Person

Ludwig von Württemberg

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Geburt

  1. 30.08.1756

Tod

  1. 20.09.1817

Porträt von Ludwig von Württemberg
Bildnachweis

1756 - Herzog Ludwig von Württemberg

unbekannter Künstler

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Bildquelle: File:1756 - Herzog Ludwig von Württemberg.jpg · Lizenz: Public domain

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Biografie

Ludwig Friedrich Alexander von Württemberg, meist Louis genannt, wurde am 30. August 1756 in Treptow an der Rega geboren und starb am 20. September 1817 in Kirchheim unter Teck. Er war ein württembergischer Prinz und brachte es in preußischen Diensten bis zum Generalfeldmarschall. Ludwig war der zweite Sohn des Herzogs Friedrich Eugen von Württemberg und dessen Ehefrau Friederike Dorothea Sophia von Brandenburg-Schwedt. Über seine Mutter war er mit dem preußischen König Friedrich II. verwandt, denn sie war eine Schwester von dessen Mutter Sophie Dorothea Marie von Preußen. Auch später spielten seine familiären Beziehungen zu europäischen Fürstenhäusern eine wichtige Rolle in seinem Leben. Am 18. Juni 1775 trat Ludwig als Oberstleutnant in die preußische Armee ein. Im folgenden Jahr wurde er dem Infanterieregiment „Möllendorff“ zugeteilt, dessen Kommandeur er 1778 übernahm. Im Bayerischen Erbfolgekrieg nahm er an den Gefechten bei Georgenthal und Brüx teil. 1779 wurde er zum Oberst befördert. Drei Jahre später wechselte er als Regimentschef zum Kürassierregiment „Mauschwitz“ und erhielt den Rang eines Generalmajors. 1786 wurde er als Ritter in den Johanniterorden aufgenommen. Seine Stellung wurde besonders bedeutend, als Preußen und Polen 1790 ein Bündnis gegen Russland schlossen. Ludwig galt damals als möglicher Anwärter auf die polnische Krone. Mit preußischer Genehmigung trat er in polnische Dienste über, wurde Generalleutnant und Gouverneur von Warschau. Zugleich blieb er in der preußischen Armee und erhielt dort ebenfalls den Rang eines Generalleutnants. Seine Verbindung zu Polen war auch familiärer Natur: Er war mit Maria Anna Czartoryska verheiratet, einer Angehörigen eines der einflussreichsten polnischen Magnatengeschlechter. Der Russisch-Polnische Krieg von 1792 wurde jedoch zu einem entscheidenden Wendepunkt in Ludwigs Ansehen. Preußen löste sich beim Einmarsch russischer Truppen einseitig aus der gegen Russland gerichteten Defensivallianz. Ludwig war zu dieser Zeit als Kommandeur litauischer Truppen an Polen ausgeliehen. Obwohl er durch seine Schwester Sophie Dorothee, die den russischen Thronfolger Paul geheiratet hatte, eng mit dem russischen Herrscherhaus verbunden war, verweigerte er den Kampf gegen die russischen Truppen. Er gab vor, krank zu sein. Sein Verhalten trug zur polnischen Niederlage in der Schlacht bei Mir am 10. Juni 1792 bei. In den polnischen Adelskreisen, die für die Verfassung vom 3. Mai eingetreten waren und Russland damit zum Krieg gegen Polen herausgefordert hatten, galt Ludwig fortan als Verräter. Seine Ehe mit Maria Anna Czartoryska zerbrach ebenfalls. Die Scheidung wurde 1793 vollzogen und mit seinem Verhalten im Krieg sowie seiner Gewalttätigkeit gegenüber seiner Frau begründet. Ludwig soll sie wiederholt geschlagen haben, sogar unmittelbar nach der Geburt eines gemeinsamen Kindes. Aus der Ehe stammte nur ein Sohn, Adam, der 1792 geboren wurde. Nach der Scheidung blieb er gegen den Willen der Familie Czartoryski beim Vater und wurde später russischer Generalleutnant. Maria Anna verlor durch die Scheidung ihre Kinder, die bei der württembergischen Familie bleiben mussten. Ludwig nahm anschließend am Ersten Koalitionskrieg gegen Frankreich teil. 1796 wurde er zum Gouverneur von Ansbach und Bayreuth ernannt, 1798 zum General der Kavallerie befördert. Im selben Jahr erwarb er die Herrschaft Wallisfurth in der Grafschaft Glatz. Wegen einer Erkrankung schied er 1800 aus dem aktiven Dienst aus; dabei erhielt er den Charakter eines Generalfeldmarschalls. Finanziell blieb Ludwigs Leben problematisch. Er war dauerhaft hoch verschuldet, lebte deutlich über seine Verhältnisse und führte einen verschwenderischen Lebensstil. Nach der Darstellung seiner Biografie hatte er auch deshalb in die wohlhabende Familie Czartoryski eingeheiratet, um seine finanzielle Lage zu verbessern. Die Ehe und die anschließende Scheidung verschärften seine wirtschaftlichen Schwierigkeiten jedoch weiter. Seine verwandtschaftlichen Beziehungen zum russischen Zarenhaus eröffneten ihm später neue Möglichkeiten. Seine Schwester war die russische Zarin Maria Feodorowna, und Ludwig diente zeitweise in der russischen Armee sowie als Gouverneur von Riga. 1797 heiratete Ludwig in Bayreuth seine zweite Ehefrau, Prinzessin Henriette von Nassau-Weilburg, die jüngste Tochter Fürst Karl Christians von Nassau-Weilburg und Wilhelmina Carolinas von Oranien-Nassau. Aus dieser Ehe gingen fünf Kinder hervor: Maria Dorothea, Amalie, Pauline, Elisabeth Alexandrine und Alexander. Die Kinder heirateten in verschiedene europäische Fürstenhäuser ein. Maria Dorothea wurde die Ehefrau Erzherzog Joseph Antons von Österreich, Amalie heiratete Herzog Joseph von Sachsen-Altenburg, Pauline den württembergischen König Wilhelm I. Elisabeth Alexandrine heiratete Prinz Wilhelm von Baden. Alexander ging später eine morganatische Ehe mit Claudine Gräfin Rhédey von Kis-Rhéde ein. 1807 zog Ludwig mit seiner Familie nach Württemberg. König Friedrich I. übertrug seinem jüngeren Bruder das Kommando über die Garde- und Haustruppen, die als „Maison du roi“ bezeichnet wurden. Die königliche Hofhaltung wechselte zwischen Stuttgart und Ludwigsburg, wo Ludwig und seine Familie jeweils in einem geeigneten Palais untergebracht werden konnten. Ab 1811 wurde Schloss Kirchheim zu ihrem Wohnsitz. Dort starb Ludwig 1817 im Alter von 61 Jahren. Seine militärische Laufbahn und seine dynastischen Verbindungen brachten ihm zahlreiche Auszeichnungen ein. Dazu gehörten unter anderem der preußische Schwarze Adlerorden, der polnische Weiße Adler-Orden, mehrere russische Großkreuze sowie württembergische Orden, darunter das Großkreuz des Militärverdienstordens. Sein Leben war damit von hohen militärischen Ämtern, weitreichenden verwandtschaftlichen Beziehungen und einer wechselvollen politischen Rolle geprägt, zugleich aber auch von finanziellen Schwierigkeiten, persönlichem Fehlverhalten und dem dauerhaften Ruf, Polen in einer entscheidenden historischen Krise verraten zu haben.

Quelle: Ludwig von Württemberg (de, 259761187). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0