Person

Maria Ludovika Beatrix von Österreich-Este

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Geburt

  1. 14.12.1787

Tod

  1. 07.04.1816

Porträt von Maria Ludovika Beatrix von Österreich-Este
Bildnachweis

Maria Ludovica (1787-1816), Gemahlin von Franz II. (I.), in weißem Empirekleid

Unidentified painter

https://www.khm.at/en/objectdb/detail/8638/

Bildquelle: File:Kaiserin Maria Ludovica in weißem Empirekleid - Kunsthistorisches Museum Wien.jpg · Lizenz: Public domain

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Biografie

Maria Ludovika Beatrix von Österreich-Este wurde am 14. Dezember 1787 in Monza als Maria Luigia geboren. Sie war die jüngste Tochter des Erzherzogs Ferdinand Karl und Maria Beatrice d’Este. Ihr Vater, ein Sohn Kaiser Franz’ I. Stephan und Maria Theresias, amtierte als österreichischer Statthalter der Lombardei. Zu ihren Geschwistern gehörten Franz IV., der spätere Herzog von Modena, Maximilian Joseph, der später Hochmeister des Deutschen Ordens wurde, sowie mehrere weitere Brüder und Schwestern. Maria Ludovika wuchs zunächst in Mailand und im Schloss ihres Vaters in Monza auf. Ihre Erziehung war von der strengen höfischen Etikette geprägt, die auf Maria Theresia zurückging. Gemeinsam mit ihrer Mutter und einer von Maria Theresia nach Mailand entsandten Erzieherin wurde sie zweisprachig erzogen. Da im familiären Umfeld und im Unterricht überwiegend Italienisch gesprochen wurde, beherrschte sie Deutsch später nur unvollkommen. Ihre Kindheit nahm eine dramatische Wendung, als Napoleon Bonaparte 1796 Mailand eroberte. Die Familie musste zunächst nach Triest und anschließend nach Wiener Neustadt fliehen. Ihre Mutter vermittelte ihr dabei einen lebenslangen Hass auf Napoleon. Das Exil war im Vergleich zum wohlhabenden Leben in Mailand deutlich bescheidener. 1803 zog die Familie nach Wien in das Palais Dietrichstein am Minoritenplatz. Dort starb ihr Vater im Dezember 1806. Nach dem Tod seiner zweiten Frau wurde der 39-jährige Kaiser Franz II., der später als Franz I. von Österreich regierte, auf Maria Beatrice aufmerksam. Bei Besuchen im Haus seiner Tante entwickelte sich eine enge Beziehung zu der damals 19-jährigen Maria Luigia. Trotz des erheblichen Altersunterschieds heirateten beide am 6. Januar 1808 in einer aufwendigen Zeremonie. Die Trauung leitete Maria Ludovikas jüngster Bruder Karl Ambrosius, der Bischof war. Aus Maria Luigia wurde nun Maria Ludovika. Schriftsteller wie August Wilhelm Schlegel und Madame de Staël priesen die Schönheit und Anmut der Braut. Die neue Kaiserin unterschied sich stark von ihrem eher zurückhaltenden und wenig impulsiven Gemahl. Sie war temperamentvoll, politisch entschlossen und besaß eine ausgeprägte Menschenkenntnis. Ihre entschiedene Gegnerschaft zu Napoleon machte sie bald zu einer führenden Stimme der österreichischen Kriegspartei. In Wien befürchteten viele, dass sie den Kaiser nach den schweren österreichischen Niederlagen und dem Friedensschluss von 1806 erneut zum Krieg gegen Frankreich drängen würde. Auch der französische Botschafter protestierte gegen die Ehe. Maria Ludovika wollte sich nicht auf repräsentative Aufgaben oder die Erziehung der Kinder ihres Mannes aus dessen zweiter Ehe beschränken. Sie nahm aktiv Einfluss auf die Politik und geriet damit in Gegensatz zu Franz, der den Frieden bewahren wollte. Unterstützt von Außenminister Johann Philipp von Stadion und mehreren Feldherren versuchte sie, Franz zu einem entschlosseneren Vorgehen gegen Napoleon zu bewegen. Bei ihrer Krönung zur ungarischen Königin am 7. September 1808 in Pressburg beeindruckte sie die ungarischen Stände so sehr, dass diese die Monarchie trotz großer Belastungen finanziell und militärisch unterstützen wollten. Einen wichtigen Anteil hatte sie auch daran, den Krieg in Österreich populär zu machen. Sie befestigte selbst gestickte Fahnenbänder für die Armee an Stangen im Stephansdom. Ihre politischen Vorstellungen standen in scharfem Gegensatz zu Klemens Wenzel Lothar von Metternich, der die Gefahren eines offenen Machtkampfes mit Napoleon