Person

Maria Elisabeth von Österreich

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Geburt

  1. 23.12.1680

  2. 13.12.1680

Tod

  1. 26.08.1741

Porträt von Maria Elisabeth von Österreich
Bildnachweis

German: Erzherzogin Maria Elisabeth (1680-1741) im Alter von ca. vier Jahren title QS:P1476,de:" Erzherzogin Maria Elisabeth (1680-1741) im Alter von ca. vier Jahren" label QS:Lde," Erzherzogin Maria Elisabeth (1680-1741) im Alter von ca. vier Jahren"

Charles Brendel

Kunsthistorisches Museum Wien, Bilddatenbank .

Bildquelle: File:Maria Elisabeth von Österreich - 1680–1741.jpg · Lizenz: Public domain

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Biografie

Maria Elisabeth von Österreich wurde am 13. Dezember 1680 in Linz geboren und starb am 26. August 1741 auf Schloss Mariemont im Hennegau. Als Mitglied des Hauses Habsburg war sie Erzherzogin von Österreich und von 1724 bis 1741 Statthalterin der Österreichischen Niederlande, die ungefähr dem heutigen Belgien entsprachen. Sie blieb unverheiratet und regierte das Land mit weitreichenden Vollmachten. Ihre Herrschaft war in politischer Hinsicht relativ autoritär, doch machten ihre Frömmigkeit und ihre Fürsorge für Arme und Kranke sie bei vielen Untertanen beliebt. Maria Elisabeth war die Tochter Kaiser Leopolds I. und dessen dritter Ehefrau Eleonore Magdalene von Pfalz-Neuburg. Ihre Eltern hatten Wien wegen einer dort grassierenden Pestepidemie verlassen, sodass sie in Linz zur Welt kam. Sie erhielt eine ausgezeichnete Ausbildung und beherrschte neben Deutsch auch Französisch, Italienisch und Latein. Schon als junge Frau trat sie als gelehrte Autorin hervor. 1698 verfasste sie auf Latein eine Abhandlung über die Geschichte ihrer habsburgischen Dynastie. Wie mehrere Mitglieder ihrer Familie interessierte sie sich außerdem für italienische Musik und Opern. Während des Spanischen Erbfolgekriegs starb 1705 ihr Vater. Sein Sohn Joseph I. folgte ihm als Kaiser, starb jedoch bereits 1711 unerwartet. Danach übernahm Karl VI. die Kaiserwürde und übertrug seiner unverheirateten älteren Schwester zunächst die Regierung Tirols. Einige Jahre später bestimmte er sie zur Statthalterin der Österreichischen Niederlande. Die Vorgeschichte ihrer Ernennung war von Schwierigkeiten geprägt. Seit 1716 hatte Prinz Eugen von Savoyen das Amt des Statthalters inne, ließ sich jedoch durch seinen bevollmächtigten Minister Ercole Turinetti de Prié vertreten. Dieser machte sich in den niederländischen Provinzen unbeliebt und wurde 1724 wegen angeblicher Unterschlagungen nach Wien zurückgerufen. Im November desselben Jahres legte Prinz Eugen sein Amt offiziell nieder. Karl VI. ernannte daraufhin die 44-jährige Maria Elisabeth zu seiner Nachfolgerin. Sie verließ Wien am 4. September 1725 und traf im Oktober in den Niederlanden ein. Nach einem Zwischenaufenthalt in Löwen zog sie am 9. Oktober feierlich in Brüssel ein, wo anschließend zahlreiche Feste veranstaltet wurden. Ihre Residenz war zunächst der Palast von Coudenberg. In der Nacht vom 3. auf den 4. Februar 1731 brannte der Palast jedoch fast vollständig ab. Maria Elisabeth konnte sich nur knapp und halb bekleidet retten. Anschließend bezog sie das Hôtel d’Orange, auch Hôtel de Nassau genannt. Ihre Pläne für den Wiederaufbau des zerstörten Palastes wurden erst nach ihrem Tod durch ihren Nachfolger verwirklicht. Die Provinzialstände stellten ihr eine großzügige Zivilliste von 560.000 Brabantgulden zur Verfügung. Dadurch konnte sie einen kostspieligen Hofstaat unterhalten. An ihrem Hof galten strenge Regeln, und selbst ihre Mahlzeiten nahm sie stets allein ein. Zugleich verfügte sie über beträchtliche politische Befugnisse. Mit Zustimmung des Wiener Hofes konnte sie unter anderem kirchliche Würdenträger, Provinzstatthalter sowie Mitglieder verschiedener zentraler Räte ernennen. Sie bemühte sich, mit den bestehenden Institutionen zusammenzuarbeiten, und erreichte persönlich eine Amnestie für Teilnehmer der Brüsseler Unruhen von 1718. Ihre Politik versöhnte die Österreichischen