Person

Januária Maria von Portugal

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Geburt

  1. 11.03.1822

Tod

  1. 13.03.1901

Porträt von Januária Maria von Portugal
Bildnachweis

Januaria of Brazil 1865.(2)

Alphonse Bernoud (1820–1889)

Lago, Bia Corrêa do; Corrêa do Lago, Pedro. Coleção Princesa Isabel: Fotografia do século XIX . Rio de Janeiro: Capivara, 2008. ISBN 9788589063258

Bildquelle: File:Januaria of Brazil 1865.(2).jpg · Lizenz: Public domain

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Biografie

Januária do Brasil wurde am 11. März 1822 im Palácio de São Cristóvão in Rio de Janeiro geboren. Sie war die zweite Tochter des späteren brasilianischen Kaisers Pedro I. und seiner Ehefrau, der österreichischen Erzherzogin Leopoldina, und gehörte damit zur brasilianischen Kaiserfamilie. Ihre Geburt fiel in die Zeit der brasilianischen Unabhängigkeit, weshalb sie den Beinamen „Prinzessin der Unabhängigkeit“ erhielt. Zu ihren Geschwistern gehörten Maria da Glória, die später als Maria II. Königin von Portugal wurde, sowie Pedro de Alcântara, der als Pedro II. Kaiser von Brasilien wurde. Außerdem hatte sie die Geschwister Paula Mariana und Francisca sowie eine Halbschwester, Isabel Maria, aus der Beziehung ihres Vaters mit Domitila de Castro, der späteren Marquise von Santos. Januária verlor ihre Mutter im Alter von vier Jahren. Leopoldina starb nach einer Fehlgeburt, und einige Jahre später heiratete ihr Vater Amélia von Leuchtenberg. Als Januária neun Jahre alt war, dankte Pedro I. als Kaiser von Brasilien ab und kehrte nach Europa zurück, um den portugiesischen Thron für seine älteste Tochter Maria II. zurückzugewinnen. Januária blieb in Brasilien, da sie im Fall des Todes ihres jüngeren Bruders Pedro den Thron hätte erben können. Mit ihrem Vater und dessen neuer Ehefrau blieb sie durch Briefe in Verbindung. Ihre Kindheit verbrachte sie gemeinsam mit den jüngeren Geschwistern und mehreren Erziehern. Die Erziehung war streng, und als älteste der in Brasilien verbliebenen Prinzessinnen übernahm Januária früh Verantwortung. Sie berichtete ihrem Vater über wichtige Ereignisse der Familie. 1833 musste sie ihm den Tod ihrer jüngeren Schwester Paula Mariana mitteilen, die vor ihrem zehnten Geburtstag starb. Auch Amélia überbrachte Januária später schriftlich die Nachricht vom Tod Pedro I. Nach der Abdankung ihres Vaters musste die brasilianische Thronfolge neu geordnet werden. Die Abgeordnetenkammer ernannte Januária zur Prinzessin von Brasilien und damit zur mutmaßlichen Thronerbin ihres Bruders Pedro II. Am 4. August 1836 legte die damals vierzehnjährige Prinzessin im Senat den Eid ab, die katholische Religion, die Verfassung und die Gesetze des Landes zu achten und dem Kaiser zu gehorchen. Sie blieb Prinzessin Imperial, bis Pedro II. einen Sohn bekommen würde. Während der Regentschaftskrise von 1836 schlugen gemäßigte Liberale vor, Januária die Regentschaft für ihren minderjährigen Bruder zu übertragen. Der Plan fand jedoch nicht genügend Unterstützung. 1837 trat der bisherige Regent Diogo Antônio Feijó zurück; anschließend übernahm Senator Pedro de Araújo Lima die Führung der Regierung. Kurz darauf führte der sogenannte Coup der Volljährigkeit dazu, dass Pedro II. vorzeitig die Macht übernahm. Januária wurde somit nicht Regentin. Ihre mögliche Thronfolge machte ihre Heirat zu einer Angelegenheit von staatlicher Bedeutung. Mehrere europäische Fürstenhäuser zeigten Interesse, darunter Portugal, Frankreich, Russland, Spanien, Österreich und Sardinien. Erwogen wurden unter anderem der Herzog von Orléans und Prinz August von Sachsen-Coburg-Koháry. Auch Prinz Eugen von Savoyen wurde als möglicher Ehemann vorgeschlagen, doch die Verhandlungen scheiterten an den weitreichenden