Person
Heinrich von Württemberg
Verbindung zu einer anderen Person findenGeburt
07.09.1448
Tod
15.04.1519

Bildnachweis
Henry of Mömpelgard, by Hans Steiner
Hans Steiner (a.k.a. Johann Steiner) (circa 1550 date QS:P,+1550-00-00T00:00:00Z/9,P1480,Q5727902 –1610)
Museum of Fine Arts, Budapest ( https://www.mfab.hu/artworks/14146/ )
Bildquelle: File:Henry of Mömpelgard, by Hans Steiner.jpg · Lizenz: Public domain
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Biografie
Heinrich von Württemberg wurde am 7. September 1448 in Stuttgart als zweiter männlicher Sohn des Grafen Ulrich V. von Württemberg-Stuttgart und dessen zweiter Ehefrau Elisabeth von Bayern-Landshut geboren. Da für ihn zunächst eine geistliche Laufbahn vorgesehen war, wurde er um 1464 Dompropst in Eichstätt. Zugleich geriet er früh in die große Machtpolitik des Heiligen Römischen Reiches. Der Mainzer Erzbischof Adolf von Nassau ernannte ihn 1465 zum Koadjutor und weltlichen Regenten, womit Heinrich als möglicher Nachfolger des Erzbischofs vorgesehen war.
Hinter dieser Ernennung stand vor allem Markgraf Albrecht von Brandenburg. Er wollte das Mainzer Erzbistum an die kaiserliche Partei binden, der auch Heinrichs Vater angehörte. Das Amt des Mainzer Erzbischofs war politisch besonders bedeutend, da sein Inhaber zu den sieben Kurfürsten gehörte. Die geplante Nachfolge richtete sich zugleich gegen die Wittelsbacher, insbesondere gegen den pfälzischen Kurfürsten Friedrich den Siegreichen, der Heinrichs Vater 1462 in der Schlacht bei Seckenheim besiegt und gedemütigt hatte.
Adolf von Nassau war jedoch nicht bereit, die ihm zugedachte politische Rolle zu erfüllen. Zwischen ihm und Heinrich entstanden schwere Spannungen, die von 1465 bis 1467 in der sogenannten Koadjutorfehde eskalierten. 1466 erklärte Heinrich außerdem Graf Johann von Wertheim die Fehde. Dieser Konflikt entwickelte sich zu einer Machtprobe der führenden Fürsten und drohte zeitweise, einen Krieg im gesamten Reich auszulösen. Letztlich setzte sich der Pfalzgraf Friedrich vor allem diplomatisch durch. Württemberg und Heinrich gingen aus der Auseinandersetzung weitgehend ohne Gewinn hervor. Als Ausgleich erhielt Heinrich das mainzische Amt Bischofsheim, gab es jedoch bereits 1470 wieder zurück.
Im Uracher Vertrag von 1473 wurde Heinrich die Grafschaft Mömpelgard sowie die übrigen linksrheinischen Besitzungen Württembergs zugesprochen. Damit wurde er Graf von Württemberg-Mömpelgard. Seine Herrschaft geriet jedoch bald in neue Schwierigkeiten. Im Zusammenhang mit dem Konflikt zwischen dem burgundischen Herzog Karl dem Kühnen und Kaiser Friedrich III. ließ Karl Heinrich 1474 gefangen nehmen. Heinrich blieb bis 1477 in Maastricht und Boulogne in Gefangenschaft und wurde dort sehr schlecht behandelt. Berichten zufolge wurde sogar eine Scheinhinrichtung an ihm vollzogen.
Nach dem Tod seines Vaters im Jahr 1480 erhob Heinrich gegenüber seinem Bruder Eberhard VI. Erbansprüche auf Württemberg-Stuttgart und damit auf die Herrschaft über ganz Württemberg. Diese Ansprüche konnte er nicht durchsetzen. Im Vertrag von Reichenweier trat er 1482 die Grafschaft Mömpelgard an Eberhard ab. Damit verlor er seine unmittelbare politische Stellung, blieb aber der Begründer einer eigenen württembergischen Seitenlinie.
Auch in den folgenden Jahren war Heinrich von Einschränkungen und Konflikten betroffen. Sein Vetter Eberhard V., genannt Eberhard im Bart, ließ ihn im August 1490 in Stuttgart verhaften. Als Begründung diente die angebliche Geisteskrankheit Heinrichs. 1492 setzte Kaiser Friedrich III. Eberhard im Bart als Heinrichs Vormund ein. Von da an wurde Heinrich bis zu seinem Tod gemeinsam mit seiner Frau auf der Burg Hohenurach festgehalten. Zeitweise durfte er sich allerdings auch in Stuttgart aufhalten. Heinrich starb am 15. April 1519 auf Hohenurach.
Die traditionelle württembergische Geschichtsschreibung stempelte ihn lange als Wahnsinnigen ab. Eine vorsichtige Neubewertung seiner Persönlichkeit setzte insbesondere durch den Historiker Klaus Graf ein, der 1999 auf Heinrichs geistige Interessen hinwies. Diese lassen sich unter anderem an Handschriften und gedruckten Büchern aus seinem Besitz erkennen. 2004 verglich Felix Heinzer Heinrichs Leidenschaft für Bücher mit derjenigen seines Vetters Eberhard im Bart, nachdem ein weiteres Buch aus Heinrichs Besitz aufgefunden worden war.
Heinrich heiratete 1485 Gräfin Elisabeth von Zweibrücken-Bitsch. Sie starb am 17. Februar 1487, wenige Tage nach der Geburt ihres Sohnes Eitel Heinrich am 8. Februar. Der Sohn wurde bei seiner Firmung 1493 in Ulrich umbenannt und bestieg 1498 als dritter Herzog von Württemberg den Thron. Am 21. Juli 1488 ging Heinrich eine zweite Ehe mit Gräfin Eva von Salm ein. Aus dieser Verbindung stammten Maria, die von 1496 bis 1541 lebte und Herzog Heinrich II. von Braunschweig-Wolfenbüttel heiratete, sowie Georg I. von Württemberg-Mömpelgard, der von 1498 bis 1558 lebte. Durch seine Nachkommen begründete Heinrich die ältere Seitenlinie Württemberg-Mömpelgard.
Quelle: Heinrich von Württemberg (de, 240463182). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0