Person

Elisabeth von Valois

Verbindung zu einer anderen Person finden

Geburt

Keine geprüfte Geburtsangabe vorhanden.

Tod

Keine geprüfte Todesangabe vorhanden.

Porträt von Elisabeth von Valois
Bildnachweis

Elisabeth de Valois, Anthonis Mor

Antonis Mor

GEO Epoche. Als Spanien die Welt beherrschte , vol. 31, 2008, p. 87

Bildquelle: File:Elisabeth de Valois, Anthonis Mor.jpg · Lizenz: Public domain

Für die Darstellung in der Größe angepasst.

Biografie

Elisabeth de Valois, in Spanien auch Isabel genannt, wurde am 2. April 1545 im Schloss Fontainebleau bei Paris geboren. Sie war die älteste Tochter des späteren französischen Königs Heinrich II. und seiner Frau Caterina de’ Medici sowie das zweite Kind des Paares. Elisabeth gehörte dem Haus Valois aus dem angoulêmischen Zweig an und war durch ihre Eltern mit zahlreichen europäischen Herrscherhäusern verbunden. Zu ihren Geschwistern zählten unter anderem die späteren französischen Könige Franz II., Karl IX. und Heinrich III. sowie Margarete von Valois. Ihre Kindheit war von einer labilen Gesundheit geprägt. Schon als Säugling erkrankte sie schwer an Grippe und Lungenentzündung, überlebte jedoch entgegen den Erwartungen. Ihre Mutter kümmerte sich intensiv um ihre Erziehung und sorgte dafür, dass Elisabeth eine umfassende Ausbildung erhielt. Sie lernte Geschichte, Geografie, Literatur, Kunst, Astronomie, Philosophie, Musik, Tanz und Handarbeiten. Außerdem wurde sie in mehreren Sprachen unterrichtet, darunter Latein, Griechisch, Italienisch und Spanisch. Einen großen Teil ihrer Jugend verbrachte sie gemeinsam mit ihrem Bruder Franz und der gleichaltrigen Maria Stuart, der schottischen Königin. Zwischen Maria und Elisabeth entstand eine enge Freundschaft, die bis zu Elisabeths Tod bestehen blieb. Bereits seit 1550 wurde über eine Heirat Elisabeths mit dem englischen König Eduard VI. verhandelt. Die Verbindung sollte die Beziehungen zwischen Frankreich und England stärken. Es wurden Porträts ausgetauscht, ein Ehevertrag vorbereitet und Elisabeth sogar von einer englischen Hofdame auf Sprache und Sitten des englischen Hofes vorbereitet. Die geplante Ehe kam jedoch nicht zustande, weil Eduard 1553 im Alter von fünfzehn Jahren starb. Damit zerfiel auch das vorgesehene französisch-englische Bündnis. Anschließend wurde Elisabeth dem spanischen Thronfolger Don Carlos versprochen. Diese Verbindung war Teil der Bemühungen, den langjährigen Konflikt zwischen Frankreich und den Habsburgern zu beenden. Don Carlos galt jedoch als körperlich und geistig instabil. Nach dem Tod Marias I. von England im Jahr 1558 entschied sich deren Witwer, der spanische König Philipp II., für eine neue Ehe. Zunächst war Elisabeth nicht als seine Braut vorgesehen, doch Philipp bestand schließlich auf der Verbindung mit ihr. Dadurch wurde die Verlobung Elisabeths mit Don Carlos aufgelöst. Der Frieden von Cateau-Cambrésis von 1559 beendete die italienischen Kriege zwischen Frankreich und den Habsburgern und besiegelte Elisabeths Heirat mit Philipp II. Am 22. Juni 1559 fand in Notre-Dame de Paris eine Stellvertreterhochzeit statt, bei der der Herzog von Alba Philipp vertrat. Während der anschließenden Feierlichkeiten nahm Elisabeths Vater Heinrich II. an einem Turnier teil. Bei seinem dritten Lanzenkampf wurde er von seinem Gegner schwer am Auge verletzt und starb am 10. Juli. Elisabeths Hochzeit war damit von einer schweren Familientragödie überschattet. Im November 1559 verließ die vierzehnjährige Elisabeth Frankreich mit einem großen Gefolge. Ihre Mutter begleitete sie zunächst und verabschiedete sich schließlich unter Tränen in Blois. Beide hielten danach durch einen intensiven Briefwechsel Kontakt. In Spanien traf Elisabeth Philipp erstmals in Guadalajara. Entgegen den strengen höfischen Regeln umarmte sie