Person

Johann Friedrich

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Geburt

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Tod

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Biografie

Johann Friedrich von Württemberg wurde am 5. Mai 1582 im Schloss zu Mömpelgard als erstes Kind des württembergischen Herzogs Friedrich I. und dessen Gemahlin Sibylla geboren. Im Alter von vier Jahren zog er mit seiner Familie in die Residenz Stuttgart. Dort wuchs er in einer Zeit auf, in der die politischen und religiösen Spannungen im Heiligen Römischen Reich zunehmend zunahmen. Am 29. Januar beziehungsweise 8. Februar 1608 übernahm Johann Friedrich die Regierung als siebter regierender Herzog von Württemberg. Sein Amtsantritt fiel in eine entscheidende Phase der konfessionellen Auseinandersetzungen. Im selben Jahr schlossen sich zahlreiche protestantische Reichsstände zur Union zusammen. Johann Friedrich gehörte zu den angesehensten protestantischen Fürsten seiner Zeit. Dennoch bemühte er sich zunächst um einen ausgleichenden und konzilianten Kurs, weil er den großen Religionskrieg verhindern wollte, den viele Zeitgenossen bereits für unvermeidlich hielten. Gleichzeitig bereitete er sich auf eine mögliche militärische Auseinandersetzung vor. Er suchte Unterstützung bei den europäischen Gegnern des katholischen Habsburgerkaisers, insbesondere bei Frankreich, England und den niederländischen Generalstaaten. Seine Außenpolitik war von dem Versuch geprägt, die Interessen Württembergs zu sichern, ohne den Ausbruch eines umfassenden Krieges zu provozieren. Auf einem sogenannten Kompositionstag verhandelten Vertreter beider konfessioneller Lager über ihre Streitpunkte. Diese Bemühungen blieben jedoch erfolglos, und der große Krieg konnte nicht verhindert werden. Die Außenpolitik bestimmte Johann Friedrichs Regierungstätigkeit stark. Dabei hörte er häufig auf seine Berater. Im Inneren stellte er die Landesverfassung wieder her, die sein Vater verändert hatte. Auch die Räte des 1593 verstorbenen Herzogs Ludwig, die Friedrich I. aus ihren Ämtern entfernt hatte, berief er erneut. Gegen den mächtigen Kanzler seines Vaters, Enzlin, ging Johann Friedrich entschieden vor. Enzlin wurde wegen Veruntreuung und Erpressung zu lebenslanger Festungshaft verurteilt. Später erhob man gegen ihn den Vorwurf hochverräterischer Umtriebe. Nach einem Verhör unter der Folter wurde er 1613 auf dem Marktplatz in Urach hingerichtet. Nach dem Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges unterstützte Johann Friedrich zunächst Friedrich von der Pfalz, den die protestantischen Stände in Böhmen zum König gewählt hatten. Ein Grund dafür waren mehrere württembergische Besitzungen im Bottwartal, darunter die Burg Lichtenberg, das Kloster Oberstenfeld sowie die Orte Beilstein und Großbottwar. Diese Gebiete waren Lehen des böhmischen Königs. Als sich jedoch zeigte, dass die Gegner Habsburgs in Westeuropa nicht militärisch eingriffen, gab Württemberg die Unterstützung für Friedrich von der Pfalz auf. Nach dem Sieg Kaiser Ferdinands II. über Friedrich und die böhmischen Truppen in der Schlacht am Weißen Berg gewann der Kaiser eine beherrschende Stellung im Deutschen Reich. Auch die Familie des Herzogs spielte für die politische Ordnung Württembergs eine wichtige Rolle. Johann Friedrich war der erste regierende Herzog des Landes, der mehrere Brüder hatte. In einem fürstbrüderlichen Vergleich vom 28. Mai beziehungsweise 7. Juni 1617 überließ er seinem ältesten jüngeren Bruder Ludwig Friedrich die rechtlich selbstständige Grafschaft Mömpelgard sowie die elsässischen Herrschaften Reichenweier und Horburg. Julius Friedrich erhielt die erst kurze Zeit zuvor erworbenen Besitzungen Brenz und Weiltingen. Dadurch entstanden die Nebenlinien Württemberg-Mömpelgard und Württemberg-Weiltingen. Die Brüder Friedrich Achilles und Magnus bekamen die Schlösser Neuenstadt und Neuenbürg. Da beide unverheiratet starben, fielen ihre Besitzungen bald wieder an die Hauptlinie zurück. Der Krieg belastete Württemberg zunehmend. Am 26. April 1622 besiegte der bayerische Feldherr Graf von Tilly in der Schlacht bei Wimpfen den Markgrafen Georg Friedrich von Baden. Johann Friedrichs jüngster Bruder Magnus wurde dabei so schwer verwundet, dass er an den Verletzungen starb. Obwohl der Herzog mit dem Kaiser einen Neutralitätsvertrag geschlossen hatte, zogen die siegreichen kaiserlichen Truppen durch die nordwestlichen Gebiete Württembergs. Auch in den folgenden Jahren litt das Herzogtum wiederholt unter Truppendurchzügen und Einquartierungen. Am 5. November 1609 heiratete Johann Friedrich Barbara Sophia von Brandenburg, eine Tochter des Kurfürsten Joachim Friedrich von Brandenburg. Anlässlich der Hochzeit ließ er das Schloss Urach umbauen. Der dabei entstandene Goldene Saal gilt heute als einer der schönsten Festsäle der Renaissance in Deutschland. Aus der Ehe gingen neun Kinder hervor. Zu ihnen gehörten Henriette, Antonia und Anna Johanna sowie die Söhne Eberhard, Friedrich und Ulrich. Eberhard wurde später als Eberhard III. Herzog von Württemberg; Friedrich begründete die Linie Württemberg-Neuenstadt, während Ulrich Herzog von Württemberg-Neuenbürg wurde. Mehrere Kinder starben bereits im Säuglings- oder Kindesalter, darunter zwei Söhne namens Friedrich und der jüngste Sohn Eberthal. Johann Friedrich blieb bis zu seinem Tod Herzog von Württemberg. Er starb am 18. Juli beziehungsweise 28. Juli 1628 in Stuttgart. Seine Regierungszeit war vor allem durch die wachsenden konfessionellen Spannungen, den Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges, die schwierige Außenpolitik und die Neuordnung der herzoglichen Nebenlinien geprägt.

Quelle: Johann Friedrich (Württemberg) (de, 248237534). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0