Person

Anna Juliana Gonzaga

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Porträt von Anna Juliana Gonzaga
Bildnachweis

German: Anna Caterina Gonzaga (1566-1621), 2. Gemahlin von Erzherzog Ferdinand II., Landesfürst von Tirol Portrait of Anna Caterina Gonzaga title QS:P1476,de:"Anna Caterina Gonzaga (1566-1621), 2. Gemahlin von Erzherzog Ferdinand II., Landesfürst von Tirol " label QS:Lde,"Anna Caterina Gonzaga (1566-1621), 2. Gemahlin von Erzherzog Ferdinand II., Landesfürst von Tirol " label QS:Len,"Portrait of Anna Caterina Gonzaga"

Unidentified painter

https://www.schlossambras-innsbruck.at [1]

Bildquelle: File:1566 Anna Katharina.JPG · Lizenz: Public domain

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Biografie

Anna Caterina Gonzaga, die später den Ordensnamen Anna Juliana Gonzaga annahm, wurde am 17. Januar 1566 in Mantua als jüngstes von drei Kindern des Herzogs Guglielmo Gonzaga und Eleonore von Österreich geboren. Ihre Familie gehörte zum Haus Gonzaga und war dem Kaiser des Heiligen Römischen Reiches eng verbunden. Ihr Bruder Vincenzo erbte 1587 das Herzogtum Mantua und Montferrat, während ihre Schwester Margherita später Herzogin von Ferrara wurde. Anna Caterina erhielt eine umfassende humanistische Ausbildung, die sie auf ihre dynastische und politische Rolle vorbereitete. Am 1. Mai 1582 heiratete die erst sechzehnjährige Prinzessin in Mantua ihren 52-jährigen Onkel Ferdinand II. von Österreich. Er war Erzherzog von Vorderösterreich und Graf von Tirol, Witwer und Vater von vier Kindern. Wegen der engen Verwandtschaft musste der Papst die Ehe genehmigen. Ferdinand selbst war bei der Trauung nicht anwesend, sondern wurde durch seinen Neffen Ferdinand von Bayern vertreten. Anna Caterina brachte eine bedeutende Mitgift nach Innsbruck, darunter Schmuck im Wert von 120.000 Gulden und 40.000 Goldd dukaten. Nach der Hochzeit wurde sie von ihrer Familie und einem großen Gefolge nach Innsbruck begleitet, wo sie am 14. Mai mit mehrtägigen Festlichkeiten empfangen wurde. Aus der Ehe gingen drei Töchter hervor: Anna Eleonore, die bereits im Säuglingsalter starb, Maria und Anna. Letztere heiratete später ihren Cousin, Kaiser Matthias, und wurde Kaiserin des Heiligen Römischen Reiches. Als Erzherzogin beteiligte sich Anna Caterina am höfischen und kulturellen Leben in Innsbruck. Sie erweiterte die Kunstsammlung ihres Mannes auf Schloss Ambras und ließ mehrere Bildnisse aus dem Gonzaga-Umfeld hinzufügen. Ihr Hofleben galt als zurückhaltend; ihr persönlicher Kreis war stark von italienischen Gewohnheiten geprägt. Sie besuchte Verwandte in Mantua und Ferrara, hielt sich 1590 zur Erholung in Bormio auf und begleitete Ferdinand 1585 und 1588 an den kaiserlichen Hof nach Prag. Gemeinsam mit ihrem Ehemann setzte sie sich mit großem persönlichem Einsatz für die Ziele der Gegenreformation in Tirol ein. Das Paar unterstützte den Bau religiöser Einrichtungen, die Wiederbelebung von Wallfahrten und die Ansiedlung neuer Orden. 1583 nahm der erzherzogliche Hof an einer aufwendigen Wallfahrt nach Seefeld teil. Anna Caterina veranlasste außerdem zwischen 1583 und 1584 den Bau einer Heiliggrabkirche in Innsbruck nach dem Vorbild der Grabeskirche in Jerusalem. In Au bei Hall ließ sie eine Loretokapelle errichten, die 1589 geweiht wurde. Diese Kapelle wurde zum Vorbild weiterer Nachbildungen des Heiligen Hauses in habsburgischen Gebieten und in Süddeutschland. 