ihn, anstatt lediglich seine Hand zu küssen. Die eigentliche Hochzeit wurde am 2. Februar 1560 in Guadalajara gefeiert. Elisabeth wurde am spanischen Hof Isabel genannt und war fortan Königin von Spanien sowie Königin mehrerer weiterer Länder und Territorien des habsburgischen Herrschaftsbereichs. Anfangs fühlte sie sich in Spanien fremd und hatte wegen des beträchtlichen Altersunterschieds Respekt vor Philipp. Dennoch entwickelte sich zwischen beiden eine enge Beziehung. Philipp war von ihrer Schönheit, ihrem französischen Geschmack und ihren kultivierten Umgangsformen beeindruckt. Er entließ seine früheren Mätressen und behandelte Elisabeth mit großer Zuneigung. Während einer schweren Erkrankung wich er nicht von ihrem Bett. Elisabeth wiederum wurde zu seiner vertrautesten Gesprächspartnerin und beriet ihn auch in politischen Fragen. Elisabeth prägte das Hofleben mit französischen und italienischen Einflüssen. Sie liebte Musik, Tanz, Maskenbälle, Ausritte, Picknicks und aufwendige Kleidung. Außerdem förderte sie Künstler. In Spanien unterstützte sie unter anderem die italienische Malerin Sofonisba Anguissola, die Hofmalerin wurde, sowie den Maler Antonio Moro. Unter Elisabeth gelangten französische und italienische Formen der Renaissance verstärkt an den spanischen Hof. Mit den Angehörigen der königlichen Familie verband sie sich ebenfalls eng. Sie kümmerte sich um Don Carlos, Don Juan von Österreich und Alessandro Farnese. Trotz Don Carlos’ unberechenbaren und teils verstörenden Verhaltens empfand sie Mitgefühl für ihn. Als Philipp ihn 1568 gefangen nehmen ließ, reagierte Elisabeth mit großer Verzweiflung. Spätere Erzählungen machten daraus eine Liebesgeschichte zwischen Elisabeth und ihrem Stiefsohn. Der Artikel stellt diese Beziehung jedoch eher als innige, platonische Verbundenheit dar. Die Legende wurde später vor allem durch Friedrich Schillers Drama „Don Carlos“ und Giuseppe Verdis gleichnamige Oper popularisiert. Die wichtigste Aufgabe ihrer Ehe war die Geburt eines Thronfolgers. Elisabeth erlitt mehrere Fehlgeburten beziehungsweise Totgeburten: 1560 brachte sie einen toten Sohn zur Welt, 1564 kamen totgeborene Zwillinge zur Welt. Trotz ihrer schwachen Gesundheit wurde sie 1566 erneut schwanger. Nach Spannungen zwischen französischen und spanischen Ärzten und einer schweren Erkrankung brachte sie am 12. August 1566 eine gesunde Tochter, Isabella Clara Eugenia, zur Welt. Am 10. Oktober 1567 folgte eine zweite Tochter, Katharina Michaela. Philipp war über das Ausbleiben eines Sohnes enttäuscht, Elisabeth liebte ihre beiden Kinder jedoch sehr. Elisabeths letzte Schwangerschaft fiel mit einer schwierigen Zeit zusammen. Don Carlos wurde im Januar 1568 inhaftiert und starb im Juli desselben Jahres. Elisabeth litt daraufhin seelisch und körperlich schwer. Im September verschlechterte sich ihr Zustand zunehmend. Am 3. Oktober 1568 starb sie im Alter von 23 Jahren im Schloss Aranjuez nach einer schweren Geburt. Das Kind wurde tot geboren. In ihren letzten Stunden bat sie Philipp, sich um ihre Töchter zu kümmern und ihren Bruder Heinrich in Frankreich zu unterstützen. Elisabeth wurde zunächst in Madrid bestattet und später in die königliche Gruft des Escorial überführt. Philipp trauerte tief um sie und heiratete erst zwei Jahre später erneut, diesmal Anna von Österreich, mit der er den späteren König Philipp III. bekam. Elisabeths Töchter begründeten bedeutende dynastische Verbindungen. In Spanien blieb sie als „Königin des Friedens und der Güte“ in Erinnerung. Ihre kurze Regentschaft verband die französische Valois-Tradition mit der spanischen Habsburgerwelt und hinterließ zugleich ein starkes Andenken in Literatur, Musik und bildender Kunst.

Quelle: ელიზაბეტ დე ვალუა (ka, 5339383). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0