Person

Maria de’ Medici

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Geburt

  1. 26.04.1573

  2. 26.04.1575

Tod

  1. 03.07.1642

  2. 04.07.1642

Porträt von Maria de’ Medici
Bildnachweis

Marie de Médicis title QS:P1476,en:"Marie de Médicis " label QS:Len,"Marie de Médicis " label QS:Lit,"Maria de' Medici" label QS:Lfr,"Marie de Médici" label QS:Lde,"Maria de' Medici" label QS:Lnl,"Maria de' Medici"

Frans Pourbus the Younger

https://www.artic.edu/artworks/78591

Bildquelle: File:Frans Pourbus, the Younger - Marie de Médicis - 1920.1034 - Art Institute of Chicago.jpg · Lizenz: Public domain

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Biografie

Maria de’ Medici wurde am 26. April 1575 im Palazzo Pitti in Florenz geboren. Sie entstammte väterlicherseits der mächtigen und wohlhabenden Familie der Medici und war das sechste von acht Kindern des toskanischen Großherzogs Francesco I. de’ Medici und der österreichischen Erzherzogin Johanna. Ihre Kindheit war von Verlusten geprägt. Die Mutter starb, als Maria drei Jahre alt war, kurz nach der Geburt ihres achten Kindes. Mehrere Geschwister waren bereits im Kleinkindalter gestorben, weitere folgten in Marias Jugend. Nach der Wiederverheiratung ihres Vaters mit Bianca Cappello wuchs sie mit ihren wenigen noch lebenden Geschwistern weitgehend getrennt von ihm im Palazzo Pitti auf. Eine wichtige Bezugsperson wurde ihre sieben Jahre ältere Ziehschwester Leonora Dori, später Leonora Galigaï genannt. Gemeinsam mit Marias Stiefbruder Antonio erhielt sie eine umfassende Ausbildung. Maria lernte Naturwissenschaften, Musik und Malerei und entwickelte früh eine lebenslange Leidenschaft für Kunst und kostbare Edelsteine. Französisch beherrschte sie dagegen weder vor noch nach ihrer späteren Heirat besonders gut. Nach dem Tod ihres Vaters und Bianca Cappellos im Jahr 1587 wurde Marias Onkel Ferdinando I. de’ Medici ihr Vormund. Er behandelte sie liebevoller als ihr Vater, und auch zu seiner Ehefrau Christine von Lothringen entwickelte Maria ein freundschaftliches Verhältnis. Als eine der reichsten Erbinnen Europas war Maria eine begehrte Heiratskandidatin. Mehrere Eheprojekte scheiterten, bevor ihr Onkel Verhandlungen mit dem französischen König Heinrich IV. aufnahm. Die geplante Verbindung hatte auch finanzielle Gründe: Heinrich war bei den Medici hoch verschuldet, und Marias Mitgift sollte Frankreich erheblich entlasten. Heinrichs kinderlose Ehe mit Margarete von Valois wurde schließlich aufgelöst. Am 25. April 1600 unterzeichneten Maria und Heinrich ihren Heiratsvertrag. Ihre Mitgift betrug 600.000 Gold-Écus, von denen die Hälfte zur Tilgung der königlichen Schulden vorgesehen war. Die Ehe wurde am 5. Oktober 1600 in Florenz zunächst stellvertretend geschlossen. Maria reiste anschließend mit einem großen Gefolge nach Frankreich. Die persönliche Hochzeit fand am 17. Dezember in Lyon statt. Die Ehe verlief jedoch nicht glücklich. Heinrich kehrte bald nach Paris zurück und widmete sich erneut seiner Mätresse Henriette d’Entragues, die Maria öffentlich demütigte. Die Königin ertrug die Untreue ihres Mannes nur schwer, und zwischen den Eheleuten sowie zwischen Maria und der Mätresse kam es immer wieder zu Streitigkeiten. Dennoch erwies Heinrich seiner Gemahlin die ihr zustehenden Ehren. Maria gebar insgesamt sechs Kinder. Der älteste Sohn, Ludwig, kam am 27. September 1601 zur Welt und wurde später als Ludwig XIII. König von Frankreich. Es folgten Élisabeth, Christine, Nicolas Henri, Gaston und Henriette Marie. Heinrich ließ seine ehelichen und unehelichen Kinder gemeinsam am Hof erziehen, was die Spannungen mit Maria noch verstärkte. Als Mutter blieb sie ihren Kindern eher distanziert; nur zu Gaston entwickelte sie eine besonders herzliche Beziehung. Politisch setzte sich Maria für die Rekatholisierung Frankreichs und eine Annäherung an das katholische Spanien ein. Auf ihre Unterstützung hin durften die Jesuiten 1604 nach Frankreich