Biografie
Christian I. von Pfalz-Birkenfeld-Bischweiler wurde am 3. September 1598 in Birkenfeld geboren und starb am 6. September 1654 in Neuenstein. Ab 1630 war er Pfalzgraf von Pfalz-Birkenfeld-Bischweiler. Er entstammte dem Haus Wittelsbach und wurde durch seine Nachkommen zu einer bedeutenden Gestalt für die spätere dynastische Entwicklung Bayerns.
Christian war der jüngste Sohn des Pfalzgrafen und Herzogs Karl I. von Pfalz-Birkenfeld und dessen Ehefrau Dorothea, einer Tochter des Herzogs Wilhelm V. von Braunschweig-Lüneburg. Als sein Vater im Jahr 1600 starb, war Christian noch ein Kleinkind. Zunächst übernahm seine Tante, Gräfin Maria Elisabeth von Leiningen, seine Erziehung. Später kümmerte sich sein Onkel, Herzog Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg, um die Ausbildung und Betreuung des jungen Prinzen.
Seine wichtigste politische und militärische Rolle spielte Christian im Dreißigjährigen Krieg. Er kämpfte mit Auszeichnung und trat in schwedische Dienste, wo er zum General der Kavallerie aufstieg. 1632 warb er in Baden-Durlach eine eigene Armee an und vereinigte sie bei Würzburg mit den Truppen des schwedischen Königs Gustav Adolf. Im folgenden Jahr rückte Christian in das Kurfürstentum Köln vor. Während dieser Feldzüge belagerte er Heidelberg, Philippsburg, Hagenau und Breisach.
Zu Beginn des Jahres 1634 unterstützte Christian den schwedischen Feldmarschall Bernhard von Sachsen-Weimar im Kampf um Regensburg. Um dessen Vorgehen zu erleichtern, besetzte er mehrere Städte in der Oberpfalz, darunter Sulzbach, Vilseck, Auerbach und Hirschau. Nach der Schlacht bei Nördlingen im September 1634, die für die schwedisch-protestantische Seite eine schwere Niederlage bedeutete, beendete Christian seinen Militärdienst. Anschließend söhnte er sich wieder mit dem Kaiser aus und wandte sich stärker seinen dynastischen und landesherrlichen Aufgaben zu.
Eine entscheidende Veränderung in seinem Leben brachte seine erste Ehe. Durch die Heirat mit Magdalena Katharina von Zweibrücken erhielt Christian 1630 die Herrschaft Bischweiler. Dort ließ er ein Schloss errichten, in dem er ab 1640 seinen Wohnsitz nahm. Mit seiner Herrschaft begründete er die Linie Pfalz-Zweibrücken-Birkenfeld-Bischweiler. Diese Linie gewann später große Bedeutung, da von ihr das bayerische Königshaus abstammte. Im Jahr 1644 erhielten Christians Kinder durch König Ludwig XIV. das französische Indigenat, also die Anerkennung ihrer rechtlichen Zugehörigkeit zum französischen Adel und Staatsverband.
Nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges bemühte sich Christian um den Wiederaufbau seiner durch die langen Kämpfe belasteten Herrschaft. Sein Wirken war damit nicht nur von militärischen Unternehmungen und dynastischen Verbindungen geprägt, sondern auch von der Aufgabe, die Lebensbedingungen und die staatlichen Strukturen in seinem Herrschaftsgebiet wieder zu festigen. Christian wurde in der reformierten Pfarrkirche von Bischwiller bei Hagenau beigesetzt.
Neben seiner politischen und militärischen Tätigkeit gehörte Christian der Fruchtbringenden Gesellschaft an, einer bedeutenden sprachlichen und literarischen Vereinigung des 17. Jahrhunderts. Dort führte er den Gesellschaftsnamen „Der Schnäbelnde“ und trug die Mitgliedsnummer 205.
Christian war zweimal verheiratet. Seine erste Ehe schloss er am 14. November 1630 in Zweibrücken mit Magdalena Katharina, der Tochter des Pfalzgrafen und Herzogs Johann II. von Zweibrücken. Das Paar hatte mehrere Kinder. Einige Söhne, darunter ein 1631 geborener Sohn sowie Gustav Adolf und Johann Christian, starben bereits im Säuglings- oder Kindesalter. Die Tochter Dorothea Katharina heiratete 1649 Graf Johann Ludwig von Nassau-Ottweiler. Luise Sophie lebte von 1635 bis 1691.
Der Sohn Christian II., geboren 1637, wurde später Pfalzgraf von Pfalz-Birkenfeld-Bischweiler-Rappoltstein. Er heiratete 1667 Gräfin Katharina Agathe von Rappoltstein. Johann Karl, Christians Sohn aus dem Jahr 1638, wurde Pfalzgraf von Pfalz-Birkenfeld-Gelnhausen. Er war zunächst mit Prinzessin und Pfalzgräfin Sophie Amalie von Zweibrücken verheiratet und ging 1696 eine zweite Ehe mit Esther Marie von Witzleben ein. Die jüngste Tochter Anna Magdalena heiratete 1659 Graf Johann Reinhard II. von Hanau-Lichtenberg.
Nach dem Tod seiner ersten Frau im Jahr 1648 heiratete Christian in Bischweiler Gräfin Maria Johanna von Helfenstein-Wiesensteig. Sie war die Witwe des letzten Landgrafen von Leuchtenberg. Diese zweite Ehe blieb kinderlos.
Seine nachhaltigste Bedeutung liegt in der Entwicklung seiner Familie. Durch seinen Sohn Christian wurde er zum Stammvater der späteren bayerischen Könige, durch seinen Sohn Johann Karl auch zum Stammvater der Herzöge in Bayern. Seit 1799 bestanden innerhalb der Wittelsbacher nur noch diese beiden Linien. Nach der Überlieferung stammen alle heute lebenden Wittelsbacher von Christian I. ab.
Quelle: Christian I. (Pfalz-Birkenfeld-Bischweiler) (de, 263425752). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0