Person
Ludwig von Orléans-Braganza
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Tod
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Biografie
Prinz Luís von Orléans-Braganza wurde am 26. Januar 1878 in Petrópolis als zweiter Sohn von Isabel, der kaiserlichen Prinzessin von Brasilien, und Gaston d’Orléans, dem Grafen von Eu, geboren. Sein Großvater mütterlicherseits war Pedro II., der letzte Kaiser Brasiliens. Da sein älterer Bruder Pedro de Alcântara zunächst als Nachfolger Isabels galt, erwartete niemand, dass Luís eines Tages die Führung des brasilianischen Kaiserhauses übernehmen würde. Später wurde er wegen seines Charakters und seines Einsatzes als „der vollkommene Prinz“ bezeichnet.
Schon als Kind zeigte Luís eine entschlossene, tatkräftige und wissbegierige Persönlichkeit. Im Gegensatz zu seinem älteren Bruder Pedro galt er als aktiv, intelligent und diszipliniert. Während eines Erdbebens in Europa im Jahr 1887 blieb Luís ruhig, während Pedro verängstigt reagierte. Luís interessierte sich früh für Literatur und verfasste später mehrere Reiseberichte. Seine Unternehmungslust führte ihn außerdem zum Sport und zu ausgedehnten Reisen. Er bestieg unter anderem den Mont Blanc und bereiste das südliche Afrika, Zentralasien und Indien. Über seine Eindrücke schrieb er Bücher wie „Dans les Alpes“, „Tour d’Afrique“, „Where Four Empires Meet“ und „Under the Southern Cross“.
In Brasilien engagierte er sich bereits in jungen Jahren gemeinsam mit seinen Brüdern für die Abschaffung der Sklaverei. Die Brüder gaben im Palast von Petrópolis eine Zeitung heraus, die den Abolitionismus unterstützte. Ihre Kindheit wurde jedoch durch den politischen Umbruch von 1889 geprägt. Am 15. November stürzte ein Staatsstreich die Monarchie und führte zur Gründung der Republik. Isabel schickte ihre Kinder zunächst nach Petrópolis, wo sie zwei Tage lang kaum wussten, was außerhalb des Palastes geschah. Kurz darauf musste die kaiserliche Familie Brasilien verlassen.
Das Exil brachte erhebliche finanzielle Schwierigkeiten mit sich. Pedro II. lehnte eine Zahlung der neuen republikanischen Regierung ab, und im Dezember 1889 wurden die Einkünfte der Familie aus Brasilien eingestellt. Luís zog 1890 im Alter von dreizehn Jahren mit seinen Eltern und seinen Brüdern Pedro und Antônio in die Nähe von Versailles. Nach dem Tod Pedro II. im Jahr 1891 hofften Monarchisten auf eine Wiederherstellung der Monarchie, doch zunächst unterstützte niemand aus der kaiserlichen Familie die Bewegung ausdrücklich. Luís’ älterer Bruder zeigte weder den Wunsch noch die Fähigkeit, diese Aufgabe zu übernehmen, und begann stattdessen eine militärische Ausbildung in Wiener Neustadt. Luís und Antônio folgten ihm dorthin.
Luís entwickelte sich zunehmend zu einem ehrgeizigen und politisch interessierten Mann. Seine Eltern sahen in ihm das einzige Mitglied der Familie, das die monarchistische Sache in Brasilien wirksam unterstützen konnte. 1907 plante er, das gegen die kaiserliche Familie gerichtete Einreiseverbot zu umgehen und nach Rio de Janeiro zu reisen. Seine Ankunft erregte großes Aufsehen, doch die republikanische Regierung verhinderte, dass er an Land ging. Luís konnte seine Heimat nicht betreten, sandte seiner Mutter jedoch einen Gruß von der Guanabara-Bucht. Die Erlebnisse dieser Reise verarbeitete er später in seinem Buch „Under the Southern Cross“, das 1913 erschien.
