Person

Erzherzogin Walburga von Österreich

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Geburt

  1. 05.10.1958

Tod

Keine geprüfte Todesangabe vorhanden.

Biografie

Walburga Maria Franziska Helene Elisabeth Habsburg-Lothringen, seit ihrer Heirat Walburga Habsburg Douglas, wurde am 5. Oktober 1958 in Berg am Starnberger See in Deutschland geboren. Sie ist eine schwedische Juristin und Politikerin deutscher Herkunft sowie eine überzeugte Europäerin, die sich über viele Jahrzehnte in europäischen und internationalen Organisationen engagierte. Sie ist die fünfte Tochter von Otto von Habsburg-Lothringen, dem letzten Kronprinzen von Österreich-Ungarn, und Prinzessin Regina von Sachsen-Meiningen. Damit ist sie eine Enkelin des letzten österreichischen Kaisers Karl I. Zum Zeitpunkt ihrer Geburt war ihr Vater staatenlos, lebte in Deutschland und besaß einen spanischen Diplomatenpass. Walburga und ihre Geschwister waren bei ihrer Geburt aufgrund eines 1938 von den Nationalsozialisten wieder eingeführten Habsburgergesetzes aus der Republik Österreich verbannt. Österreich musste dieses Gesetz und den Bann gegen die Familie Habsburg-Lothringen später aufheben, was eine Voraussetzung für den Beitritt des Landes zur Europäischen Union war. Nach dem Abitur, das sie 1977 in Tutzing in Bayern ablegte, studierte Walburga Habsburg-Lothringen in Salzburg Kirchenrecht bis zur Promotion. Bereits während ihrer Ausbildung und in den folgenden Jahren wandte sie sich politischen, publizistischen und europapolitischen Aufgaben zu. Von 1979 bis 1992 arbeitete sie wiederholt als Assistentin im Europäischen Parlament. 1983 absolvierte sie ein Studium am National Journalism Center in Washington, D.C., und war dort im Büro des Reader’s Digest tätig. Von 1985 bis 1992 arbeitete sie für das Informationsministerium des Sultanats Oman. 2004 wurde sie außerdem Mitglied des Verwaltungsrats des Arab International Media Forum in London. Eine zentrale Rolle in ihrem Leben spielte die Paneuropa-Bewegung. In den Jahren 1975 und 1976 initiierte sie gemeinsam mit Bernd Posselt den Aufbau paneuropäischer Jugendorganisationen in zahlreichen europäischen Ländern. Sie wurde Vorsitzende der bayerischen Sektion und stellvertretende Bundesvorsitzende der deutschen Paneuropa-Jugend. 1977 gründete sie zusammen mit Olaf Kappelt und Bernd Posselt das Brüsewitz-Zentrum, ein christlich-paneuropäisches Studienwerk. Dessen Ziel war es, auf die Verletzung der Religionsfreiheit in der Deutschen Demokratischen Republik aufmerksam zu machen. Besonders bekannt wurde Walburga Habsburg-Lothringen durch ihre Beteiligung am Paneuropäischen Picknick am 19. August 1989 an der ungarisch-österreichischen Grenze. Die Veranstaltung wurde von Mitgliedern des Ungarischen Demokratischen Forums mit Unterstützung des reformkommunistischen Ministers Imre Pozsgay und ihres Vaters Otto von Habsburg organisiert. Walburga schnitt den Stacheldraht durch und setzte damit ein symbolisches Zeichen für die Öffnung der Grenze. Mehr als 660 Bürger der DDR gelangten nach Westen, ohne von den Grenzposten aufgehalten oder beschossen zu werden. Das Ereignis gilt als eines der wichtigsten Symbole für den Zusammenbruch des Kommunismus in Osteuropa. Wenige Tage vor dem Fall der Berliner Mauer nahm sie außerdem an einer Kundgebung paneuropäischer Jugendlicher in Ost-Berlin teil, die sich gegen die Teilung Berlins, Deutschlands und Europas richtete. Am 5. Dezember 1992 heiratete sie den schwedischen Grafen Carl Douglas, der am 27. November 1949 in Stockholm geboren wurde. Das Paar hat einen Sohn, Graf Mauritz Otto Wenzel Douglas, der am 30. März 1994 in Stockholm geboren wurde. Die Familie lebt auf Schloss Ekensholm in Schweden. Seit ihrer Heirat führt Walburga den Namen Habsburg Douglas. Politisch schloss sie sich der schwedischen Moderaten Sammlungspartei an. 1999 und 2004 kandidierte sie für diese Partei bei Wahlen zum Europäischen Parlament, wurde jedoch nicht gewählt. Seit 2003 leitete sie die örtliche Parteisektion in Flen und gehörte dem Vorstand der regionalen Parteiorganisation in Södermanland an. Seit 2005 ist sie zudem im Vorstand der Jarl-Hjalmarson-Stiftung tätig, die eng mit der Moderaten Partei verbunden ist. Am 17. September 2006 wurde Walburga Habsburg Douglas in den schwedischen Reichstag gewählt. Die Wahl fiel in eine Zeit, in der die Moderaten ihren größten Erfolg seit 1928 erzielten. 2010 wurde sie wiedergewählt. Nach insgesamt acht Jahren im Riksdag verlor sie bei der Wahl 2014 ihr Mandat, als ihre Partei deutlich an Zustimmung einbüßte. Parallel zu ihrer parlamentarischen Arbeit übernahm sie internationale Aufgaben. Von 2006 bis 2014 war sie Mitglied der Parlamentarischen Versammlung der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa. Von 2011 bis 2014 amtierte sie als deren Vizepräsidentin. Außerdem leitete sie die Fraktion der Europäischen Volkspartei in der Versammlung sowie von 2011 bis 2014 die schwedische Delegation. Sie gehörte mehreren parlamentarischen Ausschüssen an und nahm an Wahlbeobachtungsmissionen unter anderem in der Ukraine, Moldau und Kirgisistan teil. 2009 wurde sie einstimmig zur Präsidentin der Europäischen Frauenunion gewählt und blieb bis 2013 in diesem Amt. Die christlich-konservativ ausgerichtete Nichtregierungsorganisation besitzt einen beratenden Status beim Europarat und ist bei den Vereinten Nationen sowie der UNESCO vertreten. Am 8. Februar 2020 wurde Walburga Habsburg Douglas zur Vizepräsidentin der Internationalen Paneuropa-Union gewählt. Seit 2018 arbeitet sie bei Good Government Affairs, einer schwedischen Beratungsgesellschaft, deren Mitglieder aus dem Umfeld des Königshauses, ehemalige Minister und weitere Fachleute sind. Sie gehört dem Verwaltungsrat des Unternehmens an. Darüber hinaus trat sie 2011 in der ersten Folge der Fernsehserie „Menschen und Mächte“ in ihrer eigenen Rolle auf und wirkte 2017 in der ersten Folge der Dokumentarserie „Universum History“ mit. Zu ihren Auszeichnungen zählen der Rang einer Dame des Königlichen Ordens vom Sternkreuz erster Klasse sowie das Ehren- und Devotionskreuz des Souveränen Malteserordens.

Quelle: Walburga Habsburg Douglas (fr, 236894150). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0