Person
von Österreich
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Tod
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Bildnachweis
Portrait of Archduchess Johanna Gabriele (1750-1762)
Jean-Étienne Liotard
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Bildquelle: File:Johanna Gabrielle of Austria 1762 by Liotard.jpg · Lizenz: Public domain
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Biografie
Marie-Jeanne-Gabrielle Josephe Antoinette von Österreich wurde am 4. Februar 1750 im Wiener Hofburgpalast geboren. Sie war das elfte Kind und die achte Tochter Kaiser Franz’ I. Stephan von Lothringen und der Kaiserin und Königin Maria Theresia. Ihre Geburt fiel in die Zeit nach dem Österreichischen Erbfolgekrieg, in dem Maria Theresia ihre Erblande mit großer Ausdauer verteidigt und die Wahl ihres Mannes zum Kaiser durchgesetzt hatte. Dadurch gewann sie in Europa hohes Ansehen.
Wie ihre zahlreichen Geschwister wuchs Marie-Jeanne in der sogenannten Kindskammer auf. Besonders eng war sie mit ihrer ein Jahr jüngeren Schwester Maria Josepha verbunden, die 1751 geboren wurde. Beide Mädchen wurden gemeinsam von denselben Erziehern und Lehrern unterrichtet. Ihre Ausbildung war für eine Angehörige des habsburgischen Hofes umfassend: Bereits ab dem dritten Lebensjahr lernte Marie-Jeanne Latein, Französisch, Italienisch, Griechisch, Spanisch, Deutsch und Englisch. Hinzu kamen Geschichte, Geografie, Vermessungskunde, Mathematik und Theologie.
Auch in den Künsten erhielt sie Unterricht. Während ihre Brüder verschiedene Instrumente erlernten, wurden Marie-Jeanne und ihre Schwestern im Gesang und im Tanz ausgebildet. Marie-Jeanne soll sich in beiden Fächern besonders ausgezeichnet haben und trat bei Gesangsdarbietungen auf. Außerdem interessierte sie sich für das Theater. Im Schloss Schönbrunn wurde eigens ein Theater errichtet, in dem Marie-Jeanne gemeinsam mit ihren Geschwistern häufig musikalische und szenische Aufführungen veranstaltete. Zeitgenossen beschrieben sie und Maria Josepha als fleißige Schülerinnen, die ihre Aufgaben gut erledigten und sich mit Begeisterung an den zahlreichen Festlichkeiten des Hofes beteiligten.
Das politische Umfeld der Familie prägte auch Marie-Jeannes Lebensweg. Der Siebenjährige Krieg, in dem Österreich vergeblich versucht hatte, Schlesien zurückzugewinnen, führte zu einer Annäherung zwischen dem Haus Habsburg-Lothringen und dem Haus Bourbon. Im Rahmen dieser politischen Verbindung heiratete Marie-Jeannes älterer Bruder Joseph, der Erbe des Thrones, 1760 die Prinzessin Maria Isabella von Bourbon-Parma.
Im selben Zusammenhang wurde Marie-Jeanne trotz ihres jungen Alters mit Ferdinand IV., dem König von Neapel, verlobt. Ferdinand war ein Jahr jünger als sie. Zunächst war auch Marie-Amalie von Österreich für diese Verbindung in Betracht gezogen worden. Der Vater des Bräutigams, Karl III. von Spanien, lehnte sie jedoch ab, weil sie fünf Jahre älter als Ferdinand und damit nach seiner Auffassung zu alt für die geplante Ehe war. So fiel die Wahl auf Marie-Jeanne. Die Verlobung wurde allerdings nie in eine Hochzeit umgesetzt.
In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts forderte die Pockenkrankheit im Heiligen Römischen Reich und in ganz Europa zahlreiche Opfer. Wie verbreitet und gefürchtet die Krankheit in Wien war, zeigen zeitgenössische Berichte, nach denen die Pocken das beherrschende Gesprächsthema der Stadt waren und ein großer Teil der verstorbenen Kinder an dieser Krankheit starb.
Auch die habsburgische Familie blieb nicht verschont. Marie-Jeannes Bruder Karl starb 1761 im Alter von sechzehn Jahren an den Pocken. Im folgenden Jahr erkrankte Marie-Jeanne selbst. Sie starb am 23. Dezember 1762 im Alter von nur zwölf Jahren an den Folgen der Krankheit. Ihre letzten Stunden wurden von ihrer Schwägerin Maria Isabella von Bourbon-Parma beobachtet. Maria Theresia fand Trost in dem Gedanken, dass ihre Tochter noch die Möglichkeit gehabt hatte, einem katholischen Priester vollständig ihre Sünden zu beichten. In einem Brief an ihre Tochter Maria Christine schilderte sie die Reue und Frömmigkeit der Sterbenden und überließ deren Schicksal vertrauensvoll Gott.
Nach Marie-Jeannes Tod wurde ihre jüngere Schwester Maria Josepha als mögliche künftige Königin von Neapel angesehen. Doch auch sie starb 1767. Schließlich heiratete Maria Karolina von Österreich Ferdinand IV. Marie-Jeannes früher Tod war damit nicht nur ein persönlicher Verlust für ihre Familie, sondern veränderte auch die dynastischen Heiratspläne des Hauses Habsburg-Lothringen.
Die wiederholten Pockentode mehrerer Kinder überzeugten Maria Theresia schließlich davon, ihre jüngeren Kinder durch Variolation, eine frühe Form der Pockenimpfung, schützen zu lassen. Diese Entscheidung trug zur weiteren Verbreitung der Variolation in Österreich bei. Marie-Jeanne blieb als musikalisch und theatralisch begabte Erzherzogin in Erinnerung, deren Leben durch die dynastische Politik ihrer Familie geprägt war und das durch eine damals noch weitgehend unbeherrschte Krankheit viel zu früh endete.
Quelle: Marie-Jeanne Gabrielle d'Autriche (fr, 238654096). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0
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