Person

Maria Antonia von Österreich

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Geburt

  1. 18.01.1669

Tod

  1. 24.12.1692

Porträt von Maria Antonia von Österreich
Bildnachweis

Archduchess Maria Antonia of Austria label QS:Len,"Archduchess Maria Antonia of Austria"

Unidentified painter

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Bildquelle: File:Archduchess Maria Antonia of Austria.png · Lizenz: Public domain

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Biografie

Marie-Antonie-Thérèse-Josèphe von Österreich wurde am 18. Januar 1669 im Wiener Hofburgpalast geboren und starb dort am 24. Dezember 1692. Sie war die Tochter Kaiser Leopolds I. und Margarete Theresias von Österreich sowie die erste Ehefrau Maximilians II. Emanuel, Kurfürst von Bayern. Ihr einziger überlebender Sohn, Joseph Ferdinand von Bayern, wurde später zu einer wichtigen Figur in der europäischen Politik um die spanische Thronfolge. Marie-Antoinette war das einzige Kind Leopolds I. und Margarete Theresias, das die frühe Kindheit überlebte. Ihre beiden Geschwister waren bereits im Säuglingsalter gestorben. Über ihren Vater war sie eine Enkelin Kaiser Ferdinands III. und Maria Annas von Österreich, über ihre Mutter stammte sie von König Philipp IV. von Spanien und Maria Anna von Österreich ab. Da ihre Mutter, eine Schwester Karls II. von Spanien, starb, als Marie-Antoinette erst vier Jahre alt war, wurde die Erzherzogin zur einzigen überlebenden Erbin der spanischen Linie der Habsburger. Ihre familiäre Herkunft war von einer über Generationen fortgesetzten Verwandtschaft innerhalb des Hauses Habsburg geprägt. Ihr Vater war zugleich der Onkel mütterlicherseits und der väterliche Cousin ihrer Mutter. Auch ihre Großeltern mütterlicherseits waren eng miteinander verwandt. Dadurch hatte Marie-Antoinette deutlich weniger Vorfahren als gewöhnlich. Trotz dieser schwierigen dynastischen Vorgeschichte galt sie als intelligent und gebildet. Wie ihre Eltern interessierte sie sich besonders für Musik und stand ihrem Vater nahe, der in ihr die letzte Verbindung zu seiner ersten Ehefrau sah. Schon früh wurde über eine politisch vorteilhafte Ehe beraten. Ihre Großmutter Maria Anna von Österreich wollte sie mit Karl II. von Spanien verheiraten, der zugleich ihr Onkel mütterlicherseits war. Dieser Plan kam jedoch wegen der politischen Umstände nicht zustande. Auch ein Vorhaben ihrer Tante, der französischen Königin Maria Theresia, Marie-Antoinette mit deren Sohn zu verheiraten, scheiterte. Ludwig XIV. entschied sich stattdessen für eine Ehe des Großen Dauphins mit Maria Anna von Bayern. Zudem wollte Kaiser Leopold keine Allianz mit Frankreich eingehen. Eine politische Verbindung ergab sich schließlich mit Maximilian II. Emanuel von Bayern. Der bayerische Kurfürst bat 1684 um die Hand der Kaisertochter und versprach, kein Bündnis mit Frankreich zu schließen sowie den Kaiser im Kampf gegen die Osmanen zu unterstützen. Leopold stimmte zu. Am 15. Juli 1685 heirateten Marie-Antoinette und Maximilian in Wien. Die Ehe erwies sich bald als unglücklich. Die beiden hatten sehr unterschiedliche Charaktere: Maximilian galt als lebhaft und gesellig, Marie-Antoinette als zurückhaltend und ernst. Besonders unter seiner ständigen Untreue litt sie. Das gegenseitige Verhältnis verschlechterte