Person

Paul I. von Griechenland

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Geburt

  1. 14.12.1901

Tod

  1. 06.03.1964

Porträt von Paul I. von Griechenland
Bildnachweis

King paul of greece

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Biografie

Paul I. von Griechenland, König der Hellenen und Prinz von Dänemark, wurde am 14. Dezember 1901 im königlichen Landsitz Tatoi nahe Athen geboren. Er war der dritte und jüngste Sohn von König Konstantin I. von Griechenland und Sophie von Preußen und damit ein Nachkomme sowohl des dänischen Königs Christian IX. als auch der britischen Königin Victoria. Seine Kindheit verbrachte er zwischen Athen und Tatoi in einer kosmopolitischen Familie. Englisch war seine Muttersprache, Griechisch lernte er als zweite Sprache. Seine Ausbildung erhielt er bei ausländischen und griechischen Lehrern. Obwohl er sich besonders für das Meer interessierte und ursprünglich eine Laufbahn in der britischen Marine anstrebte, verhinderte der Erste Weltkrieg diesen Plan. Pauls Jugend war von den politischen Krisen Griechenlands geprägt. 1909 musste seine Familie nach dem Militärputsch von Goudi vorübergehend nach Deutschland gehen. Nach ihrer Rückkehr nahm Paul während der Balkankriege erstmals als Kadett an Einsätzen der griechischen Marine teil. Der Erste Weltkrieg verschärfte jedoch die Spannungen im Land. Sein Vater, der für die Neutralität Griechenlands eintrat, geriet in Konflikt mit Ministerpräsident Eleftherios Venizelos, der die Unterstützung der Alliierten verlangte. 1917 musste Konstantin I. ins Exil gehen, und Paul verließ Griechenland mit seiner Familie. Sein Bruder Alexander bestieg den Thron. Während des Exils lebte Paul zunächst in der Schweiz. Ein Versuch, ihn an der deutschen Marineakademie in Kiel auszubilden, scheiterte 1918 an den Meutereien und der Revolution in Deutschland. Nach dem unerwarteten Tod Alexanders I. im Jahr 1920 wurde Paul sogar die griechische Krone angeboten. Er lehnte jedoch ab, weil er die Erbfolge seines Vaters und seines älteren Bruders Georg nicht übergehen wollte. Ende 1920 kehrte die Familie nach Griechenland zurück, und Konstantin I. wurde erneut König. Paul setzte seine Ausbildung an der griechischen Marineakademie fort und diente auf dem Kreuzer Elli. Nach der griechischen Niederlage im Krieg gegen die Türkei 1922 wurde sein Vater zur Abdankung gezwungen; Georg II. folgte ihm auf den Thron, während Paul zum Diadochen, also zum Thronfolger, aufstieg. Die Monarchie wurde jedoch bald wieder abgeschafft. Ende 1923 ging Paul mit Georg II. ins Exil, und 1924 wurde in Griechenland die Republik ausgerufen. Die königliche Familie verlor ihre griechische Staatsangehörigkeit und ihr Eigentum. Paul erhielt als Verwandter des dänischen Königs einen dänischen Pass. In den folgenden Jahren lebte er in Rumänien, Italien und Großbritannien. Ohne offizielles Amt führte er ein unstetes Leben. Er widmete sich dem Klavierspiel, besuchte britische Clubs und unternahm 1930 inkognito eine längere Reise durch die Ägäis. In England arbeitete er zeitweise unter dem Namen „Paul Beck“ als einfacher Mechaniker in der Flugzeugindustrie. Später kehrte er in das gesellschaftliche Leben der britischen Aristokratie zurück. Nach dem Tod seiner Mutter Sophie im Jahr 1932 blieb Paul zunächst bei seinen Schwestern in Italien. Die politische Instabilität Griechenlands führte 1935 zur Wiederherstellung der Monarchie, und Georg II. kehrte auf den Thron zurück. Paul wurde erneut Thronfolger, erhielt aber von seinem Bruder kaum politische Verantwortung. Stattdessen arbeitete er in der Marine und engagierte sich für die griechische Pfadfinderbewegung. Der autoritären Diktatur von Ioannis Metaxas stand er distanziert gegenüber. 