Person

Friederike von Hannover

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Geburt

  1. 1917

  2. 18.04.1917

Tod

  1. 1981

  2. 06.02.1981

Porträt von Friederike von Hannover
Bildnachweis

Frederica of Greece

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Bildquelle: File:Frederica of Greece.jpg · Lizenz: Public domain

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Biografie

Frederika von Hannover wurde am 18. April 1917 im Schloss Blankenburg im Herzogtum Braunschweig geboren und starb am 6. Februar 1981 in Madrid. Sie war eine Prinzessin von Hannover und Braunschweig und wurde durch ihre Ehe mit Paul I. Königin der Hellenen sowie Prinzessin von Dänemark. Gemeinsam mit ihrem Mann regierte sie Griechenland von 1947 bis 1964. Frederika stammte aus einer der bedeutendsten europäischen Dynastien. Ihr Vater war Ernst August, der regierende Herzog von Braunschweig und Anspruchsteller auf den hannoverschen Thron, ihre Mutter Victoria Luise eine Tochter Kaiser Wilhelms II. Frederika war damit eine Enkelin des letzten deutschen Kaisers. Ihre Geburt fiel in die letzten Monate des Ersten Weltkriegs. Nach der deutschen Revolution von 1918 musste ihr Vater abdanken, und die Familie lebte zunächst auf ihrem Besitz im österreichischen Gmunden. Später kehrten die Hannovers teilweise nach Deutschland zurück und nutzten weiterhin ihre Schlösser in Blankenburg und Marienburg. Frederika wuchs als einziges Mädchen unter vier Brüdern auf. Sie erhielt eine konservative, lutherisch geprägte Erziehung durch Hauslehrerinnen und Gouvernanten, entwickelte jedoch früh einen eigenwilligen und entschlossenen Charakter. Sie liebte Reiten, Radfahren und Literatur und galt als mutig, temperamentvoll und bisweilen jungenhaft. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten musste sie 1933 den Hitlerjugend-Organisationen beitreten, was ihr wegen der Uniform und der politischen Atmosphäre wenig gefiel. In den folgenden Jahren setzte sie ihre Ausbildung in England und Italien fort. Besonders während ihres Aufenthalts in Florenz interessierte sie sich für internationale Beziehungen, Pazifismus und die Frage, wie Bildung zur Vermeidung von Kriegen beitragen könne. In Florenz begegnete sie erneut dem griechischen Prinzen Paul, den sie seit ihrer Kindheit kannte. Beide verliebten sich ineinander. Pauls erster Heiratsantrag wurde von Frederikas Vater wegen des Altersunterschieds abgelehnt, doch nach weiteren Begegnungen stimmte die Familie schließlich zu. Die Verlobung stieß in Griechenland und im Ausland auf geteilte Reaktionen. Viele Griechen misstrauten Frederika wegen ihrer deutschen Herkunft und ihrer Verwandtschaft mit Kaiser Wilhelm II. Zudem befürchteten sie hohe Kosten für die Hochzeit und sahen die Monarchie unter der autoritären Herrschaft Ioannis Metaxas ohnehin kritisch. Am 9. Januar 1938 heiratete Frederika Paul in Athen. Das prachtvolle Fest mit zahlreichen europäischen Fürsten wurde von Teilen der griechischen Öffentlichkeit wegen der hohen Ausgaben und der starken deutschen Beteiligung missbilligt. Das Paar ließ sich in Psychiko nieder und bekam drei Kinder: Sophie, geboren 1938, den späteren König Konstantin II. im Jahr 1940 und Irene im Jahr 1942. Der Zweite Weltkrieg stellte die junge Familie vor große Belastungen. Nach dem italienischen Angriff auf Griechenland und dem deutschen Einmarsch 1941 flohen Frederika und ihre Kinder zunächst nach Kreta und anschließend nach Ägypten. Von dort wurden sie nach Südafrika gebracht, während Paul und König Georg II. den Krieg zwischen London und Kairo verbrachten. Frederika lebte mit ihren Kindern zeitweise in Pretoria im Haus des südafrikanischen Ministerpräsidenten Jan Smuts, zu dem sie ein enges, beinahe väterliches Verhältnis entwickelte. Die Trennung von Paul dauerte mehrere Jahre; beide hielten durch einen intensiven Briefwechsel Kontakt. 