Person
Maria Amalia von Österreich
Verbindung zu einer anderen Person findenGeburt
22.10.1701
Tod
11.12.1756

Bildnachweis
German: Maria Amalia von Österreich (1701-1756) in einer bestickten Robe Maria Amalia of Austria title QS:P1476,de:"Maria Amalia von Österreich (1701-1756) in einer bestickten Robe " label QS:Lde,"Maria Amalia von Österreich (1701-1756) in einer bestickten Robe " label QS:Len,"Maria Amalia of Austria"
Circle of Georg Desmarées
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Bildquelle: File:Desmarées, circle of - Maria Amalia of Austria, Electress of Bavaria.jpg · Lizenz: Public domain
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Biografie
Maria Amalia Josefa Anna von Österreich wurde am 22. Oktober 1701 im Wiener Hofburgpalast geboren. Sie war die zweite Tochter des späteren römisch-deutschen Kaisers Joseph I. und dessen Frau Wilhelmine Amalia von Braunschweig-Lüneburg. Ihre ältere Schwester hieß Maria Josefa; ein Bruder Leopold war zwei Monate vor Maria Amalias Geburt im Säuglingsalter gestorben. Der Name Amalia erinnerte an ihre Mutter, während Maria dem traditionellen Namen österreichischer Erzherzoginnen entsprach.
Maria Amalia wuchs in einer politisch bedeutenden, zugleich schwierigen familiären Situation auf. Ihr Großvater väterlicherseits, Leopold I., war Kaiser des Heiligen Römischen Reiches. Zu ihren Verwandten mütterlicherseits gehörten Georg, der Kurfürst von Hannover, und Sophie Charlotte, die erste preußische Königin. Die Ehe ihrer Eltern war zunächst glücklich, kühlte sich jedoch nach dem Tod des Sohnes und wegen der zahlreichen außerehelichen Beziehungen Josephs ab. Eine 1704 ausgebrochene Geschlechtskrankheit machte weitere Nachkommen unmöglich. Außerdem hatte Wilhelmine Amalia ein schlechtes Verhältnis zu ihrer Schwiegermutter Eleonore Magdalene.
Im Mai 1705 wurde Maria Amalias Vater Kaiser sowie König von Ungarn und Böhmen. Seine Regierungszeit war vom Spanischen Erbfolgekrieg und dem Streben nach einem besonders prunkvollen Hof geprägt, was die finanziellen Schwierigkeiten des Hauses noch verstärkte. Joseph I. starb im April 1711 während einer Pockenepidemie. Nach seinem Tod lebte Maria Amalia mit ihrer Schwester und ihrer Mutter in Schönbrunn, das Wilhelmine Amalia als Witwensitz erhalten hatte.
Die Thronfolge war für die beiden Schwestern von großer Bedeutung. Ein 1703 zwischen Joseph I. und seinem Bruder Karl geschlossener geheimer Pakt sah vor, dass bei fehlenden männlichen Nachkommen zunächst Maria Josefa und danach Maria Amalia die habsburgischen Erbrechte übernehmen sollten. Karl erließ jedoch 1713 die Pragmatische Sanktion, die seinen eigenen Töchtern den Vorrang geben sollte. Maria Josefa und Maria Amalia durften zunächst nicht heiraten, solange sie nicht auf ihre Thronansprüche verzichteten. Ihre Mutter setzte sich nachdrücklich für ihre Rechte ein, akzeptierte die endgültige Regelung aber ohne offenen Protest.
Die Schwestern erhielten eine streng katholische Erziehung, die stark von der Religiosität ihrer Mutter geprägt war. Maria Amalia galt als lebhafter und extrovertierter als Maria Josefa und wurde zudem für ihre Schönheit gerühmt. Eine geplante Verbindung mit Viktor Amadeus, dem Erben Savoyens, sollte die angespannten Beziehungen zwischen Österreich und Savoyen verbessern. Der Plan scheiterte jedoch, und der Prinz starb 1715 unverheiratet an den Pocken.
1717 lernte Maria Amalia den bayerischen Erbprinzen Karl Albrecht kennen, der auf dem Weg zu einem Feldzug gegen die Türken nach Wien gekommen war. Für ihn war eine Ehe mit einer habsburgischen Erzherzogin aus dynastischen und politischen Gründen vorteilhaft. Zunächst hatte er um die Hand Maria Josefas gebeten, doch diese war bereits mit dem Erben der sächsischen und polnischen Throne verlobt. Danach machte Karl Albrecht Maria Amalia einen Heiratsantrag. Die Eheschließung wurde genehmigt, nachdem beide auf ihre Ansprüche auf den österreichischen Thron verzichtet hatten.
