Person
Claudia Felizitas von Österreich-Tirol
Verbindung zu einer anderen Person findenGeburt
30.05.1653
Tod
08.04.1676

Bildnachweis
Empress Claudia Felicitas - Oberösterreichisches Landesmuseum Linz
Unidentified painter
https://www.museum-joanneum.at/schloss-eggenberg-prunkraeume-und-gaerten/fuerstliche-residenz/gaeste-und-feste/kaiserhochzeit-1673
Bildquelle: File:Empress Claudia Felicitas - Oberösterreichisches Landesmuseum Linz.png · Lizenz: Public domain
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Biografie
Claudia Felizitas von Österreich wurde am 30. Mai 1653 in Innsbruck geboren. Sie war das älteste Kind des Erzherzogs Ferdinand Karl von Vorderösterreich und Grafen von Tirol und dessen Frau Anna de’ Medici, die zugleich seine Cousine ersten Grades war. Ihre Namen erinnerten an ihre Großmütter Claudia de’ Medici und Maria Magdalena von Österreich. Nach Claudia Felizitas’ Geburt bekam das Paar nur noch zwei Töchter: eine, die unmittelbar nach der Geburt starb, und Maria Magdalena, die 1669 im Alter von zwölf Jahren verstarb. Da ihre Eltern keinen männlichen Erben hatten, wurde Claudia Felizitas früh zur möglichen letzten Vertreterin der Tiroler Linie des Hauses Habsburg.
Sie wuchs am Innsbrucker Hof auf, der sich unter ihren Eltern zu einem bedeutenden Zentrum barocker Kunst und Musik entwickelte. Zeitgenossen beschrieben sie als außergewöhnlich schön, lebhaft und geistig aufgeweckt. Claudia Felizitas besaß eine hervorragende Singstimme, spielte mehrere Instrumente und komponierte selbst Musik. Ihre größte Leidenschaft galt jedoch der Jagd. Ein erhaltenes Porträt zeigt sie im Alter von dreizehn Jahren als Diana, die antike Göttin der Jagd. Daneben pflegte sie religiöse Pflichten und gehörte als Laienmitglied dem Dritten Orden des heiligen Dominikus an.
Nach dem Tod ihres Vaters im Jahr 1662 übernahm dessen Bruder Siegmund Franz die Herrschaft. Dieser starb 1665, wenige Tage nach seiner Hochzeit per Stellvertreter. Damit erlosch die Tiroler Linie der Habsburger, und Vorderösterreich sowie die Grafschaft Tirol kamen unter die unmittelbare Kontrolle Kaiser Leopolds I. Anna de’ Medici bemühte sich weiterhin um die Rechte ihrer Töchter. Der Streit mit dem Wiener Kaiserhof fand erst ein Ende, als Claudia Felizitas den Kaiser heiratete. Sie durfte danach den Titel einer Gräfin von Tirol behalten.
Leopold I. war zuvor mit der spanischen Infantin Margarete Therese verheiratet gewesen. Von den vier Kindern aus dieser Ehe überlebte nur die älteste Tochter Maria Antonia länger; insbesondere fehlte dem Kaiser ein männlicher Erbe. Nach dem Tod seiner ersten Frau am 12. März 1673 musste er trotz seiner Trauer nach einer neuen Ehefrau suchen. Seine Wahl fiel auf Claudia Felizitas, die seine zweite Cousine war und möglicherweise Ansprüche auf Tirol mit in die Ehe bringen konnte. Sie stimmte sofort zu und lehnte andere Bewerber ab, darunter den verwitweten Jakob, Herzog von York und späteren König von England und Schottland.
Leopold hoffte, Claudia Felizitas werde auch eine gute Stiefmutter für Maria Antonia sein. Tatsächlich entwickelte sich bald ein enges Verhältnis zwischen den beiden. Die Eheschließung per Stellvertreter fand zunächst in Innsbruck statt; Claudia Felizitas erhielt eine Mitgift von 30.000 Gulden. Anschließend reiste sie mit ihrer Mutter und ihrem Gefolge nach Graz. Dort wurde die Hochzeit am 15. Oktober 1673 im Grazer Dom gefeiert. Die prunkvollen Festlichkeiten dauerten zwei Wochen, bevor das Kaiserpaar am 3. November nach Wien weiterzog.
Die Ehe galt als sehr glücklich. Auch die Wirtschaft des Hofes soll sich unter Claudia Felizitas in besonders guter Verfassung befunden haben. Während ihrer ersten Schwangerschaft erschien in Wien ein Gedicht über die innige Beziehung des Kaiserpaares, das in Form eines Rösselsprungs gestaltet war. Leopold belohnte den Verfasser mit einem Dukaten für jede Silbe des Gedichts.
Als Kaiserin des Heiligen Römischen Reiches und deutsche Königin gewann Claudia Felizitas erheblichen Einfluss auf ihren Mann. Sie setzte den Rücktritt und das Exil des Ministers Václav Eusebius František, Fürst von Lobkowicz, durch. Dieser hatte ihre Heirat mit Leopold abgelehnt und eine andere Kandidatin bevorzugt. Auch zur Witwe des Kaisers, Eleonora Gonzaga, die Leopolds Stiefmutter war, blieb das Verhältnis deshalb schlecht. Claudia Felizitas kritisierte zudem Missstände in der Regierung und im Gerichtswesen. Ihre Aufmerksamkeit richtete sich insbesondere gegen den Missbrauch staatlicher und rechtlicher Macht; diese Themen fanden 1674 auch Eingang in eine Oper.
Während ihrer etwa dreieinhalbjährigen Ehe brachte Claudia Felizitas zwei Töchter zur Welt. Anna Maria Josepha Theresia Antonia Dominica Xaveria Dorothea wurde am 11. September 1674 geboren und starb am 22. Dezember desselben Jahres. Die zweite Tochter, Maria Josepha Clementina Anna Gabriella Antonia Franziska Dominica Theresia Eva Placidia, kam am 11. Oktober 1675 zur Welt.
Claudia Felizitas starb am 8. April 1676 in Wien im Alter von 22 Jahren an Tuberkulose, kurz nach der Geburt ihrer zweiten Tochter. Sie wurde in der Dominikanerkirche bestattet; ihr Herz legte man in eine besondere Urne in der Kaisergruft. Drei Monate später starb auch ihre Tochter, und im September desselben Jahres folgte ihre Mutter Anna de’ Medici, die neben ihr beigesetzt wurde. Mit Claudia Felizitas’ Tod erlosch die Tiroler Linie des Hauses Habsburg endgültig.
Leopold I. war von ihrem Tod tief erschüttert und zog sich zur Trauer in ein Kloster bei Wien zurück. Wegen des weiterhin fehlenden männlichen Erben heiratete er jedoch noch im Dezember 1676 Eleonore Magdalene von Pfalz-Neuburg. Diese Ehe brachte zehn Kinder hervor, darunter die späteren Kaiser Joseph I. und Karl VI.
Quelle: Claudia Felicitas of Austria (en, 1358905773). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0