Niederlande teilweise mit der habsburgischen Herrschaft, stärkte aber auch die Zentralgewalt auf Kosten der örtlichen Behörden. Der Kaiser stellte ihr einen Obersthofmeister zur Seite, der als bevollmächtigter Minister die Landespolitik überwachen und kaiserliche Anordnungen durchsetzen sollte. Zunächst hatte Giulio Visconti Borromeo Arese diese Aufgabe inne, ab 1732 der böhmische Graf Friedrich August von Harrach-Rohrau. Der genaue Anteil Maria Elisabeths und ihrer Obersthofmeister an den einzelnen Regierungsentscheidungen ist wegen der begrenzten Erforschung ihrer Amtszeit nicht immer klar. Maria Elisabeth widersetzte sich jedoch mehrfach Maßnahmen ihres Bruders. Wenn sie ihn nicht umstimmen konnte, verzögerte sie gelegentlich die Veröffentlichung von Anordnungen, etwa zum Asylrecht oder zur Einführung von Intendanten nach französischem Vorbild. Besonders großen Wert legte die konservativ eingestellte Statthalterin auf religiöse Fragen. Sie ging entschieden gegen den Jansenismus vor, den sie als häretische Richtung betrachtete. Der Kirchenjurist und bedeutende Jansenist Zeger Bernhard van Espen wurde auf ihre Anordnung ausgewiesen. Außerdem ließ sie die Zensur verschärfen und einen Index verbotener Bücher veröffentlichen. Ihr jesuitischer Beichtvater Stefan Amiodt beriet sie in diesen Fragen und verfasste später eine umfangreiche, nie gedruckte Darstellung ihrer Regierungszeit. Maria Elisabeth selbst stand dem Jesuitenorden besonders nahe. Trotz ihrer strengen Religionspolitik war sie beim Volk als fromme und fürsorgliche Landesmutter angesehen. Sie nahm an religiösen Festen und Wallfahrten teil. Am Gründonnerstag wusch sie jedes Jahr zwölf armen alten Frauen die Füße, bewirtete sie und schenkte ihnen neue Kleidung. Auch das kulturelle Leben Brüssels förderte sie. Sie unterstützte den Musiker Jean-Joseph Fiocco, der als Chormeister ihrer Hofkapelle wirkte und ihr zwischen 1726 und 1738 mehrere Oratorien widmete. Außerdem besuchte sie gern Opernaufführungen italienischer Ensembles. Während ihrer Amtszeit versuchte Maria Elisabeth auch, Wirtschaft und Gewerbe zu beleben. Der Handel und die gewerbliche Produktion entwickelten sich seit Beginn der 1730er Jahre günstiger. Sie ließ die Industrie ihres Herrschaftsgebiets erstmals umfassend untersuchen, um Möglichkeiten für Reformen zu finden. Die von Karl VI. unterstützte Ostender Kompanie musste jedoch wegen internationalen politischen Drucks zunächst ausgesetzt und schließlich aufgehoben werden. Ein Plan von 1737, Maria Elisabeth durch den Schwiegersohn des Kaisers, Franz Stephan, zu ersetzen, kam nicht zustande. Die Brüsseler Bevölkerung begrüßte dies mit Freudenfeuern. Im Juli 1741 zog sich Maria Elisabeth nach Schloss Mariemont zurück, wo sie den Sommer verbringen wollte. Sie hielt sich dort gern auf, um der ihrer Ansicht nach unbequemen Brüsseler Residenz zu entkommen, und widmete sich dem Fischfang und der Jagd. Bereits 1739 hatte sie dort eine Kapelle errichten lassen und plante, Mariemont zu einem mit Spa konkurrierenden Kurbad auszubauen. Im Sommer 1741 beobachtete sie Versuche mit Mineralwässern aus einer Quelle des Schlossparks. Nach einem Jagdausflug erkrankte sie plötzlich und starb am 26. August im Alter von 60 Jahren. Seit April 1741 war ihr Herzog Karl Alexander von Lothringen als Ko-Statthalter beigeordnet worden. Nach ihrem Tod ließ er sich zunächst durch Harrach vertreten und übernahm das Amt 1744 selbst. Maria Elisabeth wurde zuerst in der Brüsseler Kirche Sainte Gudule beigesetzt. 1749 ließ Maria Theresia ihren Leichnam nach Wien überführen. Sie ruht in der Kapuzinergruft neben ihrem Vater Leopold I. und ihrer Nichte Maria Anna. Ihr Herz und ihre Eingeweide wurden getrennt in den traditionellen habsburgischen Begräbnisstätten Wiens beigesetzt.

Quelle: Maria Elisabeth von Österreich (1680–1741) (de, 266145550). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0

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Partnerinnen und Partner

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