Person

Eleonora Magdalena Gonzaga von Mantua-Nevers

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Geburt

  1. 18.11.1628

  2. 18.11.1630

  3. 30.04.1630

Tod

  1. 16.12.1686

  2. 05.12.1686

  3. 06.12.1686

Porträt von Eleonora Magdalena Gonzaga von Mantua-Nevers
Bildnachweis

German: Eleonore von Gonzaga (1628-1686) als Diana, Kaiserin, 3. Gemahlin von Ferdinand III. Portrait of Eleonora of Gonzaga-Nevers (1639-1686) title QS:P1476,de:"Eleonore von Gonzaga (1628-1686) als Diana, Kaiserin, 3. Gemahlin von Ferdinand III." label QS:Lde,"Eleonore von Gonzaga (1628-1686) als Diana, Kaiserin, 3. Gemahlin von Ferdinand III."

Frans Luycx

Kunsthistorisches Museum Wien, Bilddatenbank .

Bildquelle: File:Frans Luycx - Eleonora Gonzaga as Diana, Holy Empress, 3rd wife of Ferdinand III.jpg · Lizenz: Public domain

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Biografie

Eleonora Gonzaga, genannt „die Jüngere“, wurde am 18. November 1630 in Mantua geboren und starb dort am 6. Dezember 1686? No, sie starb in Vienna. Sie entstammte dem Nevers-Zweig des Hauses Gonzaga und wurde durch ihre Ehe mit Kaiser Ferdinand III. Römisch-deutsche Kaiserin sowie Königin von Ungarn und Böhmen. Ihre Zeitgenossen schätzten sie als eine der gebildetsten und tugendhaftesten Frauen ihrer Epoche. Zugleich förderte sie Literatur, Musik und Theater und prägte damit das kulturelle Leben des Wiener Hofes nachhaltig. Eleonora war das zweite Kind von Charles Gonzaga, dem späteren Herzog von Nevers und Erben Mantuas, und Maria Gonzaga, der Erbin des Herzogtums Montferrat. Ihre Eltern waren miteinander verwandt und hatten geheiratet, um die Ansprüche des Nevers-Zweigs auf Mantua und Montferrat zu stärken. Diese Erbfolge führte zum Krieg um die mantuanische Erbfolge, da Ferrante II. Gonzaga, Herzog von Guastalla, mit Unterstützung des Heiligen Römischen Reiches, Spaniens und Savoyens eigene Ansprüche verfolgte. Eleonora musste als kleines Kind mit ihren Eltern und ihrem älteren Bruder Mantua verlassen. Nach dem Frieden von Cherasco kehrte die Familie 1631 zurück. Noch im selben Jahr starb ihr Vater an Tuberkulose. Eleonora lebte anschließend mit ihrer Mutter in der Kirche Sant’Orsola. Nach dem Tod ihres Großvaters 1637 wurde ihr Bruder Herzog von Mantua und Montferrat; ihre Mutter führte zunächst die Regentschaft. Eleonora erhielt eine umfassende Ausbildung. Sie sprach Französisch, Spanisch und Italienisch, beschäftigte sich mit Literatur, Musik und Kunst und beherrschte außerdem Tanz und Stickerei. Schon als Jugendliche schrieb sie philosophische und religiöse Gedichte. Ihre besondere Neigung zur religiösen Dichtung blieb auch später prägend für ihr geistiges und kulturelles Wirken. Die Ehe mit Kaiser Ferdinand III. wurde von Eleonoras Patin und Namensgeberin vermittelt, der verwitweten Kaiserin Eleonora. Diese stand in engem Kontakt zu Eleonoras Mutter und unterstützte die Verbindung mit dem Kaiser. In den Verhandlungen wurde vereinbart, dass Mantua grundsätzlich dem Heiligen Römischen Reich verbunden bleiben, Eleonora ihre möglichen Erbrechte an Montferrat behalten und eine Mitgift von 400.000 Talern erhalten sollte. Die Ehe per Stellvertretung wurde am 2. März 1650 in Mantua geschlossen. Nach einer mehrwöchigen Reise nach Österreich fand die eigentliche Hochzeit am 30. April 1651 in Wiener Neustadt statt. Für Ferdinand III. war es die dritte Ehe; aus seinen früheren Verbindungen hatte er bereits Kinder. Trotz des erheblichen Altersunterschieds entwickelte sich die Ehe zu einer glücklichen Verbindung. Eleonoras