Die Hochzeit fand am 5. Oktober 1722 in Wien statt. Maria Amalias Mitgift umfasste Schmuck im Wert von 986.500 Gulden. Die anschließenden Feiern in München dauerten vom 17. Oktober bis zum 4. November und waren noch aufwendiger als die Wiener Festlichkeiten. Das Paar bezog Schloss Nymphenburg bei München. Zeitgenossen beschrieben die Ehe als glücklich, auch wenn Karl Albrecht seine Gewohnheiten aus der Zeit als Junggeselle zunächst fortsetzte und weiterhin Geliebte hatte. Aus seinen außerehelichen Beziehungen stammten insgesamt sechs Kinder, zwei davon wurden vor der Hochzeit geboren. 1723 beendete er jedoch seine Verbindung mit der Hofdame Maria Karolina von Ingenheim und verheiratete sie mit Hieronymus von Spreti.
Ende Februar 1726 wurde Karl Albrecht regierender Kurfürst von Bayern, und Maria Amalia wurde Kurfürstin. Nach der Geburt ihres Sohnes im Mai 1727 schenkte ihr ihr Mann Schloss Fürstenried mit einem barocken Garten. 1734 ließ er außerdem das Jagdschlösschen Amalienburg errichten, das in der Nähe von Nymphenburg lag und 1739 seine endgültige Rokoko-Gestalt erhielt. Maria Amalia genoss das höfische Leben, Feste und repräsentativen Glanz. Gemeinsam mit ihrem Mann machte sie den bayerischen Hof zu einem kulturellen Zentrum und förderte besonders die Oper. Sie interessierte sich für Politik, ging auf die Jagd und unternahm Reisen, darunter Wallfahrten, von denen sie sich die Geburt weiterer Söhne erhoffte. Außerdem unterstützte sie Kirchen und Klöster, gründete neue religiöse Einrichtungen und stand ihrer Schwägerin Maria Anna nahe, die als Klarissin in einem Münchner Kloster lebte.
Nach dem Tod ihres Onkels Karl im Jahr 1740 begann der Österreichische Erbfolgekrieg. Obwohl Maria Amalia selbst auf ihre österreichischen Rechte verzichtet hatte, erhob Karl Albrecht Ansprüche im Namen seiner Frau. Maria Amalia vertrat am Hof jedoch die sogenannte Friedenspartei. Bayern verbündete sich unter anderem mit Preußen, Sachsen, Frankreich und Spanien. Karl Albrecht ließ sich 1741 in Prag zum König von Böhmen krönen und wurde im Januar 1742 in Frankfurt zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches gewählt. Maria Amalia nahm an der böhmischen Krönung wegen der dortigen Kämpfe nicht teil. Währenddessen drangen österreichische Truppen nach Bayern vor. 1743 musste Karl die böhmische Krone aufgeben; bis 1744 lebte das Paar in Frankfurt.
Karl Albrecht starb im Januar 1745, bevor der Krieg beendet war. Danach beendete Maria Amalia ihre Feindschaft mit ihrer Cousine Maria Theresia und bewog ihren Sohn, den Krieg gegen Österreich einzustellen. Am 22. April 1745 wurde der Frieden von Füssen zwischen Bayern und Österreich geschlossen.
Maria Amalia verbrachte den Rest ihres Lebens überwiegend in Fürstenried. 1754 gründete sie in München das von Nonnen geführte Krankenhaus der Elisabetinerinnen. Sie starb am 11. Dezember 1756 im Schloss Nymphenburg. Bestattet wurde sie neben ihrem Mann in der Theatinerkirche in München; ihre Herzen ruhen gemeinsam in einer Doppelurne in der Heiligen Kapelle von Altötting. Zu ihren Kindern gehörten unter anderem Maximilian III. Joseph, der von 1745 bis 1777 Kurfürst von Bayern war, sowie Maria Antonie, Maria Anna und Maria Josefa, die später den Kaiser Joseph II. heiratete.
Quelle: Марія Амалія Австрійська (1701–1756) (uk, 44874379). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0