zurückkehren. Außerdem förderte sie kulturelle Beziehungen zwischen dem französischen Hof und ihrer florentinischen Heimat. Stark beeinflusst wurde sie von Leonora Galigaï und deren ehrgeizigem Ehemann Concino Concini, die mit ihr nach Frankreich gekommen waren. Nach langem Drängen ließ Heinrich Maria am 13. Mai 1610 in Saint-Denis zur Königin krönen. Bereits am folgenden Tag wurde der König von dem katholischen Fanatiker François Ravaillac ermordet. Maria sicherte sich daraufhin die Regentschaft für ihren minderjährigen Sohn Ludwig XIII. Sie bemühte sich, die Spannungen zwischen Adel, Konfessionen und ausländischen Mächten zu kontrollieren. Dabei entfernte sie sich außenpolitisch von Heinrichs antiburgundischer beziehungsweise antihabsburgischer Linie und suchte die Verständigung mit Spanien. 1611 wurde eine Doppelhochzeit vereinbart: Ludwig sollte die spanische Infantin Anna heiraten, während Marias Tochter Élisabeth den späteren spanischen König Philipp IV. heiratete. Concini stieg unter Marias Regentschaft zum mächtigsten Berater auf und wurde wegen seiner ausländischen Herkunft und seiner Bereicherungspolitik zunehmend verhasst. Maria musste sich außerdem gegen aufständische Adlige behaupten. 1614 berief sie die Generalstände ein, die bis 1615 tagten. Es war die vorletzte Zusammenkunft dieser Institution vor der Französischen Revolution. Obwohl Ludwig XIII. inzwischen volljährig war, hielt Maria an ihrer tatsächlichen Macht fest und schirmte ihren Sohn von den Regierungsgeschäften ab. Im April 1617 befreite sich Ludwig mit Unterstützung seines Günstlings Charles d’Albert de Luynes von der Bevormundung. Concini wurde erschossen, Leonora Galigaï hingerichtet und Maria nach Blois verbannt. Maria floh 1619 spektakulär aus dem Schloss und löste einen Aufstand gegen ihren Sohn aus. Der inzwischen von ihr geförderte Bischof Armand Jean du Plessis, der spätere Kardinal Richelieu, vermittelte zunächst eine Versöhnung. Maria erhielt Bewegungsfreiheit, Einkünfte und das Gouvernement von Anjou. 1620 unterstützte sie jedoch erneut eine Rebellion, die Ludwig rasch niederschlug. Nach einer weiteren Aussöhnung kehrte sie an den Hof zurück. Nach dem Tod Luynes’ gewann Maria wieder politischen Einfluss. Sie wurde 1622 erneut in den königlichen Beraterstab aufgenommen und setzte sich erfolgreich für Richelieus Ernennung zum Kardinal ein. Als Richelieu 1624 zum führenden Minister aufstieg, verschlechterte sich ihr Verhältnis zu ihm. Maria lehnte seine offensive Politik gegen Spanien und Österreich ab, während Richelieu die habsburgische Vormacht als Gefahr für Frankreich betrachtete. Im November 1630 kam es zum offenen Machtkampf. Maria verlangte Richelieus Entlassung, doch Ludwig XIII. stellte sich am sogenannten „Tag der Betrogenen“ hinter den Kardinal. Maria verlor damit endgültig ihren politischen Einfluss und wurde 1631 unter Hausarrest gestellt. Im Juli 1631 floh sie in die Spanischen Niederlande. Frankreich erklärte sie wegen ihrer Zuflucht bei den Feinden des Königs zur Hochverräterin, ächtete sie und beschlagnahmte ihren Besitz. In den folgenden Jahren lebte Maria unstet in den Spanischen Niederlanden, den Vereinigten Niederlanden und England. Sie bat wiederholt um eine Rückkehr nach Frankreich, blieb jedoch erfolglos. Schließlich fand sie 1641 in Köln eine bescheidene Unterkunft im ehemaligen Haus der Familie Rubens. Dort starb sie am 3. Juli 1642 im Alter von 67 Jahren einsam und verarmt. Neben ihrer politischen Rolle blieb Maria als bedeutende Mäzenin in Erinnerung. Sie förderte Schriftsteller, Maler und Bildhauer und ließ das Palais du Luxembourg mit dem Jardin du Luxembourg errichten. Von Peter Paul Rubens beauftragte sie den sogenannten Medici-Zyklus, eine Folge von 24 Gemälden über ihr Leben und ihre Herrschaft. Die Bilder gehören heute zu den bekanntesten künstlerischen Zeugnissen ihrer Zeit.

Quelle: Maria de’ Medici (de, 267964226). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0