sich so stark, dass beide schließlich offene Abneigung füreinander empfanden. Ihr Mann schenkte ihr nur wenig Aufmerksamkeit, und erst nach vier Jahren Ehe bekam das Paar ein erstes Kind. Der am 22. Mai 1689 geborene Sohn starb bereits nach drei Tagen. Ein weiterer Sohn, Anton, kam am 28. November 1690 zur Welt, starb jedoch noch bei der Geburt. Die Eheleute entfernten sich immer weiter voneinander. Im Sommer 1691 reiste Marie-Antoinette an den Wiener Hof ihres Vaters. Niemand ahnte damals, dass sie Wien nicht mehr verlassen würde. Kurz darauf wurde Maximilian von König Karl II. zum Statthalter der Spanischen Niederlande ernannt und ließ sich in Brüssel nieder. Zur Feier von Marie-Antoinettes Geburtstag kehrte er am 18. Januar 1692 zwar an den kaiserlichen Hof zurück. Bei dieser Gelegenheit besserte sich das Verhältnis vorübergehend, und das Paar nahm die eheliche Beziehung wieder auf. Wenig später stellte Marie-Antoinette erfreut fest, dass sie schwanger war. Während ihrer Schwangerschaft blieb sie in Wien, während Maximilian die Verwaltung der Spanischen Niederlande übernahm. Kaiser Leopold war darüber empört, dass sein Schwiegersohn mit seiner Geliebten, der Gräfin Canozza, zusammenlebte. Als Leopold ihn aufforderte, sich von ihr zu trennen, wies Maximilian jede Einmischung in sein Privatleben zurück. Zugleich bemühte er sich gegenüber der spanischen Familie seiner Frau um ein günstiges Bild und schrieb ihrer Großmutter von der guten Gesundheit Marie-Antoinettes und der Hoffnung auf eine problemlose Geburt. Am 28. Oktober 1692 brachte Marie-Antoinette in Wien den lange erwarteten Erben Joseph Ferdinand zur Welt. Am spanischen Hof wurde die Nachricht mit großer Begeisterung aufgenommen, da man in dem Kind einen möglichen künftigen Herrscher Spaniens sah. Die dortige Königinwitwe wusste offenbar nichts von der schlechten Behandlung, der Marie-Antoinette durch ihren Ehemann ausgesetzt war. Die Freude über die Geburt währte jedoch nur kurz. Marie-Antoinette erkrankte schwer an Kindbettfieber und verfiel zugleich in eine tiefe Depression. Am 24. Dezember 1692 starb sie in Wien. Sie wurde in der Kaisergruft neben ihrer früh verstorbenen Mutter beigesetzt. Ihr Herz erhielt eine eigene Grabstätte in der Habsburger Herzgruft in der Loreto-Kapelle der Wiener Augustinerkirche, während ihre Eingeweide in der Herzogsgruft des Stephansdoms bestattet wurden. In ihrem Testament enterbte Marie-Antoinette ihren untreuen Ehemann vollständig und vermachte ihren Besitz ihrem Sohn Joseph Ferdinand. Sollte auch dieser vorzeitig sterben, sollten ihr Vater und weitere Angehörige erben. Marie-Antoinettes dynastische Bedeutung wuchs nach ihrem Tod weiter. Da Karl II. von Spanien kinderlos war, konnte ihr Sohn als Nachkomme seiner Schwester Margarete Theresia Anspruch auf die spanische Krone erheben. Karl II. erklärte Joseph Ferdinand im September 1696 zu seinem Erben. Der junge Prinz starb jedoch am 6. Februar 1699, noch vor dem spanischen König. Sein Tod trug dazu bei, dass der Streit um die spanische Erbfolge in den Spanischen Erbfolgekrieg mündete. Schließlich bestieg Philipp V., ein Enkel Ludwigs XIV. und Maria Theresias von Österreich, den spanischen Thron.

Quelle: Marie-Antoinette d'Autriche (1669-1692) (fr, 239019185). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0