Biografie
Sigismund Franz von Österreich wurde am 27. November 1630 in Innsbruck im damaligen Tirol geboren. Er entstammte dem Haus Habsburg und war der zweite Sohn von Leopold V., Erzherzog von Österreich und Graf von Tirol, sowie der toskanischen Prinzessin Claudia de’ Medici. Über seinen Vater war er ein Enkel des Erzherzogs Karl II. von Österreich und der bayerischen Prinzessin Maria Anna; über seine Mutter stammte er von Ferdinand I., Großherzog der Toskana, und Prinzessin Christina von Lothringen ab.
Als jüngerer Sohn wurde Sigismund Franz schon früh für eine kirchliche Laufbahn bestimmt. Am 21. Mai 1640, im Alter von neun Jahren, wurde er zum Koadjutor des Bistums Augsburg gewählt. Die Bestätigung dieses Titels erfolgte an seinem elften Geburtstag, dem 27. November 1641. Am 25. Juni 1646 übernahm er das Amt des Fürstbischofs von Augsburg. In den folgenden Jahren kamen weitere geistliche Herrschaften hinzu: Am 2. November 1653 wurde er zum Fürstbischof von Gurk gewählt und am 25. Februar 1654 in diesem Amt bestätigt. Am 7. Februar 1659 wurde er schließlich auch Fürstbischof von Trient.
Obwohl Sigismund Franz damit über drei Fürstbistümer verfügte und deren Einkünfte bezog, empfing er niemals die Priesterweihe. Seine geistlichen Titel waren daher mit keiner tatsächlichen geistlichen Tätigkeit als geweihter Amtsträger verbunden. Er blieb ein habsburgischer Prinz, dessen kirchliche Ämter vor allem der Versorgung und politischen Stellung innerhalb der Familie dienten.
Eine entscheidende Wendung trat am 30. Dezember 1662 ein, als sein älterer Bruder, Erzherzog Ferdinand Karl von Österreich, ohne männliche Nachkommen starb. Sigismund Franz wurde dadurch zum Erben der habsburgischen Besitzungen in Tirol und übernahm die weltlichen Titel eines Erzherzogs von Österreich und Grafen von Tirol. Im Zusammenhang mit seinem Regierungsantritt verzichtete er auf die Leitung seiner Fürstbistümer. Während seiner kurzen Herrschaft gelang es ihm, die wirtschaftliche Lage sowohl in Tirol als auch in den anderen von ihm übernommenen Gebieten zu verbessern.
In dieser Zeit fasste Sigismund Franz auch den Entschluss zu heiraten. Eine Verbindung mit Prinzessin Maria Hedwig von Hessen-Darmstadt kam nicht zustande, weil sie Protestantin war, während Sigismund Franz dem katholischen Glauben angehörte. Schließlich heiratete er am 3. Juni 1665 per Stellvertretung Prinzessin Hedwig Auguste von Sulzbach. Sie war eine Tochter Christian Augusts, Pfalzgrafen von Sulzbach, und der Amalia von Nassau-Siegen. Die Ehe wurde jedoch nicht mehr persönlich vollzogen: Nur 22 Tage nach der Eheschließung starb Sigismund Franz plötzlich an einem Schlaganfall.
Sigismund Franz starb am 25. Juni 1665 in Innsbruck, im Alter von 34 Jahren. Zum Zeitpunkt seines Todes führte er nur noch den geistlichen Titel eines emeritierten Fürstbischofs von Augsburg. Beigesetzt wurde er in der Jesuitenkirche seiner Heimatstadt. Mit seinem Tod erlosch die Tiroler Linie des Hauses Habsburg in männlicher Linie. Sein nächster Verwandter, Kaiser Leopold I., erbte seine Herrschaften und führte sie unter dem Namen Leopold VI. weiter.
Das Andenken an Sigismund Franz ist auch durch mehrere Bildnisse überliefert. Erhalten blieben ein Kinderporträt und zwei Porträts aus seinem Erwachsenenalter. Eines der Erwachsenenporträts wurde 1665 von Giovanni Maria Morandi gemalt und befindet sich in der Sammlung des Kunsthistorischen Museums in Wien. Von einem weiteren Erwachsenenbild sowie dem Kinderporträt sind die Künstler nicht bekannt. Außerdem existiert ein Stich von Johann Friedrich Rosbach. Bereits 1663 hatte Francesco Sbarra, ein Hofdichter Kaiser Leopolds I., zu Ehren von Sigismund Franz eine musikalische Idylle verfasst. Seine Lebensgeschichte steht damit am Übergang zwischen der geistlichen Karriere eines habsburgischen Prinzen und der nur wenige Jahre dauernden weltlichen Herrschaft über Tirol.
Quelle: Сигизмунд Франц Австрийский (ru, 152008120). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0
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