1936 verlobte sich Paul mit Friederike von Hannover. Die geplante Verbindung löste in Griechenland und im Ausland Sorgen aus, da Friederike aus einer deutsch geprägten Herrscherfamilie stammte und mit dem ehemaligen deutschen Kaiserhaus verwandt war. Viele befürchteten, Paul könne unter deutschen Einfluss geraten. Diese Befürchtungen erwiesen sich jedoch als unbegründet. Paul und Friederike lehnten eine Zusammenarbeit mit Hitler ab. Sie heirateten am 9. Januar 1938 in Athen. Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor: Sophie, die 1962 den späteren spanischen König Juan Carlos I. heiratete, Konstantin, der spätere König Konstantin II., und Irene. Im Zweiten Weltkrieg diente Paul 1940 und 1941 an der Front in Epirus. Nach dem deutschen Einmarsch musste die königliche Familie Griechenland verlassen. Paul unterstützte gemeinsam mit Georg II. die griechische Exilregierung und verbrachte die Kriegsjahre überwiegend in London und Ägypten. Friederike und die Kinder fanden zunächst in Südafrika Zuflucht. Die Trennung belastete die Familie, doch Paul blieb politisch und persönlich mit seiner Frau verbunden. Nach der Befreiung Griechenlands verhinderte der starke republikanische Widerstand zunächst die Rückkehr der Monarchie. Erst ein Referendum von 1946 sprach sich mehrheitlich für die Wiedereinführung des Königshauses aus. Am 1. April 1947 starb Georg II. überraschend, und Paul bestieg als Paul I. den griechischen Thron. Sein Regierungsantritt fiel in die schwierige Zeit des Bürgerkriegs zwischen Kommunisten und Monarchisten. Nach dessen Ende 1949 widmete sich der König dem Wiederaufbau des zerstörten Landes und der Festigung seiner Bindungen an die westlichen Staaten. Griechenland entwickelte sich in den 1950er-Jahren wirtschaftlich weiter; Landwirtschaft, Industrie, Bergbau und besonders der Tourismus wuchsen. Paul unterstützte außerdem engere Beziehungen zu den Vereinigten Staaten, Großbritannien, der Türkei und Jugoslawien. Ein zentrales außenpolitisches Thema war Zypern. Paul befürwortete öffentlich die Vereinigung der Insel mit Griechenland und setzte sich wiederholt für das Selbstbestimmungsrecht der griechischen Zyprer ein. Dadurch verschlechterten sich die Beziehungen zu Großbritannien und zeitweise auch zur Türkei. Die Krise endete 1959 mit einem Kompromiss, der Zypern die Unabhängigkeit unter Beteiligung Großbritanniens, Griechenlands und der Türkei brachte. Pauls Herrschaft war zugleich von Spannungen geprägt. Er beanspruchte weitreichende politische Einflussmöglichkeiten, äußerte sich gelegentlich ohne Abstimmung mit der Regierung und pflegte enge Beziehungen zur Armee. Kritiker warfen ihm autoritäres Verhalten und einen kostspieligen Lebensstil der königlichen Familie vor. Dennoch blieb er bei vielen Griechen beliebt, insbesondere wegen seines Einsatzes für den Wiederaufbau und seiner Nähe zu seinen Kindern. 1960 erlebte er den Olympiasieg seines Sohnes Konstantin im Segeln, 1962 die Hochzeit seiner Tochter Sophie. Anfang 1964 erkrankte Paul an Magenkrebs. Trotz einer Operation verschlechterte sich sein Zustand rasch. Er starb am 6. März 1964 im Alter von 62 Jahren in Athen und wurde in den Gärten von Tatoi beigesetzt. Sein Sohn Konstantin folgte ihm auf dem Thron.

Quelle: Paul Ier (roi des Hellènes) (fr, 238842362). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0