1942 wurde ihre jüngste Tochter Irene geboren. 1944 konnte die Familie wieder in Kairo zusammenleben. Nach der Befreiung Griechenlands blieb die Rückkehr zunächst unsicher, da das Land politisch zwischen Monarchisten und Republikanern gespalten war. Ein Referendum im September 1946 sprach sich mit deutlicher Mehrheit für die Monarchie aus. Georg II. kehrte daraufhin zurück, doch er starb bereits am 1. April 1947. Paul bestieg den Thron, und Frederika wurde Königin der Hellenen. Ihre Regierungszeit fiel in die griechische Bürgerkriegszeit von 1946 bis 1949. Während Paul wegen einer schweren Erkrankung zeitweise ausfiel, reiste Frederika an die Front, um der Armee und der Monarchie Unterstützung zu zeigen. Gleichzeitig gründete sie eine Stiftung und ein Netz von Kinderdörfern, den sogenannten Paidoupolis, die Flüchtlinge und Kinder aus den umkämpften Gebieten aufnehmen sollten. Die kommunistische Opposition warf ihr jedoch vor, diese Einrichtungen zur politischen Einflussnahme und zur Förderung monarchistischer Vorstellungen zu nutzen. Nach dem Bürgerkrieg unternahmen Paul und Frederika zahlreiche Reisen durch Griechenland und ins Ausland. Sie besuchten unter anderem die Türkei, Jugoslawien, Großbritannien, die Vereinigten Staaten, Frankreich, Westdeutschland, Indien und Thailand. Mit der sogenannten Königskreuzfahrt von 1954 wollte Frederika den internationalen Tourismus fördern und Griechenland als attraktives Reiseziel präsentieren. Das Königspaar engagierte sich außerdem bei Naturkatastrophen und besuchte regelmäßig Regionen des Landes. Zugleich wurde ihm vorgeworfen, die politischen Grenzen der parlamentarischen Monarchie zu überschreiten. Frederika unterhielt persönliche Kontakte zu ausländischen Politikern und übte großen Einfluss auf ihren Mann aus. Kritiker bezeichneten sie deshalb als machtbewusste Hinterzimmerpolitikerin und beanstandeten die Kosten des Hofes. Auch innerhalb der Familie übernahm Frederika eine aktive Rolle. Sie bemühte sich, für ihre Kinder standesgemäße Ehen zu arrangieren. Ihre Tochter Sophie heiratete 1962 den späteren spanischen König Juan Carlos. Konstantin heiratete 1964 Prinzessin Anne-Marie von Dänemark. Für Irene lehnte Frederika eine Verbindung mit einem geschiedenen Bürgerlichen ab; die Tochter blieb schließlich unverheiratet. Paul starb am 6. März 1964 an Magenkrebs. Frederika zog sich danach öffentlich zurück, blieb aber nach Ansicht ihrer Gegner eine wichtige Einflussfigur hinter ihrem Sohn Konstantin II. Als der König 1965 mit Ministerpräsident Georgios Papandreou in Konflikt geriet, verschärfte sich die politische Krise. Der Militärputsch vom 21. April 1967 führte zur Diktatur der Obristen. Konstantins späterer Gegenputsch scheiterte, und die königliche Familie musste Griechenland verlassen. Frederika lebte zunächst in Italien, ab 1969 in Indien und ab 1978 dauerhaft in Spanien. Im indischen Madras vertiefte sie ihre Beschäftigung mit Meditation, hinduistischer Spiritualität und mystischen Vorstellungen. Sie studierte bei dem Philosophen T. M. P. Mahadevan und veröffentlichte ihre Erinnerungen auf Englisch. In Spanien lebte sie nahe ihrer Tochter Sophie und deren Familie. Frederika starb 1981 in Madrid nach einer Operation an den Folgen der Narkose. Nach schwierigen Verhandlungen wurde sie neben Paul in Tatoï beigesetzt. Ihre politische Rolle und ihr selbstbewusstes Auftreten blieben in Griechenland bis über ihren Tod hinaus umstritten.

Quelle: Frederika de Hanovre (fr, 236718876). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0