Person
Karl von Habsburg
Verbindung zu einer anderen Person findenGeburt
11.01.1961
Tod
Keine geprüfte Todesangabe vorhanden.
Biografie
Karl Thomas Robert Maria Franziskus Georg Bahnam Habsburg-Lothringen wurde am 11. Jänner 1961 in Starnberg geboren. Er ist der älteste Sohn von Otto von Habsburg, dem letzten Kronprinzen von Österreich-Ungarn, und Regina, geborene Prinzessin von Sachsen-Meiningen. Heute ist er österreichischer Medienunternehmer, Land- und Forstwirt sowie ehemaliger Politiker. Innerhalb der Familie Habsburg gilt er seit dem 1. Jänner 2007 als Familienoberhaupt. Seit dem 30. November 2000 ist er außerdem Souverän und Großmeister des Ordens vom Goldenen Vlies.
Karl Habsburg wuchs gemeinsam mit seinen Geschwistern in Bayern auf. Seine Eltern lebten seit 1954 in Pöcking am Starnberger See in der Villa Austria. In seinen ersten Lebensjahren durfte die Familie nicht nach Österreich einreisen; erst 1968 besuchte Karl das Land erstmals. Er ging in Pöcking zur Volksschule und anschließend auf ein neusprachliches Gymnasium in Tutzing.
Mit 20 Jahren zog Habsburg nach Anif bei Salzburg, wo er bis zu seinem späteren Umzug nach Wien im Jahr 2005 lebte. 1981 begann er an der Universität Salzburg ein Studium der Rechtswissenschaften. Zwei Jahre später nahm er zusätzlich Spanisch und Politikwissenschaften auf. Das rechtswissenschaftliche Studium beendete er 1993 ohne Abschluss. Danach widmete er sich einem interdisziplinären Studium, das Alte Geschichte mit rechtswissenschaftlichen Themen verband. Später absolvierte er weitere Kurse, unter anderem zu Konfliktlösung, und schloss nach eigenen Angaben 2012 mehrere Studiengänge in Betriebswirtschaft und Rechtswissenschaft ab.
Seinen Militärdienst leistete Karl Habsburg beim österreichischen Bundesheer. Als Einjährig-Freiwilliger absolvierte er eine Pilotenausbildung. Er ist Militärpilot der Luftstreitkräfte und Hauptmann der Miliz. Darüber hinaus wurde er als Kulturgüterschutz-Offizier dem Institut für Human- und Sozialwissenschaften zugeteilt.
Beruflich war Habsburg in den frühen 1980er-Jahren zunächst Assistent des Politikers Alfons Goppel im Europäischen Parlament. Dabei beschäftigte er sich mit den Rechten ethnischer Minderheiten in Europa. Seit seiner Jugend engagierte er sich außerdem in der Paneuropa-Union. 1986 übernahm er den Vorsitz der Paneuropa-Bewegung Österreich, den er bis 2024 innehatte; seither ist er deren Ehrenpräsident. Von 1994 bis 2019 gehörte er dem Präsidium der Paneuropa-Union an und war ab 2015 deren Vizepräsident. Bereits 1980 hatte er den Paneuropakreis Alpen-Adria gegründet und dessen Vorsitz übernommen.
In dieser Funktion organisierte Habsburg auch humanitäre Hilfe. Im Mai 1990 führte er einen Hilfskonvoi nach Vilnius, der Lebensmittel, Medikamente und Kleidung brachte. Die Aktion war eine Reaktion auf die sowjetische Rohstoffblockade nach der Unabhängigkeitserklärung Litauens. 1991 organisierte er internationale Unterstützung für Dubrovnik und andere vom Krieg betroffene Gebiete im ehemaligen Jugoslawien.
Um seine öffentliche Bekanntheit zu steigern, moderierte Habsburg von September 1992 bis April 1993 einige Folgen der ORF-Fernsehquizshow „Who is Who“. Er sah diese Tätigkeit ausdrücklich auch im Zusammenhang mit seinen politischen Plänen. Von 1996 bis 1999 war er für die ÖVP Mitglied des Europäischen Parlaments. Zuvor hatte er als enger Mitarbeiter des Salzburger Landeshauptmanns Wilfried Haslauer senior gearbeitet. Im Parlament setzte er sich besonders für Minderheiten ein. Aufmerksamkeit erregte er unter anderem durch einen Vergleich des Abtreibungsmedikaments Mifegyne mit der Todesstrafe.
