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Leopoldine Hofmann von Waideck
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Leopoldine Hofmann
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Biografie
Leopoldine Hofmann wurde am 29. November 1842 in Krems an der Donau geboren und starb genau 49 Jahre später in Wien. Sie war eine österreichische Sängerin, die sowohl in Opern als auch in Operetten auftrat, und wurde später als Ehefrau des Erzherzogs Heinrich von Österreich bekannt. Ab 1878 trug sie den Namen Freifrau von Waideck.
Hofmann war die Tochter eines Magistratsbeamten und erhielt eine gute Schulbildung. Schon früh zeigte sich ihre musikalische Begabung. Deshalb wurde sie nach Wien geschickt, wo sie am dortigen Konservatorium ausgebildet wurde. Ihre Abschlussprüfung legte sie gemeinsam mit Berta Ehnn ab, die später ihre Weggefährtin wurde. Beide überzeugten die Prüfungskommission so sehr, dass sie mit silbernen Medaillen ausgezeichnet wurden.
Unmittelbar danach erhielten Hofmann und Ehnn Engagements am Ständischen Theater in Graz. Hofmann trat dort als Mezzosopranistin und Altistin auf. Ihr Bühnendebüt gab sie in Franz von Suppès Operette „Das Pensionat“. Zwischen 1859 und 1864 wirkte sie in fünf Operetten Jacques Offenbachs mit, die beim Grazer Publikum großen Anklang fanden. Das Genre galt damals als modern, und auch die Werke anderer französischer Komponisten erfreuten sich in Graz großer Beliebtheit.
Neben der Operette sang Hofmann auch bedeutende Rollen in klassischen Opern. In Verdis „Der Troubadour“ verkörperte sie Azucena, in „Rigoletto“ Maddalena und in „Nabucco“ Anna. In Donizettis „Lucrezia Borgia“ übernahm sie mit Massio Orsini ihre erste Hosenrolle, also eine männliche Bühnenpartie, die von einer Sängerin dargestellt wird. Darüber hinaus trat sie als Interpretin von Liedern auf. Ihre Laufbahn entwickelte sich vielversprechend, doch sie sollte ihre Karriere später aufgeben, um eine ungewöhnliche Verbindung eingehen zu können.
In Graz wohnte Leopoldine Hofmann in der Bürgergasse. Gegenüber ihrem Haus lag das örtliche Militärkommando, in dem Erzherzog Heinrich stationiert war. Heinrich, der von 1828 bis 1891 lebte, war ein Enkel Kaiser Leopolds II. und bekleidete den Rang eines Feldmarschallleutnants. Zwischen dem Erzherzog und der Sängerin entstand eine Liebesbeziehung. Der Wiener Hof und Kaiser Franz Joseph versuchten, eine Heirat zu verhindern. Heinrich wurde zunächst im Zusammenhang mit dem Deutschen Krieg nach Italien versetzt und anschließend nach Brünn beordert.
Noch vor seiner Abreise nach Italien setzte der Erzherzog Leopoldine Hofmann in seinem Testament als Erbin ein. Auf seinen Wunsch hin gab sie ihre Bühnenkarriere auf. Heinrich wollte sie als „einfaches Bürgermädchen aus dem Elternhause“ zum Altar führen. Ganz aus dem öffentlichen musikalischen Leben verschwand sie jedoch nicht: Später trat sie mehrfach bei Wohltätigkeitskonzerten auf.
Im Februar 1868 heirateten Leopoldine Hofmann und Erzherzog Heinrich in Bozen in privatem Rahmen und ohne die Zustimmung des Kaisers. Die Eheschließung löste einen Skandal aus. Gegen die Geistlichen, die an der Trauung teilgenommen hatten, wurden Untersuchungen eingeleitet. Schließlich kam man jedoch zu dem Ergebnis, dass allein der Erzherzog selbst für seine Entscheidung verantwortlich sei.
Nach der Hochzeit lebte das Paar im Ausland, in der Villa Tivoli im schweizerischen Luzern. Heinrich reiste unter dem Pseudonym Graf von Waideck, während Leopoldine zunächst weiterhin ihren Mädchennamen führte. Später nahm sie den Namen von Waideck an. Für seine eigenmächtige Heirat musste Heinrich weitreichende Konsequenzen tragen: Er verlor seine Stellung in der Armee, seine Güter wurden eingezogen und unter die Verwaltung seines Bruders Rainer gestellt. Seine jährliche Apanage von 40.000 Gulden erhielt er jedoch weiterhin.
Im Jahr 1872 wurde die Tochter des Paares, Maria Raineria, geboren. Im September desselben Jahres genehmigte Kaiser Franz Joseph die morganatische Ehe nachträglich. Damit wurde Heinrich wieder in seine Rechte als Erzherzog eingesetzt. Leopoldine erhielt den Adelstitel Freifrau von Waideck. Die Familie zog anschließend nach Bozen. Dort lebte sie im Palais Erzherzog Rainer, dem heutigen Palais Campofranco, sowie auf Schloss Sallegg.
Leopoldine und Heinrich wurden in Bozen zum Mittelpunkt eines kunstsinnigen und vielseitig interessierten gesellschaftlichen Kreises. Wegen ihres sozialen Engagements genossen sie großes Ansehen. Besonders Leopoldines Persönlichkeit wurde in Zeitungsberichten hervorgehoben. Ein Journalist beschrieb sie als eine Frau, die den Bozener Damen zeigen könne, dass man zugleich wohlhabend und ausgesprochen liebenswürdig sein könne. Ihre Herkunft aus dem Bürgertum stand ihrem gesellschaftlichen Einfluss offenbar nicht im Wege.
Anlässlich der Hochzeit der Erzherzogin Luise mit Prinz Friedrich August von Sachsen reisten Leopoldine, Heinrich und ihre Tochter nach Wien. Sie wohnten im Hotel Sacher, wo beide Eheleute an einer Lungenentzündung erkrankten. Überliefert ist, dass Leopoldine sich bei der Hoteldirektorin Anna Sacher für die dadurch entstandenen Unannehmlichkeiten entschuldigte.
Leopoldine Hofmann starb am Abend des 29. November 1891 gegen fünf Uhr, an ihrem 49. Geburtstag. Ihr Ehemann folgte ihr wenige Stunden später am Morgen des 30. November gegen halb neun; zu diesem Zeitpunkt war er bereits ohne Bewusstsein. Heinrich wurde öffentlich in der Hofburgkapelle aufgebahrt, während der Sarg seiner Frau im Palais seines Bruders Rainer verblieb. Anschließend wurden beide Leichname gemeinsam mit dem Zug von Wien nach Bozen überführt. Am 9. Dezember erfolgte ihre gemeinsame Bestattung in einer Familiengruft auf dem Friedhof des Doms Maria Himmelfahrt.
Schloss Sallegg blieb im Familienbesitz. Auf den dazugehörigen Gütern wird bis heute Wein angebaut; eine Weißburgunder-Serie trägt den Namen Leopoldine.
Quelle: Leopoldine Hofmann (de, 264166129). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0
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