1588 zeichnete der Papst sie mit der Goldenen Rose aus. Besonders nachhaltig war ihre Förderung der Kapuziner. Auf ihre Unterstützung hin wurde der Orden in Innsbruck eingeführt, obwohl er zuvor hauptsächlich in italienischsprachigen Gebieten vertreten gewesen war. Anna Caterina setzte durch, dass Mönche aus der venezianischen Provinz nach Innsbruck entsandt wurden, und wählte einen Kapuziner zu ihrem Beichtvater. Das erste Kloster entstand ab 1593 und wurde 1594 geweiht; später wurde es erweitert. Auch die Gründung einer Niederlassung in Bozen zwischen 1601 und 1603 unterstützte sie maßgeblich. Nach Ferdinands Tod am 24. Januar 1595 musste Anna Caterina lange um ihre finanzielle Versorgung und ihren Wohnsitz kämpfen. Schließlich erhielt sie eine jährliche Witwenrente von 36.000 Gulden, zu der der Kaiser einen Beitrag für die Ausbildung ihrer Töchter leistete. Sie lebte mit ihren Kindern im Gut Ruelust, das Ferdinand in der Hofgartenanlage hatte errichten lassen. Dort unterhielt sie einen eigenen fürstlichen Haushalt mit zahlreichen Bediensteten. Zunächst widmete sie sich vor allem der Erziehung ihrer gesundheitlich angeschlagenen Töchter. Sie interessierte sich für Musik und nahm Unterricht im Klavierspiel. Außerdem verfasste sie bereits 1590 ein umfangreiches Kochbuch für ihre Tochter Anna. Anna Caterina unternahm mehrere religiöse Reisen, unter anderem nach Einsiedeln und im Heiligen Jahr 1600 nach Loreto. Auf der Rückreise besuchte sie Mantua, wo sie vom Hof ihres Bruders Vincenzo feierlich empfangen wurde. Zugleich blieb sie in dynastischen Fragen zurückhaltend. Ein Heiratsantrag des polnischen Königs Sigismund III. wurde 1603 vom Kaiser nicht genehmigt. Auch Pläne für eine Verbindung mit Kaiser Rudolf II. führten zu keiner Ehe. 1606 beschloss Anna Caterina, in Innsbruck ein religiöses Fraueninstitut zu gründen. Es sollte sowohl ein echtes Kloster als auch ein sogenanntes Regelhaus für Frauen sein; beide Bereiche wurden durch eine gemeinsame Kirche verbunden. Der Bau begann 1607 auf einem Teil ihres Besitzes Ruelust und wurde 1612 vollendet. Anna Caterina übergab die Einrichtung dem Servitenorden, der nördlich der Alpen bisher keine Niederlassung besaß. Nachdem ihre Tochter Anna 1611 in Wien Kaiser Matthias geheiratet hatte, konnte sie ihren eigenen Hof aufgeben und sich ganz dem religiösen Leben widmen. Am 2. Februar 1612 trat Anna Caterina gemeinsam mit ihrer Tochter Maria und fünfzehn weiteren Frauen in die neue Gemeinschaft ein. Am 1. Juli desselben Jahres wurde sie offiziell als Terziarin in den Servitenorden aufgenommen und nahm den Namen Anna Juliana an. Die von ihr ausgearbeitete Regel für die Gemeinschaft bestätigte Papst Paul V. 1617. Sie stattete das Kloster und das Regelhaus großzügig mit ihrer Mitgift, ihrer Witwenrente, Grundstücken, Kunstwerken und religiösen Gegenständen aus. Außerdem ließ sie eine Kapelle mit Sängern und Instrumentalisten einrichten. Für die geistliche Betreuung der Frauen gründete sie zusätzlich ein Servitenkloster für Männer, dessen Bau 1614 begann. Nach einem Brand im Jahr 1620 wurde der Komplex wiederaufgebaut. Anna Caterina starb am 3. August 1621 im Alter von 55 Jahren in Innsbruck. Sie wurde mit ihrer Tochter Maria in einer Gruft unter dem Hochaltar der Kirche des Regelhauses bestattet. Nach der Aufhebung der Serviteneinrichtungen 1783 wurden ihre sterblichen Überreste zunächst in die Jesuitenkirche überführt und 1906 erneut in die Servitenkirche von Innsbruck gebracht. Bald nach ihrem Tod wuchs ihre Verehrung als heiligmäßige Frau. Ein 1693 eingeleitetes Kanonisationsverfahren blieb jedoch ohne Ergebnis. Ihr Wirken prägte dennoch die religiöse Landschaft Tirols über lange Zeit: Die von ihr geförderten Wallfahrtsformen sowie die Seelsorge durch Kapuziner und Serviten entwickelten sich im Barock zu festen Bestandteilen des religiösen Lebens.

Quelle: Анна Катерина Гонзага (bg, 12485550). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0

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