Person
Georg von Habsburg
Verbindung zu einer anderen Person findenGeburt
16.12.1964
Tod
Keine geprüfte Todesangabe vorhanden.
Biografie
Jiří Habsbursko-Lotrinský, deutsch Georg von Habsburg-Lothringen und ungarisch Habsburg György, wurde am 16. Dezember 1964 im oberbayerischen Starnberg geboren. Sein vollständiger Name lautet Paul Georg Maria Joseph Dominicus von Habsburg-Lothringen. Er ist der jüngste Sohn Otto Habsburgs und dessen Ehefrau Regina sowie der jüngere Bruder von Karl Habsburg-Lothringen, dem heutigen Oberhaupt der Familie Habsburg-Lothringen. Sein Taufpate war der damalige Papst Paul VI. Jiří besitzt seit seiner Geburt die österreichische Staatsbürgerschaft; 1991 erhielt er zusätzlich die ungarische. Heute lebt er mit seiner Familie dauerhaft in der Nähe von Budapest.
Nach dem Abitur, das er 1984 in Tutzing in Bayern ablegte, studierte Jiří von 1984 bis 1993 Rechtswissenschaften, Politikwissenschaft, Geschichte und Islamwissenschaft. Seine Studien führten ihn nach Innsbruck, Madrid und München. Bereits während dieser Zeit begann er, sich beruflich mit Medien und historischen Themen zu beschäftigen. Von 1987 bis 1988 arbeitete er bei dem deutschen Fernsehsender ZDF im Bereich historischer Ereignisse. Anschließend leitete er von 1990 bis 1992 ein Fernsehproduktionsunternehmen.
Seit 1993 lebt Jiří in Budapest. Dort übernahm er ab 1995 leitende Aufgaben in Fernsehproduktionsfirmen. Ende 1996 wurde er zum Sonderbotschafter der Europäischen Union in Ungarn ernannt. In dieser Funktion setzte er sich für den Beitritt Ungarns zur Europäischen Union ein. Außerdem ist er Vorsitzender des Ungarischen Roten Kreuzes und Mitglied des Ordens vom Goldenen Vlies.
Seine spätere Ehefrau Eilika, Herzogin von Oldenburg, lernte Jiří 1995 bei einer Bergwanderung im bayerischen Allgäu kennen, die im Rahmen eines Treffens des aristokratischen Nachwuchses stattfand. Eilika wurde am 22. August 1972 in Bad Segeberg geboren. Sie ist die Tochter des Herzogs Johann von Oldenburg und dessen Ehefrau Ilka. Jiří und Eilika verlobten sich im Februar 1997. Am 18. Oktober desselben Jahres heirateten sie in der St.-Stephans-Basilika in Budapest.
Die Hochzeit wurde in den Medien als „königliche Hochzeit“ oder „Traumhochzeit“ bezeichnet und live im ungarischen Fernsehen übertragen. Zu den Gästen gehörten unter anderem der ungarische Präsident Árpád Göncz und Ministerpräsident Gyula Horn, der damalige spanische Thronfolger und spätere König Felipe VI., der damalige monegassische Erbprinz und spätere Fürst Albert II. sowie der damalige marokkanische König Hassan II. Papst Johannes Paul II. sandte dem Paar persönliche Glückwünsche und seinen Segen. Auch zahlreiche ausländische Botschafter nahmen an der Feier teil. Vor der Basilika versammelten sich etwa 2.000 ungarische Bürger und Touristen, um das Ereignis zu verfolgen.
Die Eheschließung hatte auch eine symbolische Bedeutung. Sie war die erste Verbindung zwischen dem traditionell katholischen Haus Habsburg-Lothringen und dem lutherischen Haus Oldenburg. Zugleich handelte es sich erst um die zweite Hochzeit eines Mitglieds der habsburgischen Herrscherfamilie in Ungarn seit dem Ende des Kommunismus im Jahr 1989. Eilika trug ein weißes Kleid mit hohem Kragen und einen Schleier, den bereits ihre Urgroßmutter, Herzogin Elisabeth Alexandrine von Mecklenburg-Schwerin, bei ihrer Hochzeit im Jahr 1896 getragen hatte.
Das Paar hat drei Kinder. Die älteste Tochter, Sophie Marie Tatjana Monika Elisabeth Katharina, wurde am 12. Januar 2001 in Budapest geboren. Am 6. Juni 2002 kam die zweite Tochter Hilda, auch Ilka beziehungsweise auf Ungarisch Ildikó genannt, zur Welt. Der Sohn Karl Konstantin Michael Stephan Maria wurde am 20. Juli 2004 in Budapest geboren. Seit dem Jahr 2000 lebt die Familie in der Nähe des Dorfes Sóskút, rund zwanzig Kilometer südöstlich von Budapest, im Komitat Pest. Die älteste Tochter war das erste Mitglied des Hauses Habsburg, das nach mehr als fünfzig Jahren wieder in Ungarn geboren wurde.
Jiří ist römisch-katholisch, während Eilika sich entschied, ihrem lutherischen Glauben treu zu bleiben. Nach den Familienregeln des Hauses Habsburg-Lothringen ist Jiří das einzige Mitglied, das in einer standesgleichen dynastischen Ehe lebt. Wäre die Ehe seines älteren Bruders Karl mit der Baronin Francesca von Thyssen-Bornemisza von Otto Habsburg nicht anerkannt worden, hätte diese als morganatische Verbindung gegolten. In diesem Fall wäre Jiří nach seinem Bruder an die Stelle des Erben seines Vaters gerückt, vergleichbar mit der Stellung Erzherzog Franz Ferdinands gegenüber Kaiser Franz Joseph I.
Quelle: Jiří Habsbursko-Lotrinský (cs, 25242873). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0