Forderungen des sardischen Königs. Schließlich fand Januária einen Ehemann im Umfeld der neapolitanischen Königsfamilie: Prinz Luís Carlos, Graf von Áquila, ein Bruder der zukünftigen Kaiserin Teresa Cristina, die Pedro II. heiratete. Die Hochzeit Januárias und des Grafen von Áquila fand 1844 in Rio de Janeiro mit großem höfischem Aufwand statt. Nach der Vereinbarung sollte das Paar Brasilien erst dauerhaft verlassen dürfen, wenn Pedro II. einen anerkannten männlichen Erben hatte. Luís Carlos erhielt den Rang eines Prinzen des brasilianischen Kaiserhauses; die Ehegatten sollten später, nach der Geburt eines kaiserlichen Erben, den Titel Prinz und Prinzessin von Brasilien führen. Schon bald entstanden Spannungen zwischen dem Grafen und Pedro II. Luís Carlos wollte seinen eigenen Haushalt verwalten und entließ den bisherigen Verwalter des Palastes, Paulo Barbosa. Dieser überzeugte den Kaiser davon, Januária und ihr Ehemann planten, seine Macht zu übernehmen. Das Verhältnis verschlechterte sich zunehmend; das Paar wurde von Ministern, Hofbeamten und schließlich auch vom Kaiser selbst ignoriert. Nach mehreren verweigerten Genehmigungen drohte der Graf, Brasilien ohne Erlaubnis zu verlassen. Am 23. Oktober 1844 gingen Januária und Luís Carlos schließlich an Bord des französischen Schiffes White Queen. Nach Aufenthalten in Brest und Paris reiste das Paar nach Neapel. König Ferdinand II. stellte ihnen den Palast Campo Franco zur Verfügung. Dort widmete sich Januária vor allem ihrer Familie. Ihr erster Sohn Luís Fernando wurde am 18. Juli 1845 geboren, gefolgt von der Tochter Leopoldina am 22. Juli 1846 und dem Sohn Filipe Luís am 12. August 1847. Zwei weitere Söhne starben kurz nach ihrer Geburt: einer 1848 nach nur 24 Stunden, ein weiterer 1851 nach zwei Tagen. Januária führte in Neapel ein eher zurückgezogenes Leben, stand aber weiterhin mit ihren Verwandten und besonders mit Pedro II. in brieflichem Kontakt. 1857 erwarb der Graf die Villa Rosebery am Golf von Neapel und ließ den Park erweitern. Zu Ehren seiner Frau nannte er das Anwesen „Brasiliana“. Nach dem Ende der bourbonischen Herrschaft 1860 wurde es jedoch enteignet, bevor die Familie es nutzen konnte. 1859 verlor Januária ihre dreizehnjährige Tochter Leopoldina, die sie als Trost und Gesellschaft bezeichnet hatte. Wenige Monate später starb auch König Ferdinand II.; mit ihm schwand der politische Einfluss ihres Ehemanns. Während des Vormarsches Giuseppe Garibaldis und des Zusammenbruchs des Königreichs beider Sizilien bat Januária ihren Bruder um Schutz. Sie und ihre Familie verließen das Land auf der brasilianischen Korvette Isabel. Der Graf war beschuldigt worden, gegen seinen Neffen, König Franz II., zu intrigieren und eine Regentschaft anzustreben. Das Paar ließ sich zunächst in Paris nieder, wechselte später jedoch nach London. 1872 kam es dort nach rund dreißig Jahren zur Wiedervereinigung Januárias mit Pedro II., Teresa Cristina und Francisca; gemeinsam besuchten sie Königin Victoria in Windsor. In London geriet die Familie später in finanzielle Not. Der Sohn Luís Carlos wurde in eine viel beachtete Angelegenheit um Schulden und die Beschlagnahmung von Vermögen verwickelt. Der Graf von Áquila starb 1897 in Paris. Danach zog Januária zu ihrem Sohn Filipe in den Süden Frankreichs. Sie überlebte den Untergang des brasilianischen Kaiserreichs und den Tod ihrer Geschwister. Am 13. März 1901 starb sie im Alter von 79 Jahren in Nizza. Ihre letzte Lebensphase war von Armut, aber auch von Würde geprägt. Januária wurde auf dem Pariser Friedhof Père-Lachaise beigesetzt. In Brasilien erinnern mehrere Städte, die ihren Namen tragen, an sie.

Quelle: Januária de Bragança (pt, 72496979). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0