Seine politische Laufbahn wurde von mehreren Affären überschattet. Im sogenannten World-Vision-Spendenskandal wurden Spenden, die für World Vision Österreich bestimmt waren, über den damaligen Generalsekretär der Paneuropa-Bewegung Österreich zu Paneuropa umgeleitet. Ein Teil der Gelder floss 1996 in Habsburgs Wahlkampf. Der Generalsekretär Wolfgang Krones wurde 2004 rechtskräftig verurteilt. Habsburg wurde vorgeworfen, seinen Generalsekretär nicht ausreichend kontrolliert zu haben. Im selben Jahr zahlte er 36.899 Euro an den Nachfolgeverein von World Vision zurück. Außerdem wurde er 1999 wegen versuchten Schmuggels eines Diadems aus dem Jahr 1996 schuldig gesprochen und zu einer Geldstrafe von 180.000 Schilling verurteilt. Nachdem ihn die ÖVP nicht wieder für die Europawahl aufgestellt hatte, scheiterte er 1999 mit der eigenen Liste CSA am Wiedereinzug ins Europäische Parlament.
Nach dem Ende seiner politischen Tätigkeit arbeitete Habsburg als Medienberater und wurde Miteigentümer verschiedener Fernseh- und Radiostationen in den Niederlanden sowie in Mittel- und Osteuropa. Zu seinen Projekten zählt das Digitalradio SoundTraxx in Bulgarien und der Ukraine. Außerdem ist er Mehrheitsgesellschafter einer Medienholding, die in der Ukraine den Radiosender Kraina FM betreibt. Habsburg war ein persönlicher Freund Alexei Nawalnys und kritisierte wiederholt die Politik Wladimir Putins. Am 24. Juni 2026 traf er den tschechischen Präsidenten Petr Pavel auf der Prager Burg.
Ein weiterer Schwerpunkt seiner Arbeit ist der Schutz von Kulturgütern in bewaffneten Konflikten. Von 2008 bis 2014 war Habsburg Vorsitzender der Association of National Committees of the Blue Shield, anschließend bis 2020 Präsident von Blue Shield International. Für diese Organisation leitete er unter anderem 2011 Untersuchungsmissionen in Ägypten und Libyen, um Zerstörungen und Plünderungen zu dokumentieren. In Mali bildete er Offiziere im Kulturgüterschutz aus. Seine Erfahrungen reichen außerdem zu einer Mission im Afghanistan-Krieg in den 1980er-Jahren zurück.
Privat war Karl Habsburg ab 1993 mit Francesca Thyssen-Bornemisza verheiratet. Das Paar trennte sich 2003 und ließ sich nach der Volljährigkeit seiner Kinder scheiden. Aus der Ehe stammen Eleonore, Ferdinand und Gloria. Eleonore heiratete 2020 Jérôme D’Ambrosio. 2022 heiratete Karl Habsburg seine langjährige portugiesische Lebensgefährtin Christian Reid. Im Oktober 2021 wurde er durch die Geburt seines ersten Enkelkindes, Otto, Großvater.
Habsburg besitzt ausschließlich die österreichische Staatsbürgerschaft. Sein Verhältnis zur rechtlichen Stellung des Hauses Habsburg und zu den österreichischen Adelsgesetzen ist wiederholt öffentlich diskutiert worden. 2013 bezeichnete er das Habsburgergesetz als überholt. Wegen der Verwendung der Bezeichnung „von“ auf seiner Website wurde gegen ihn ein Verwaltungsstrafverfahren eingeleitet. Die Gerichte bestätigten im Wesentlichen, dass die Verwendung einer solchen Adelsbezeichnung nach dem österreichischen Adelsaufhebungsgesetz unzulässig sei; die konkrete Strafe wurde jedoch aus formellen Gründen aufgehoben. Das Verfahren war damit zunächst nicht endgültig abgeschlossen.
Neben seinen politischen, wirtschaftlichen und kulturpolitischen Aufgaben ist Habsburg in katholischen Studentenverbindungen und europäischen militärischen Fallschirmsprungorganisationen engagiert. Er ist außerdem Großmeister mehrerer Orden und Träger verschiedener Auszeichnungen. Zu seinen Veröffentlichungen zählt das 2001 erschienene „Europa-Service-Buch“.
Quelle: Karl Habsburg-Lothringen (de, 269205971). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0