Person

Maria von Beuthen

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Geburt

Keine geprüfte Geburtsangabe vorhanden.

Tod

Keine geprüfte Todesangabe vorhanden.

Biografie

Maria von Beuthen, geboren vor 1295 und gestorben am 15. Dezember 1317 in Temesvár, war eine schlesische Piastin und Königin von Ungarn. Sie war die Tochter des Beuthener Herzogs Kasimir und einer Helena, deren Herkunft unbekannt ist. In der historischen Forschung wird jedoch häufig angenommen, dass Helena eine Tochter des ruthenischen Fürsten Leo I. aus der Rurikiden-Dynastie war. Maria war die erste Angehörige des schlesischen Piastenhauses, die den Namen Maria trug. Über ihre Kindheit und Jugend ist wenig bekannt. Ihr genaues Geburtsdatum lässt sich nicht bestimmen. Als sie 1306 verheiratet wurde, musste sie nach dem damaligen Kirchenrecht mindestens zwölf Jahre alt sein; sie wurde daher spätestens 1294 geboren. In der traditionellen Reihenfolge der Kinder Kasimirs von Beuthen wird sie als sechstes Kind geführt, möglicherweise war sie jedoch das dritte. Ihre Stellung in der Familie wurde später auch durch ihre Brüder Bolesław und Mieszko bedeutsam, die kirchliche Laufbahnen einschlugen. Im Jahr 1306 heiratete Maria Karl Robert aus dem Haus Anjou, der um die ungarische Krone kämpfte und später als König von Ungarn regierte. Ein älterer Bericht des polnischen Chronisten Jan Długosz nennt zusätzlich das Jahr 1310, doch mehrere Hinweise sprechen für 1306. So ist ein königliches Dokument Marias vom 23. Juni 1306 überliefert, und seit diesem Jahr erscheinen in ungarischen Urkunden Beamte, die ihr zugeordnet waren. Vermutlich diente auch ein Darlehen, das Marias Vater um 1305 aufgenommen hatte, zur Finanzierung der Hochzeit. Die Eheschließung fand wahrscheinlich in Beuthen statt, möglicherweise in der Pfarrkirche der Braut. Nach ihrer Ankunft in Ungarn wurde Maria in Székesfehérvár vom Wesprimer Bischof Benedikt zur ungarischen Königin gekrönt. Ihre Ehe hatte eine wichtige politische Bedeutung. Sie festigte das Bündnis zwischen Polen und Ungarn, das sich gegen den Einfluss Böhmens richtete. Marias Vaterhaus wurde dadurch enger an das ant böhmische Lager gebunden, was vermutlich auch die bisherige Lehensabhängigkeit Beuthens von Böhmen schwächte. Zugleich stärkte die Verbindung Karls Roberts Stellung im Wettbewerb um die ungarische Krone mit Otto von Bayern, besonders für den Fall, dass Marias Mutter tatsächlich aus dem ungarischen Königshaus der Árpáden abstammte. Die Ehe trug außerdem dazu bei, die polnisch-ungarischen Beziehungen im 14. Jahrhundert zu vertiefen. Über diese Verbindung entstanden politische und dynastische Kontakte, die später unter anderem Karls Roberts dritte Ehe mit Elisabeth, einer Tochter Władysław Łokieteks, begünstigten. Auch Marias Brüder profitierten langfristig von diesen Beziehungen. Bolesław wurde später Erzbischof von Gran, während Mieszko zunächst Bischof von Neutra und anschließend Bischof von Wesprim wurde. Zusätzlich übernahm Mieszko das Amt des Kanzlers der Königin. Diese hohen kirchlichen Ämter erhielten beide allerdings erst nach Marias Tod, als Elisabeth Łokietek Königin von Ungarn war. Über Marias persönliche Rolle am ungarischen Hof ist nur wenig überliefert. Von ihr sind lediglich zwei ausgestellte Urkunden bekannt. Eine stammt aus dem Jahr 1312 und ist zusammen mit ihrem Siegel erhalten, während der Inhalt einer zweiten Urkunde vom 9. April 1313 durch eine spätere Bestätigung des Kapitels von Székesfehérvár bekannt ist. Das Siegel zeigt auf der Vorderseite die sitzende Königin in einer von Blumen umgebenen Darstellung. Neben ihr stehen die Buchstaben M und A. Die Rückseite trägt das Doppelkreuz der Anjou sowie weitere Buchstaben, die zusammen mit den Zeichen der Vorderseite ihren Namen ergeben. Marias Ehe mit Karl Robert blieb kinderlos, wahrscheinlich wegen ihrer Unfruchtbarkeit. Ältere Darstellungen schrieben dem Paar zwei Töchter zu: Katharina, die den Herzog Heinrich von Schweidnitz geheiratet haben soll, und Elisabeth, die angeblich mit Herzog Bolesław von Oppeln verheiratet war. Diese Angaben wurden später jedoch angezweifelt. Karl Robert war Maria offenbar nicht treu. Er unterhielt eine Beziehung zu einer namenlosen Frau von der Donauinsel Csepel, die Ende 1316 oder Anfang 1317 einen Sohn namens Koloman gebar. Dieser uneheliche königliche Sohn machte später eine kirchliche Karriere und war von 1337 bis 1375 Bischof von Raab. Maria starb am 15. Dezember 1317 in Temesvár. Sie wurde in der Marienbasilika von Székesfehérvár beigesetzt. Ungarische Quellen nennen zwar auch die Jahre 1315 und 1316, doch ein Dokument Karls Roberts vom 24. Februar 1317 führt Maria noch als lebende Person auf. Die unterschiedlichen Jahresangaben werden daher als Schreibfehler erklärt. Ihre Beisetzung wurde später in einer Miniatur der Bilderchronik dargestellt. Nach Marias Tod heiratete Karl Robert noch zweimal. 1318 vermählte er sich mit Beatrix von Luxemburg, die im folgenden Jahr bei einer Geburt starb. 1320 heiratete er Elisabeth Łokietek, mit der er zahlreiche Kinder hatte. Maria selbst hinterließ keine Nachkommen, spielte durch ihre Ehe jedoch eine wichtige Rolle bei der politischen Annäherung Polens und Ungarns sowie bei der Festigung der Stellung ihres Hauses im mitteleuropäischen Machtgefüge des frühen 14. Jahrhunderts.

Quelle: Maria bytomska (pl, 80105727). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0

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