Person

Hermine Amalie von Österreich

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Geburt

  1. 14.09.1817

Tod

  1. 13.02.1842

Porträt von Hermine Amalie von Österreich
Bildnachweis

Archduchess Hermine of Austria

Unidentified painter

Hungarian National Museum, Budapest

Bildquelle: File:Hermina főhercegnő.jpg · Lizenz: Public domain

Für die Darstellung in der Größe angepasst.

Biografie

Hermina Amália Maria von Habsburg-Lothringen wurde am 14. September 1817 in Buda im Kaisertum Österreich geboren und starb am 13. Februar 1842 in Wien. Sie war eine österreichische Erzherzogin aus dem Haus Habsburg-Lothringen und wurde 1839 zur Äbtissin der kirchlichen Damenstiftung Theresianum in Prag ernannt. Ihr Vater war Erzherzog Joseph Anton Johann von Österreich, der als Joseph von Österreich von 1796 bis zu seinem Tod 1847 das Amt des Palatins des Königreichs Ungarn innehatte. Er war ein Sohn Kaiser Leopolds II. und der spanischen Infantin Maria Ludovika. Herminas Mutter war Prinzessin Hermine von Anhalt-Bernburg-Schaumburg-Hoym, die zweite Ehefrau des Palatins. Aus dieser Ehe gingen die Zwillinge Hermina Amália und Erzherzog Stephan Franz Viktor hervor. Herminas Geburt war von einem schweren Verlust überschattet. Ihre Mutter starb am selben Tag im Alter von nur 19 Jahren an Kindbettfieber. Auch Josephs erste Ehefrau, die russische Großfürstin Alexandra Pawlowna, war bereits bei der Geburt ihres ersten Kindes gestorben. Nach vierzehn Jahren Witwerschaft hatte Joseph 1815 Hermine geheiratet; nun blieb er erneut mit kleinen Kindern zurück. Die Zwillinge wurden später von Josephs dritter Ehefrau, Prinzessin Maria Dorothea von Württemberg, gemeinsam mit deren eigenen Kindern erzogen. Zu Herminas jüngeren Halbgeschwistern gehörten Erzherzogin Elisabeth Karoline, Erzherzog Alexander Leopold Ferdinand, Erzherzogin Elisabeth Franziska Maria, Erzherzog Joseph Karl Ludwig und Erzherzogin Maria Henriette, die später Königin der Belgier wurde. Hermina war die älteste und bis 1831 einzige lebende Tochter ihres Vaters. Joseph liebte sie besonders und ließ sie auch in ungarischer Sprache unterrichten. Als junge Frau hielt sie mehrere Reden auf Ungarisch, in denen sie den Nutzen und die Pflege der ungarischen Sprache hervorhob. Zeitgenössische Berichte beschrieben sie als schön, freundlich und bescheiden. Hinter diesem idealisierten Bild stand jedoch eine körperlich sehr zarte und krankheitsanfällige Frau. Schon in ihrer Kindheit zeigte sich eine starke Verkrümmung der Wirbelsäule. Zeitgenössische Ärzte führten diese auf eine tuberkulöse Infektion zurück. Die Fehlstellung des Rückens und die dadurch verformte Brust dürften ihr erhebliche Beschwerden bereitet und sie anfällig für Erkrankungen der Lunge gemacht haben. Trotz ihrer gesundheitlichen Einschränkungen nahm Hermina am gesellschaftlichen und wohltätigen Leben teil. Im Alter von 17 Jahren wurde sie 1834 als Dame des Sternkreuzordens aufgenommen. Sie unterstützte zahlreiche Einrichtungen, die sich der Krankenpflege und der Hilfe für arme Familien widmeten. Da eine Heirat für sie offenbar nicht infrage kam, bot die Leitung einer kirchlichen Einrichtung eine gesicherte Stellung und ein regelmäßiges Einkommen. Dies entsprach einem Weg, den auch andere unverheiratete oder alleinstehende Frauen aus dem kaiserlichen Haus einschlugen. Am 16. September 1839, kurz nach ihrem 22. Geburtstag, wurde Hermina zur Äbtissin der kirchlichen Bildungsstiftung Theresianum in Prag ernannt. Ihr Amt