medal, die Inter-Allied Victory Medal und nach seinem Tod die französische Ehrenlegion.
António überstand den Krieg ohne Verwundung, starb jedoch kurz nach dem Waffenstillstand an den Folgen eines Flugzeugunglücks. Drei Tage nach dessen Unterzeichnung prallte sein Flugzeug in Edmonton, einem Vorort Londons, gegen elektrische Leitungen. Obwohl er geborgen und in das Militärhospital von Edmonton gebracht wurde, erlag er wenige Tage später seinen Verletzungen. Er wurde in der Königlichen Kapelle von Dreux in Frankreich beigesetzt.
Der als „Prinz Soldat“ bekannte António blieb unverheiratet und hatte keine Nachkommen. Die Quelle beschreibt ihn als sarkastisch und ironisch, zugleich aber als charismatische Persönlichkeit mit verführerischem Temperament. Ab 1909 führte er den Titel eines königlichen Prinzen von Brasilien sowie eines Prinzen von Orléans und Bragança. Neben den brasilianischen kaiserlichen Orden Pedro I., der Rose und des Kreuzes des Südens erhielt er zahlreiche ausländische Ehrungen, darunter hohe Auszeichnungen Spaniens, Frankreichs, Portugals, Bulgariens und Japans.
Quelle: Antônio Gastão de Orléans e Bragança (pt, 72815835). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0
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