Person

Maximilian Franz von Österreich

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Geburt

  1. 08.12.1756

Tod

  1. 27.07.1801

Biografie

Maximilian Franz Xaver Joseph Johann Anton von Österreich wurde am 8. Dezember 1756 in Wien als jüngster Sohn Kaiser Franz’ I. Stephan und Maria Theresias geboren. Zu seinen fünfzehn Geschwistern gehörten die späteren Kaiser Joseph II. und Leopold II. Nach dem frühen Tod seines Vaters im Jahr 1765 lag seine Erziehung vollständig in den Händen seiner Mutter. Ursprünglich war vorgesehen, dass er die ungarische Statthalterschaft übernehmen sollte. Dafür erhielt er bereits 1767 das Großkreuz des St.-Stephan-Ordens und besuchte Ungarn mehrfach. 1777 verfasste er eine Denkschrift mit Reformvorschlägen. Daneben war für ihn eine Laufbahn im Deutschen Orden vorgesehen. Bereits 1769 wurde er zum Koadjutor des Hochmeisters gewählt, am 9. Juli 1770, im Alter von dreizehn Jahren, zum Deutschordensritter geschlagen. Auf seiner großen Reise durch Deutschland, die Niederlande, Italien und Frankreich im Jahr 1774 lernte er den Orden und seine Mitglieder näher kennen. Sein Aufenthalt am Hof von Versailles verstärkte seine dauerhafte Abneigung gegen die Lebensweise des französischen Adels. Während seines Aufenthalts in Salzburg komponierte Mozart zu seinen Ehren die Oper „Il re pastore“. Maria Theresia ließ ihren Sohn außerdem im Kriegswesen ausbilden. Maximilian Franz nahm am kurzen Feldzug des Bayerischen Erbfolgekriegs an der Seite Josephs II. teil und wurde von seinem Bruder für seine Fähigkeiten gelobt. Eine schwere Erkrankung beendete jedoch seine militärischen Aussichten. Geschwulste an beiden Beinen mussten operativ entfernt werden; damit endeten auch die Pläne für die ungarische Statthalterschaft. Auf Betreiben Maria Theresias sollte Maximilian Franz nun geistliche Ämter übernehmen. Der Staatskanzler Wenzel Anton von Kaunitz-Rietberg hatte sie davon überzeugt, dass eine habsburgische Nebenlinie im Kurfürstentum Köln ein Gegengewicht zum preußischen Einfluss in Nordwestdeutschland bilden könne. Maximilian Franz stimmte diesem Vorhaben zunächst nur widerwillig zu. Gegen seine Kandidatur in Köln und Münster wandten sich unter anderem Preußen, die Niederlande und einflussreiche münstersche Politiker. Die Unterstützung des französischen Königs Ludwig XVI., der als Ehemann seiner Schwester Marie-Antoinette zugleich sein Schwager war, trug jedoch dazu bei, die europäischen Widerstände zu überwinden. Am 7. August 1780 wurde Maximilian Franz einstimmig zum Koadjutor in Köln und am 16. August auch in Münster gewählt. Im selben Jahr erhielt er in Wien die Tonsur und die niederen Weihen. Von den höheren Weihen war er zunächst für fünf Jahre dispensiert. Zugleich beschäftigte er sich zunehmend mit theologischen Studien. Nach dem Tod seines Onkels Karl Alexander von Lothringen wurde er am 25. Oktober 1780 in Mergentheim als Hochmeister des Deutschen Ordens inthronisiert. Die Verwaltung des Ordens und seines kleinen, zersplitterten Gebiets gab ihm praktische Erfahrung in der Regierungsarbeit. Als pflichtbewusster Administrator leitete er Reformen im Justizwesen, im Schulwesen und im kirchlichen Bereich ein. Nach dem Tod des Kölner Erzbischofs und Münsteraner Fürstbischofs Maximilian Friedrich von Königsegg-Rothenfels am 21. April 1784 trat Maximilian Franz dessen Nachfolge an. Am 27. April traf er in Bonn ein. Ende 1784 empfing er nacheinander die Weihen zum Subdiakon, Diakon und Priester; am 8. Mai 1785 wurde er im Bonner Münster zum Bischof geweiht. Von seinen aufgeklärten Überzeugungen geprägt, verstand er sich als erster Diener seines Staates und regierte seine Fürstentümer tatsächlich selbst. Obwohl er die geistliche Laufbahn nicht aus eigener Berufung begonnen hatte, nahm er seine bischöflichen Pflichten ernst. Er feierte mehrmals wöchentlich die Messe, spendete häufig die Firmung, nahm an kirchlichen Festen teil und bereiste seine Bistümer. Bei mehreren Reisen firmte er innerhalb weniger Tage Zehntausende Menschen. Sein bescheidenes Auftreten unterschied ihn deutlich von vielen Vorgängern. Er kleidete sich schlicht, lebte in Bonn und Münster in vergleichsweise einfachen Gebäuden und bewegte sich ohne großen Aufwand unter der Bevölkerung. Wegen seiner Leutseligkeit und Hilfsbereitschaft war er besonders im Bistum Münster beliebt, während sein Ansehen beim