trat sie 1840 an und übte es bis zu ihrem Tod aus. Damit übernahm sie die Leitung einer Einrichtung, die der Erziehung junger Frauen diente. Ihre Stellung verband die Herkunft aus der kaiserlichen Familie mit religiöser Verantwortung und sozialem Engagement. Herminas Tod kam plötzlich und erschütterte die Öffentlichkeit. Sie war von Buda nach Wien gereist und starb dort nach einer nur wenige Tage dauernden Krankheit im Alter von 24 Jahren. Besonders in Pest und Buda wurde ihr früher Tod beklagt. Die zeitgenössische Anteilnahme galt nicht nur ihrer Familie, sondern auch ihrem Ruf als wohltätige und menschenfreundliche junge Frau. Ihr Vater ließ den Leichnam nach Buda bringen. Nach einer öffentlichen Aufbahrung in der Hofkirche und anschließend in der Sigmundskapelle des königlichen Palastes wurde der Sarg am 21. Februar 1842 in der damals neu eingerichteten Palatinsgruft der Budaer Burg beigesetzt, nahe dem Grab ihrer Mutter. Der Hof trug sechs Wochen lang Trauer. Fünf Jahre später wurde auch Joseph, der Palatin, in derselben Gruft bestattet; Herminas Zwillingsbruder Stephan folgte ihm als Palatin von Ungarn. Das Grab Herminas erlitt im 20. Jahrhundert schwere Schäden. Während der Renovierung des seit 1945 beschädigten Budaer Königspalastes in den 1970er Jahren wurde die Palatinsgruft wiederholt geplündert und verwüstet. Auch Herminas Sarg wurde aufgebrochen, und ihre sterblichen Überreste wurden herausgerissen. Bei der ab 1977 begonnenen Wiederherstellung untersuchten Anthropologen den Leichnam. Medizinische Untersuchungen und Röntgenaufnahmen bestätigten eine schwere Wirbelsäulenverkrümmung. Als wahrscheinliche Todesursache wurde Typhus angenommen, der durch die Verformung des Brustkorbs zusätzlich verschlimmert worden sein könnte. Die restaurierte Gruft kann heute in ihrem historischen Zustand besichtigt werden. An Hermina erinnert außerdem die Hermina-Kapelle im heutigen Budapester Stadtteil Zugló. Pest ließ sie zu Ehren der früh verstorbenen Erzherzogin errichten. Das Grundstück wurde der Stadt nach Herminas Tod von Heinrich Johann Matthias geschenkt, der damit ein Andenken an die beliebte Tochter des nach der Überschwemmung von 1838 besonders angesehenen Palatins schaffen wollte. Der Grundstein wurde am 10. Oktober 1842 gelegt. Die Pläne stammten von József Hild, und 1843 begannen unter seiner Leitung die Bauarbeiten. Wegen der Ereignisse der Revolution und des Freiheitskampfes von 1848 und 1849 verzögerte sich die Fertigstellung bis 1854. Am 8. September 1856 wurde die Kapelle geweiht; Franz Liszt leitete dabei seine Messe für Männerchor und spielte später während seiner Aufenthalte in Pest häufig dort die Orgel. Die neugotische Kapelle gilt als ältestes erhaltenes Gebäude Zuglós. Ihre Entstehung beruhte nicht auf einer Stiftung der königlichen Familie, sondern auf der Unterstützung der Bürger von Pest. Rund um das Gotteshaus entwickelte sich ein neuer Stadtteil, der nach seiner Namensgeberin Herminamező genannt wurde. Später wurde die Kapelle zur Pfarrkirche des Heiligen Geistes. Seit 2004 ist sie der ungarischen Statthalterei des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem übergeben; im Volksmund wird sie daher auch als „Kirche der Ritter“ bezeichnet.

Quelle: Habsburg–Lotaringiai Hermina Amália főapátnő (hu, 29233170). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0

Eltern

Kinder

Keine geprüften Kinderbeziehungen vorhanden.

Partnerinnen und Partner

Keine geprüften Partnerschaften vorhanden.