Eine entscheidende Veränderung trat 1908 ein. Luís’ Bruder Pedro wollte die österreichisch-ungarische Adlige Elisabeth Dobržensky heiraten. Isabel stimmte dieser Verbindung unter der Bedingung zu, dass Pedro auf seine Rechte als Thronfolger verzichtete. Am 30. Oktober 1908 erklärte Pedro seinen freiwilligen Verzicht für sich und seine Nachkommen. Damit wurde Luís zum Erben seiner Mutter und zum führenden Vertreter der brasilianischen Monarchisten.
Am 4. November 1908 heiratete Luís in Cannes Maria Pia von Bourbon-Sizilien, eine Verwandte seiner Familie. Das Paar hatte drei Kinder: Pedro Henrique, Luís Gastão und Pia Maria. Pedro Henrique wurde später nach Isabels Tod im Jahr 1921 das Oberhaupt des brasilianischen Kaiserhauses. Isabel schätzte ihre Enkel sehr und hob besonders Pedro Henriques Intelligenz hervor.
Als Thronfolger nahm Luís von 1907 bis zu seinem Tod aktiv an der monarchistischen Politik teil. 1909 veröffentlichte er ein politisches Manifest, um die ins Stocken geratene Bewegung neu zu beleben, und gewann Unterstützer in mehreren brasilianischen Bundesstaaten. Er setzte sich für einen föderalistischeren Staatsaufbau, größere politische und wirtschaftliche Freiheit der Bundesstaaten sowie eine professionelle Armee ein, die Menschen aus allen Gesellschaftsschichten offenstehen sollte. Besonders fortschrittlich waren seine Vorstellungen zur sozialen Lage der Arbeiter. Luís befürwortete eine Monarchie, die durch soziale Gesetzgebung bessere Lebensbedingungen schaffen sollte, darunter grundlegende Rechte wie geregelte Arbeitszeiten, Urlaub und Schutz der Beschäftigten. Wegen dieser Haltung bezeichneten ihn Gegner als Sozialisten oder Radikalen, obwohl er vor allem verhindern wollte, dass Arbeiter sich sozialistischen, kommunistischen oder anarchistischen Bewegungen anschlossen.
Mit dem Beginn des Ersten Weltkriegs 1914 wollte Luís seine Verbundenheit mit den Ländern seiner Vorfahren unter Beweis stellen. Da ihm der Dienst in der französischen Armee gesetzlich verwehrt war, trat er gemeinsam mit seinem Bruder Antônio als Offizier in die britischen Streitkräfte ein. Antônio diente als Pilot, Luís kämpfte 1915 in den Schützengräben Flanderns. Dort erkrankte er an einer schweren Form von Knochenrheumatismus, die ihn dauerhaft schwächte und schließlich gehunfähig machte. Er wurde aus dem aktiven Dienst genommen und zur Behandlung in Sicherheit gebracht.
Für seinen Einsatz und seine Tapferkeit erhielt Luís mehrere Auszeichnungen aus Belgien, Frankreich und Großbritannien, darunter die Yser-Medaille, das französische Kreuz des Krieges und die Ehrenlegion sowie britische Kriegs- und Siegesmedaillen. Die Krankheit erwies sich jedoch als unheilbar. Prinz Luís starb am 26. März 1920 im Alter von 42 Jahren im Exil in Cannes, ein Jahr bevor seine Mutter Isabel starb. Sein Sohn Pedro Henrique wurde dadurch zum dynastischen Nachfolger.
Luís blieb in Brasilien vor allem als Thronprätendent und engagierter Vertreter der monarchistischen Bewegung in Erinnerung. Seine Unterstützung für soziale Verbesserungen der Arbeiterschaft galt für seine Zeit als ungewöhnlich fortschrittlich und trug zu seinem Beinamen „vollkommener Prinz“ bei. 1918 wurde ihm ein Werk über den brasilianischen Adel gewidmet. 2010 benannte die Gemeinde Pimenta Bueno im Bundesstaat Rondônia eine Straße nach ihm und der brasilianischen kaiserlichen Familie.
Quelle: Prince Luís of Orléans-Braganza (1878–1920) (en, 1358602096). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0
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