Person
Katharina von Habsburg (1295–1323)
Verbindung zu einer anderen Person findenGeburt
10.1295
Tod
18.01.1323
1323
Biografie
Katharina von Habsburg wurde im Oktober 1295 in Wien geboren und starb am 15. Januar 1323 in Neapel. Sie entstammte dem Haus Habsburg und war eine Tochter Albrechts I., der zunächst Herzog von Österreich war und 1298 zum römisch-deutschen König gewählt wurde, und dessen Ehefrau Elisabeth von Görz. Durch ihre Heirat mit Karl von Anjou wurde Katharina Herzogin von Kalabrien.
Katharina war das siebte Kind und die vierte Tochter ihrer Eltern. Sie wuchs in einer großen Herrscherfamilie auf, deren Mitglieder durch ihre Ehen und politischen Ämter mit zahlreichen europäischen Dynastien verbunden waren. Zu ihren Geschwistern gehörten Anna, die nacheinander mit Markgraf Hermann I. von Brandenburg und Heinrich VI., Herzog von Breslau, verheiratet war, sowie Agnes, die als Ehefrau König Andreas’ III. von Ungarn von 1296 bis 1301 ungarische Königin war. Ihr Bruder Rudolf III. war Herzog von Österreich und König von Böhmen. Elisabeth wurde durch ihre Ehe Herzogin von Lothringen und später Regentin dieses Herzogtums.
Weitere Brüder Katharinas waren Friedrich der Schöne, Herzog von Österreich und ab 1314 gewählter römisch-deutscher König, Leopold, der den Beinamen „das Schwert der Habsburger“ trug, sowie Albrecht II., Heinrich, Otto und weitere Kinder. Mehr als zehn Geschwister starben bereits im Kindesalter. Diese familiären Verbindungen spiegeln die dynastische Politik des späten Mittelalters wider, in der Ehen eine wichtige Rolle bei der Festigung von Bündnissen und politischen Beziehungen spielten.
Auch Katharinas eigene Heiratspläne standen im Zeichen dieser Politik. Nach Angaben der Staatsarchive von Turin war sie zunächst mit Prinz Philipp von Piemont verlobt. Dessen erste Ehefrau, Isabella von Villehardouin, war am 23. Januar 1312 gestorben. Philipp heiratete jedoch bereits am 7. Mai desselben Jahres Katharina von La Tour du Pin, sodass die geplante Verbindung mit der Habsburgerin nicht zustande kam.
Anschließend planten die Habsburger im Rahmen einer Annäherung an das Haus Luxemburg Katharinas Ehe mit Kaiser Heinrich VII. Der Kaiser war seit dem Tod seiner Frau Margarete von Brabant am 14. Dezember 1311 verwitwet. Der Hochzeitszug hatte sich bereits auf den Weg nach Italien gemacht, als Heinrich VII. in seinem Lager bei Buonconvento in der Nähe von Siena an Malaria starb. Damit endete auch dieser Heiratsplan. Danach setzte sich Katharinas Schwägerin Isabella von Aragón für eine Verlobung mit Peter II. ein, dem Sohn König Friedrichs II. von Sizilien.
Schließlich wurde Katharina 1316 auf Wunsch ihres Bruders Friedrichs des Schönen mit Karl von Kalabrien verheiratet. Diese Ehe erfolgte im Zusammenhang mit der kaiserlichen Italienpolitik und sollte die politischen Beziehungen zwischen den beteiligten Herrscherhäusern stärken. Katharina und Karl blieben jedoch ohne Kinder. Katharina starb sieben Jahre nach der Hochzeit in Neapel. Ihre letzte Ruhestätte fand sie in der Basilika San Lorenzo Maggiore. Karl heiratete 1324 erneut, diesmal Marie, eine Tochter des Grafen Karl von Valois.
Katharinas Leben war damit vor allem durch ihre Herkunft aus der habsburgischen Herrscherfamilie und durch die wiederholten, politisch motivierten Heiratspläne geprägt. Obwohl keine der vorgesehenen Verbindungen mit Philipp von Piemont oder Kaiser Heinrich VII. verwirklicht wurde, wurde sie schließlich durch ihre Ehe mit Karl von Kalabrien Teil des angevinischen Herrscherhauses in Italien.
Quelle: Catherine de Habsbourg (1295-1323) (fr, 238566904). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0
Eltern
Kinder
Keine geprüften Kinderbeziehungen vorhanden.