Person

Gabriela von Habsburg

Verbindung zu einer anderen Person finden

Geburt

  1. 14.10.1956

Tod

Keine geprüfte Todesangabe vorhanden.

Biografie

Gabriela von Habsburg wurde am 14. Oktober 1956 in Luxemburg geboren. Sie ist eine Enkelin von Karl I., dem letzten Kaiser von Österreich, und das vierte Kind von Otto von Habsburg-Lothringen, dem ehemaligen österreichischen Kronprinzen, und dessen Ehefrau Regina von Sachsen-Meiningen. Ihr vollständiger Taufname lautet Gabriela Maria Charlotte Felicitas Elisabeth Antonia. In ihrer Geburtsurkunde wurde als Familienname „von Österreich-Ungarn“ eingetragen. Ihre Kindheit verbrachte Gabriela im Exil im Haus ihrer Eltern, der Villa Austria in Pöcking in Bayern. Nach dem Bann der Habsburger aus Österreich wuchs sie ohne ausgeprägtes Nationalgefühl auf. Stattdessen entwickelte sie ein Selbstverständnis als Europäerin. Die Geschichte ihrer Familie prägte ihre Erziehung stark; politische Fragen gehörten im Elternhaus zum Alltag und bestimmten auch die Gespräche bei den Mahlzeiten. Nach ihrem Schulabschluss im Jahr 1976 studierte Gabriela zwei Jahre Philosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Von 1978 bis 1982 widmete sie sich an der Münchner Kunstakademie der Bildhauerei und studierte dort bei Robert Jacobsen und Eduardo Paolozzi. Als Künstlerin arbeitet sie vor allem abstrakt. Zu ihren bevorzugten Materialien gehört rostfreier Stahl; außerdem fertigt sie Lithografien an, die auf Stein gedruckt werden. Ihre Werke wurden in zahlreichen Ländern gezeigt und in öffentlichen Einrichtungen aufgestellt, darunter in Innsbruck, Washington, Linz, Sankt Petersburg, Riga, Künzelsau, Budapest, Skopje, Luzern und Georgien. Zu den späteren Arbeiten zählen ein Denkmal zur Rosenrevolution in Georgien aus dem Jahr 2007 sowie ein Monument der drei Staatsgewalten bei der georgischen Präsidialverwaltung von 2009. Obwohl Gabriela von Habsburg als Nachfahrin des letzten österreichischen Kaisers traditionelle dynastische Titel führen könnte, verwendet sie diese im Alltag nicht. Die Nutzung entsprechender Titel ist in Österreich und Ungarn gesetzlich eingeschränkt beziehungsweise verboten. Ihre offizielle Titulatur bezeichnet sie als Erzherzogin von Österreich und Prinzessin von Ungarn. Neben ihrer künstlerischen Tätigkeit arbeitete Gabriela auch als Hochschullehrerin. Seit 2001 ist sie Professorin für Kunst an der Kunstakademie in Tiflis. Bis 2005 unterrichtete sie außerdem an der Sommerakademie der Künste in Neuburg an der Donau. Die Kreativität und Lebensfreude ihrer georgischen Studierenden beeindruckten sie besonders, da diese sich trotz der schwierigen Lebensbedingungen in Georgien behaupteten. Während ihrer Zeit im Land erhielt sie die georgische Staatsbürgerschaft. Außerdem besitzt sie dort einen fünf Hektar großen Weinberg, der Wein produziert. Im November 2009 ernannte Georgien Gabriela von Habsburg zur Botschafterin in Deutschland. Seit März 2011 verfügte sie über eine Wohnung in Berlin. In ihrer politischen Arbeit setzte sie sich für eine engere Verbindung Georgiens mit Europa ein. Sie betrachtete die georgische Geschichte als einen wichtigen Schmelztiegel europäischer Kultur. Die von Präsident Micheil Saakaschwili eingeleiteten Liberalisierungsreformen bewertete sie als belebend für die Bevölkerung und die Wirtschaft des Landes. Deshalb unterstützte sie auch Georgiens Bemühungen um eine Aufnahme in den europäischen Markt. Nach dem Regierungswechsel in Georgien im Oktober 2012 wurde sie im Januar 2013 aus ihrem Botschafteramt abberufen. Seit März 2010 vertritt sie Georgien außerdem im internationalen Beirat des Österreichischen Auslandsdienstes. Am 30. August 1978 heiratete Gabriela in Pöcking standesamtlich den deutschen Rechtsanwalt Christian Meister, der am 1. September 1954 in Starnberg geboren wurde. Die kirchliche Trauung fand am 5. September desselben Jahres auf dem Mont Sainte-Odile statt. Christian Meister war der Sohn von Karl Meister und Johanna Sponheim. Gabriela war das einzige der sieben Kinder ihrer Eltern, das einen Mann ohne Adelstitel und ohne aristokratischen Familiennamen heiratete. Die Ehe wurde 1997 geschieden; anschließend wurde ihre Nichtigkeit anerkannt. Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor. Der Sohn Séverin Meister, geboren 1981 in Starnberg, heiratete 2018 in Guanajuato María Cristina Luna Loya. Die Tochter Lioba Meister, Jahrgang 1983, heiratete 2013 in Starnberg Alistair Drummond Hayward. Das Paar hat drei Kinder: Karl, Philippa und Teresa Hayward. Die jüngste Tochter Alene Meister, geboren 1986 in Starnberg, heiratete 2017 Carl-Alexander von Trott zu Solz; sie haben ein Kind. Insgesamt hat Gabriela von Habsburg vier Enkelkinder. Für ihre Tätigkeiten und ihr Engagement erhielt sie sowohl dynastische als auch staatliche Auszeichnungen. Dazu gehören das Großkreuz des Sternkreuzordens des Hauses Habsburg, die Mitgliedschaft im georgischen Orden des Goldenen Vlieses und die georgische Ehrenmedaille. Ihr Leben verbindet damit die Geschichte einer ehemaligen Herrscherfamilie, eine internationale künstlerische Laufbahn und ein langfristiges Engagement für Georgien und dessen europäische Orientierung.

Quelle: Gabriela de Habsbourg (fr, 235027980). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0