konservativen Adel begrenzt blieb. Er mied ein ausschweifendes Hofleben, ließ jedoch in Bonn die Redoute errichten und veranstaltete repräsentative Feiern zur Einweihung der Universität. Seine Freizeit verbrachte er gern bei Spaziergängen und musikalischen Unterhaltungen. Zugleich galt er als tief misstrauisch, was bisweilen zu ungerechten oder spöttischen Äußerungen führte. Im Mittelpunkt seiner Regierung standen Reformen im Geist der Aufklärung. Im Bildungswesen förderte er Volksschulen, gründete Normalschulen zur Lehrerausbildung, führte Prüfungen für Lehrer ein und unterstützte Industrieschulen, die neben Lesen und Schreiben auch praktische Fähigkeiten vermittelten. Er bemühte sich um die Durchsetzung der Schulpflicht und richtete Schulfonds zur besseren Finanzierung ein. Das Schulwesen wurde staatlicher Aufsicht unterstellt; auch Gymnasien und Hochschulen sollten stärker staatliche Aufgaben übernehmen. Besonders förderte er die neue Universität in Bonn, während die ältere Universität zu Köln vielfach an gegenaufklärerischen Vorstellungen festhielt. Auch Justiz und Verwaltung reformierte er. 1786 entstand in Bonn ein Oberappellationsgericht, wodurch Berufungen an auswärtige Gerichte weitgehend überflüssig wurden. Verfahren sollten beschleunigt und die Folter fast vollständig abgeschafft werden. Weitere Maßnahmen betrafen das Feuerwehrwesen, den Schutz der Wälder und die Befreiung von Fabriken und Manufakturen vom Zunftzwang. Seine Reformpolitik blieb jedoch vorsichtig. Anders als Joseph II. wollte er radikale Brüche vermeiden und nahm Rücksicht auf die Rechte von Klöstern, Stiften und Landständen. Deshalb wurden viele Vorhaben nicht vollständig umgesetzt. In der Kirchenpolitik versuchte Maximilian Franz, die erzbischöfliche Autorität zu stärken. Besonders konfliktträchtig war sein Widerstand gegen die päpstliche Nuntiatur in Köln. Er verbot dem Nuntius die Ausübung seiner Vollmachten und schloss sich dem Widerstand deutscher Erzbischöfe an, ohne jedoch alle weitergehenden Forderungen zu unterstützen. Bettelorden hielt er für überholt und untersagte ihnen die Aufnahme neuer Mitglieder. Stattdessen wollte er einen gebildeten, pflichtbewussten Seelsorgeklerus fördern. Außenpolitisch orientierte er sich an den Interessen seiner Territorien und des Reiches. Er lehnte 1784 den Plan Josephs II. ab, die österreichischen Niederlande gegen Bayern zu tauschen, und setzte sich später für die Zurückdrängung der Nuntiaturen ein. Zugleich bemühte er sich gemeinsam mit Hannover und Mainz um ein „Drittes Deutschland“ zwischen Österreich und Preußen, ohne dieses Ziel verwirklichen zu können. Die Französische Revolution und der Erste Koalitionskrieg bedrohten seine Herrschaft unmittelbar. Obwohl er das Schicksal Marie-Antoinettes bedauerte, lehnte er zunächst einen Reichskrieg gegen Frankreich ab. Als französische Truppen vorrückten, musste er Bonn verlassen, über den Rhein fliehen und sich über Dorsten, Mergentheim und Leipzig weiter ins Reich zurückziehen. Frankreich annektierte das linke Rheinufer. Maximilian Franz kämpfte vergeblich um den Erhalt seiner Fürstentümer und darum, seine Erzbischofs- und Kurfürstenwürde von Köln nach Münster zu verlegen. Die Friedensschlüsse von Basel und Lunéville besiegelten schließlich den Verlust der linksrheinischen Gebiete und bereiteten die Säkularisation vor. Als Förderer der Musik unterstützte Maximilian Franz den jungen Ludwig van Beethoven. Er stellte ihn in Bonn als Hoforganisten an und finanzierte seine Reise nach Wien sowie später seine Ausbildung bei Joseph Haydn. Beethoven wollte ihm aus Dankbarkeit seine erste Sinfonie widmen, doch der überraschende Tod des Kurfürsten machte dies unmöglich. Maximilian Franz starb nach langer Krankheit am 26. Juli 1801 in Hetzendorf bei Wien. Er litt zuletzt unter Bettlägerigkeit, Adipositas, Schlafsucht, Depressionen und Wassersucht. Bestattet wurde er in der Kapuzinergruft; Herz und Eingeweide wurden entsprechend der habsburgischen Tradition getrennt beigesetzt. Er war der letzte ausübende Kurfürst von Köln und der letzte ausübende Fürstbischof von Münster. Die Auflösung der geistlichen Fürstentümer und das Ende des Kurstaates im Jahr 1803 erlebte er nicht mehr.

Quelle: Maximilian Franz von Österreich (de, 268209172). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0

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