Person

Johann Karl

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Geburt

  1. 17.10.1638

Tod

  1. 21.02.1704

Biografie

Johann Karl von Pfalz-Birkenfeld-Gelnhausen, auch Johann Karl von Pfalz-Gelnhausen genannt, wurde am 17. Oktober 1638 in Bischweiler geboren und starb am 21. Februar 1704 in Gelnhausen. Er entstammte dem pfälzischen Zweig des Hauses Wittelsbach und begründete die Linie Pfalz-Gelnhausen, aus der später die bayerischen Herzöge hervorgingen. Johann Karl war der jüngere von zwei Söhnen des Pfalzgrafen Christian I. von Pfalz-Birkenfeld-Bischweiler und dessen Ehefrau Magdalena Katharina, einer Tochter Johanns II. von Pfalz-Zweibrücken. Gemeinsam mit seinem älteren Bruder Christian II. erhielt er Unterricht bei dem Theologen Philip Jacob Spener. Anschließend studierte er an der Universität Straßburg. Die Brüder unternahmen danach eine fünf Jahre dauernde Bildungsreise durch mehrere europäische Länder, darunter Frankreich, die Niederlande, England, Schweden und die Schweizerische Eidgenossenschaft. Schon früh schlug Johann Karl eine militärische Laufbahn ein. Er diente als Kavalleriekommandeur in der pfälzischen Armee seines Vetters, der 1654 als Karl X. Gustav König von Schweden wurde, und nahm an dessen Krieg gegen Dänemark teil. Später kämpfte er in Ungarn gegen die Türken. Danach trat er in den Dienst der Republik der Vereinigten Niederlande. 1674 nahm er an der Schlacht bei Seneffe teil und wurde zum ersten Heereschef befördert. Schließlich beendete er seine militärische Laufbahn und zog sich nach Gelnhausen zurück. Ein entscheidender Schritt für seine eigene Herrschaft war der Erwerb des Fürstenhofs in Gelnhausen im Jahr 1669. Zu diesem Besitz gehörten die Residenz, die Gärten und Teile eines Gebietes, das 1435 dem Wittelsbacher Kurfürsten Ludwig III. vom römisch-deutschen Kaiser übertragen worden war. 1671 erbten Johann Karl und sein Bruder gemeinsam Pfalz-Birkenfeld. Zwei Jahre später teilten sie die väterlichen Besitzungen. Christian II. behielt Birkenfeld und Bischweiler, während Johann Karl unter anderem das Apanageamt Neuburg, eine jährliche Zahlung von 6.000 rheinischen Gulden, einen Anteil an den Einkünften weiterer Familienbesitzungen sowie regelmäßige Weinlieferungen aus dem Moselgebiet erhielt. Durch weitere Vereinbarungen von 1681 und 1683 wurde ihm die Verwaltung Gelnhausens übertragen. Als Oberhaupt seiner eigenen Linie führte er die Bezeichnung Pfalzgraf von Birkenfeld in Gelnhausen. 1685 heiratete Johann Karl in Weikersheim Sophie Amalie von Zweibrücken, die Tochter des Pfalzgrafen Friedrich von Pfalz-Zweibrücken und Witwe des Grafen Siegfried von Hohenlohe-Weikersheim. Aus dieser Ehe ging eine Tochter hervor, Juliane Magdalene, geboren 1686. Sie heiratete 1704 Herzog Joachim Friedrich von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Plön. Sophie Amalie starb am 30. November 1695 ohne männliche Nachkommen. Johann Karl erklärte seinem Bruder im folgenden Jahr, dass er nicht allein weiterleben könne und aus Zuneigung erneut heiraten wolle. Am 28. Juli 1696 vermählte er sich mit Esther Maria von Witzleben, der ehemaligen Hofdame seiner ersten Frau. Esther Maria war ebenfalls verwitwet und stammte aus einem thüringischen Adelsgeschlecht. Ihr Vater Georg Friedrich von Witzleben-Elgersburg war Oberforstmeister im kleinen Herzogtum Sachsen-Römhild. Da ihre Familie nicht den Rang der Reichsunmittelbarkeit besaß, den der pfälzische Wittelsbacher Zweig beanspruchte, stieß die Ehe zunächst auf den Widerstand Christians II. Johann Karl versuchte zunächst, seinen Bruder zu beruhigen. Er stellte die Verbindung als private Ehe dar und versicherte, dass mögliche Kinder keine dynastischen Ansprüche erheben würden. Im August 1696 wurde eine entsprechende Vereinbarung getroffen, doch später änderte Johann Karl seine Haltung. Er bat den Kaiser, Esther Maria zur Reichsgräfin zu erheben, während Christian II. die aus der Ehe hervorgegangenen Kinder weiterhin nicht als Angehörige der dynastischen Linie anerkennen wollte. Aus Johann Karls zweiter Ehe gingen fünf Kinder hervor: Friedrich Bernhard, Johann, Wilhelm, Charlotte Katharina und Sophie Maria. Friedrich Bernhard heiratete Ernestine Luise von Waldeck-Pyrmont, Johann Sophie Charlotte von Salm-Hochstetten-Dhaun, Charlotte Katharina Friedrich Wilhelm von Solms-Braunfels und Sophie Maria Heinrich XXV. von Reuß-Gera. Wilhelm schlug eine militärische Laufbahn ein, wurde Feldmarschall in der ungarischen Armee und später General der Kavallerie im niederländischen Heer. Nach Johann Karls Tod erhob Esther Maria 1708 beim Reichshofrat Klage gegen ihren Schwager. 1715 wurden ihre Ansprüche und die ihrer Kinder vollständig anerkannt. Im Jahr darauf schloss Christian II. eine Vereinbarung, durch die die Kinder die Würde von Pfalzgrafen sowie Erbrechte erhielten; zugleich wurde ihre jährliche Pension von 6.000 auf 50.000 rheinische Gulden erhöht. Andere Wittelsbacher Linien behandelten sie jedoch weiterhin als aus einer ungleichen Ehe stammend und bestritten ihre mögliche Erbberechtigung. Erst der Vertrag von Teschen, der 1779 den Bayerischen Erbfolgekrieg beendete, bestätigte die dynastischen Rechte der Nachkommen Johann Karls und Esther Marias. Ihr Enkel Wilhelm erhielt 1803 das Herzogtum Berg als Apanage des bayerischen Kurfürsten. Obwohl Berg 1806 an Joachim Murat weitergegeben wurde, blieb der 1799 verliehene Titel „Herzog in Bayern“ bei den direkten Nachkommen bestehen. Seit 1845 war mit diesem Titel die Anrede Königliche Hoheit verbunden.

Quelle: João Carlos do Palatinado-Gelnhausen (pt, 69641866). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0