für Österreich als zu groß einschätzte. Während des Krieges zeigte Maria Ludovika neben ihrer Entschlossenheit auch ein ausgeprägtes Gerechtigkeitsgefühl. So kritisierte sie Erzherzog Johann, weil er die Tiroler zum Kampf gegen Bayern aufgerufen hatte, obwohl Tirol 1805 offiziell an Bayern abgetreten worden war. Als Napoleon 1809 Wien einnahm, hielt sich die Kaiserin mit den Kindern Franz’ in der Burg von Ofen auf. Sie war schwer krank, ermutigte ihren Mann aber zum Durchhalten. Ein chronischer Lungenkatarrh, Husten und Fieber setzten ihr zu. Ihr Arzt beklagte, dass sie sich zu wenig schonte und sich trotz ihrer Krankheit weiterhin um ihre Stiefkinder und die Politik kümmerte. Nach dem Frieden von Schönbrunn fürchtete sie, Napoleon werde Österreich seine staatliche Selbstständigkeit letztlich nicht lassen. Metternich gewann zunehmend Einfluss auf den Kaiser und durchkreuzte mehrere politische Heiratspläne Maria Ludovikas. Sie hatte gehofft, durch eine Verbindung Erzherzog Karls mit einer Schwester der russischen Zarin Russland als Gegengewicht zu Frankreich zu gewinnen. Auch die geplante Ehe ihres Bruders Franz mit ihrer Stieftochter Marie Louise scheiterte. Stattdessen wurde Marie Louise auf Betreiben Metternichs mit Napoleon verheiratet. Die entsetzte Maria Ludovika musste bei der Stellvertretungstrauung sogar die Rolle der Brautmutter übernehmen und ihre Stieftochter zum Altar führen. Die politischen Spannungen und die zunehmende Entfremdung von ihrem Mann belasteten ihre ohnehin schwache Gesundheit. Im Juni 1810 reiste sie zur Kur nach Karlsbad und erholte sich dort vorübergehend. Sie spielte in einem Theaterstück von August von Kotzebue mit und begegnete erstmals Johann Wolfgang von Goethe. Der Dichter war von ihren geistigen Fähigkeiten beeindruckt, schrieb Gedichte über sie und brachte ihr deutsche Autoren näher. 1812 trafen sie in Teplitz erneut zusammen. Nach dem gescheiterten Russlandfeldzug Napoleons unterstützte auch Metternich ein Bündnis Österreichs mit Preußen und Russland. Maria Ludovikas jahrelanges Drängen auf eine Verbesserung der österreichischen Armee trug dazu bei, dass Österreich später eine wichtige Rolle beim Sieg über Frankreich spielte. Beim Wiener Kongress erfüllte Maria Ludovika ihre repräsentativen Aufgaben als Gastgeberin der europäischen Spitzenpolitiker. Die Hofburg wurde zum Mittelpunkt des internationalen Adels, doch die anstrengenden Empfänge verschlechterten ihre Gesundheit erneut. Nach Napoleons endgültiger Niederlage empfand sie nach eigener Aussage keinen Hass mehr, da ihr politisches Ziel erreicht war. Die früher verlorenen Güter ihrer Familie Este wurden zurückerstattet. Sie lehnte eine stärkere Beteiligung des Volkes an der Politik ab und sprach sich auch dagegen aus, dass die Habsburger wieder das römisch-deutsche Kaisertum übernehmen sollten. 1815 und 1816 reiste sie mit ihrem Mann durch Bayern und das befreite Oberitalien. In Venedig, Mailand und anderen Städten wurde das Paar festlich empfangen, doch Maria Ludovika fühlte sich bereits schwer krank. Im März 1816 konnte sie in Verona nicht mehr aufstehen. Gegen die damals grassierende Lungenschwindsucht waren die Ärzte machtlos. Maria Ludovika starb am 7. April 1816 im Palazzo Canossa kinderlos im Alter von nur 28 Jahren. Franz blieb bis zuletzt an ihrem Krankenlager. Ihre sterblichen Überreste wurden nach der habsburgischen Tradition getrennt in der Kaisergruft, der Herzgruft und der Herzogsgruft bestattet. Am ungarischen Krönungstag hatte Maria Ludovika ein Geschenk von 50.000 Gulden erhalten. Sie spendete das Geld für die Gründung einer Militärakademie in Pest, die nach ihr Ludoviceum genannt wurde und bis zum Ende Österreich-Ungarns 1918 bestand. Ein halbes Jahr nach ihrem Tod heiratete Franz erneut. Goethe gedachte Maria Ludovikas noch lange; ihre umfangreiche Bibliothek befindet sich heute in der Nationalbibliothek in Wien.

Quelle: Maria Ludovika Beatrix von Österreich-Este (de, 268918066). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0

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