lebhaftes und freundliches Wesen verschaffte ihr die Zuneigung der kaiserlichen Familie, und zu ihren Stiefkindern hatte sie ein ausgezeichnetes Verhältnis. Sie lernte Deutsch, während Ferdinand Italienisch lernte. Beide nahmen gemeinsam an religiösen und weltlichen Festen teil. Ihre Frömmigkeit hinderte sie nicht daran, Theater, Musik und Literatur zu fördern. Eleonora liebte außerdem die Jagd und wurde in einem Porträt von Frans Luycx als Diana, der antiken Göttin der Jagd, dargestellt. Das Paar hatte vier Kinder, von denen zwei das Erwachsenenalter erreichten. Theresia Maria Josepha starb bereits als Kleinkind. Die Tochter Eleonora Maria Josepha heiratete zunächst Michael Korybut Wiśniowiecki, den König von Polen, und später Karl V., Herzog von Lothringen. Maria Anna Josepha wurde die Ehefrau von Johann Wilhelm, Kurfürst von der Pfalz. Der einzige Sohn, Ferdinand Joseph Alois, starb ebenfalls im Kindesalter. Als Kaiserin begleitete Eleonora ihren Mann auf Reisen durch das Reich und hielt sich von 1652 bis 1654 mit ihm während des Reichstags in Regensburg auf. Während Ferdinand politische Aufgaben wahrnahm, organisierte sie höfische Festlichkeiten. Zu den Höhepunkten gehörte die Aufführung der Oper „L’Inganno d’amore“ von Antonio Bertali. Am 4. August 1653 wurde sie im Regensburger Dom zur Kaiserin gekrönt, 1655 zur Königin von Ungarn und am 11. September 1656 zur Königin von Böhmen. Eleonora förderte gemeinsam mit Ferdinand eine literarische Akademie und unterstützte wissenschaftliche Bestrebungen. Obwohl sie überzeugte Katholikin war und mehrere Klöster förderte, ließ sie auch Protestanten zu und zeigte ihnen gegenüber eine für ihre Zeit bemerkenswerte Toleranz. Unter ihrem Einfluss gewann die italienische Sprache und Kultur am Wiener Hof stark an Bedeutung. Italienische Adelige und Geistliche bekleideten wichtige Ämter, während italienische Mode, Literatur, Musik, Theater, Architektur und Malerei das höfische Leben prägten. Nach Ferdinands Tod im April 1657 wurde Eleonora Witwe; ein Jahr später verlor sie auch ihren einzigen Sohn. Nach dem Testament des Kaisers übernahm sie die Vormundschaft für seine Kinder. Ihr Witwensitz und ihre Einkünfte ermöglichten ihr einen eigenen Hof, der zu einem Treffpunkt für Politiker, Diplomaten und Gelehrte wurde. Kaiser Leopold I., Ferdinands Sohn und Eleonoras Stiefsohn, schätzte ihren Rat in politischen und persönlichen Fragen. Sie vermittelte außerdem beim Konflikt zwischen dem Wiener Hof und dem Papst, unterstützte die Heirat ihres Neffen Ferdinando Carlo Gonzaga mit Anna Isabella Gonzaga und setzte sich erfolglos für Karl von Lothringen als polnischen König ein. Den größten Teil ihrer späteren Jahre widmete Eleonora der Frömmigkeit und Wohltätigkeit. Sie unterstützte die Karmeliten, ließ in Wiener Neustadt ein Kloster errichten und holte 1663 die Ursulinen nach Wien, die dort ein Kloster, eine Kirche und eine Schule für Mädchen gründeten. Außerdem stiftete sie 1662 den Orden der Tugend und 1668 den Sternkreuzorden. Sie förderte Geistliche, Künstler und Schriftsteller und ließ unter anderem die barocke Fassade der Kirche am Hof in Wien gestalten. Ihre letzten Lebensjahre waren von der Pestepidemie 1679 und dem Beginn des Großen Türkenkriegs 1683 überschattet. Beide Male musste sie Wien verlassen und nach Prag, Linz beziehungsweise Innsbruck ausweichen. Eleonora starb am 6. Dezember 1686 in Wien und wurde in der Kaisergruft beigesetzt.

Quelle: Eleonora Gonzaga (born 1630) (en, 1358905865). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0