Person

Stephan von Österreich

Verbindung zu einer anderen Person finden

Geburt

  1. 14.09.1817

Tod

  1. 19.02.1867

Porträt von Stephan von Österreich
Bildnachweis

Stephan Erzherzog

Josef Kriehuber / After Anton Einsle

originally uploaded to de.wikipedia by Peter Geymayer ( talk · contribs ) on 6 July 2008, 13:11 under the file name Stephan Erzherzog.jpg . ( +/− )

Bildquelle: File:Stephan Erzherzog.jpg · Lizenz: Public domain

Für die Darstellung in der Größe angepasst.

Biografie

Erzherzog Stefan Franz Viktor von Österreich, bekannt als Stefan Palatin, wurde am 14. September 1817 in Buda geboren und starb am 19. Februar 1867 in Menton. Er war österreichischer Erzherzog, ungarischer königlicher Prinz, von 1847 bis 1848 der letzte Palatin Ungarns und zeitweise Oberbefehlshaber der ungarischen Honvédarmee. Sein Vater war Erzherzog Joseph Anton Johann von Österreich, der ab 1796 bis zu seinem Tod das Amt des Palatins von Ungarn bekleidete. Seine Mutter, Prinzessin Hermine von Anhalt-Bernburg-Schaumburg-Hoym, war die zweite Ehefrau seines Vaters. Aus dieser Ehe gingen neben Stefan seine Zwillingsschwester Hermine Amalia Maria hervor, die später Äbtissin eines Prager Klosters wurde. Aus der dritten Ehe seines Vaters mit Prinzessin Maria Dorothea von Württemberg stammten weitere Halbgeschwister, darunter Erzherzogin Elisabeth Franziska Maria, Erzherzog Joseph Karl Ludwig und Erzherzogin Maria Henriette, die später Königin der Belgier wurde. Stefans Vater hatte mehr als fünf Jahrzehnte lang die ungarische Palatinswürde ausgeübt. Obwohl er die Angelegenheiten des Landes im Sinne der Reichspolitik führte, setzte er dabei eher auf kluge Verständigung als auf Zwang. Zugleich begegnete er der ungarischen Nation mit Respekt und Wertschätzung und erzog seinen Sohn in diesem Geist. Im Januar 1847 wurde Stefan zum königlichen Statthalter von Ungarn ernannt. Im Oktober desselben Jahres übernahm er außerdem das Amt des erblichen Obergespans des Komitats Pest. Seine große Beliebtheit trug dazu bei, dass der ungarische Landtag ihn nach dem Tod seines Vaters am 13. Januar 1847 am 12. November desselben Jahres zum Palatin wählte. In dieser Funktion spielte Stefan während der politischen Umbrüche von 1848 eine bedeutende Rolle. Am 15. März übergab er dem König die Adresse des ungarischen Landtags. Zwei Tage später beauftragte er als königlicher Statthalter Graf Lajos Batthyány mit der Bildung der ersten verantwortlichen ungarischen Regierung. Damit stand Stefan zunächst an einer wichtigen Schnittstelle zwischen dem habsburgischen Hof und den ungarischen politischen Kräften. Im September 1848 verschärfte sich der Konflikt zwischen der ungarischen Regierung und dem Wiener Hof. Am 15. September bat der Landtag Stefan auf Vorschlag Batthyánys, die ungarische Armee im Kampf gegen den kroatischen Banus Josip Jelačić zu führen. Seine Ernennung sollte vor allem die Loyalität der dynastisch gesinnten Offiziere zur ungarischen Armee sichern. Der Wiener Hof unterstützte jedoch inzwischen Jelačić und bereitete ein militärisches Vorgehen gegen die ungarische Regierung vor. Nach der im Artikel dargestellten Einschätzung des damaligen Beobachters Károly Eötvös versuchte die Wiener Führung, Stefan aus dem Konflikt zu entfernen, ohne ihn offen zu verurteilen. Zugleich sollte seine Glaubwürdigkeit in der ungarischen Öffentlichkeit erhalten bleiben, damit er gegebenenfalls später als Vermittler zurückkehren konnte. Deshalb wurde ihm befohlen, zunächst scheinbare Friedensverhandlungen mit Jelačić zu führen, deren Scheitern bereits einkalkuliert war, und anschließend nach Wien zurückzukehren. Am 21. September sollte es am Balaton zu einem Treffen kommen. Jelačić hielt sich mit seinem Heer bei Szemes auf und bewegte sich am Südufer des Sees in Richtung Székesfehérvár. Stefan reiste von Balatonfüred auf dem Dampfschiff Kisfaludy an. Wegen des seichten Wassers konnte das Schiff jedoch nicht anlegen. Nach mehreren Nachrichtenwechseln kam das Treffen nicht zustande. In der Umgebung verbreitete sich später die Legende, Jelačić habe das Schiff beschießen lassen und dadurch die Verhandlungen verhindert. Stefan kehrte am 22. September nach Buda zurück und reiste anschließend heimlich nach Wien. Viele Ungarn deuteten seine Abreise zunächst als Flucht. Später wurde jedoch bekannt, dass König Ferdinand V. ihn durch ein persönliches Schreiben mit sofortiger Wirkung nach Wien beordert hatte. Am 25. September wurde Stefan zum Rücktritt vom Amt des Palatins gezwungen und auf den Besitz seiner Mutter nach Schaumburg in Nassau verbannt. Der Wiener Hof, insbesondere Erzherzogin Sophie und Feldmarschall Windisch-Grätz, machte ihn für den offenen Aufstand Ungarns verantwortlich. Eötvös deutete diese Bestrafung vor allem als diplomatische Maßnahme, durch die Stefans Ansehen bei den Ungarn bewahrt werden sollte. In der ungarischen Öffentlichkeit blieb sein Fortgang dennoch mit dem Bild eines Flüchtenden verbunden, das auch in einer zeitgenössischen Spottzeichnung aufgegriffen wurde. Nach seinem Rückzug aus dem politischen Leben übernahm Stefan keine öffentlichen Ämter mehr. Er widmete sich karitativen Tätigkeiten, unterstützte Krankenhäuser und Schulen und war für seine Mineraliensammlung bekannt, die auch in wissenschaftlichen Kreisen Beachtung fand. Sein Verhältnis zu Kaiser Franz Joseph besserte sich 1858, doch durfte Stefan während seiner Verbannung Österreich nur mit kaiserlicher Genehmigung besuchen. Nach Ungarn, seiner Heimat, konnte er bis zu seinem Tod nicht zurückkehren. Stefan starb an einer schweren Lungenerkrankung. Um seinen Tod entstanden außerdem Legenden über einen möglichen Selbstmord oder eine Ermordung. Sein Leichnam wurde nach Buda überführt und in der Palatinsgruft der königlichen Burg nahe seinem Vater beigesetzt. Die Gruft wurde in den 1970er Jahren geplündert und beschädigt, später jedoch restauriert und wieder zugänglich gemacht. Bei der Exhumierung im Jahr 1977 stellte ein gerichtsmedizinisches Gutachten fest, dass die Untersuchungsergebnisse auf eine Schussverletzung hindeuteten, die den Körper von vorn und durch die getragene Weste aus einer Entfernung von mehr als ein bis 1,2 Metern getroffen hatte. Auch körperlich war Stefan eine auffällige Erscheinung. Er war außerordentlich schlank und klein und wog als Erwachsener nur etwa 42 bis 47 Kilogramm. Zeitgenössische Beschreibungen verglichen seine dünnen Hände und Beine mit denen eines Kindes. Dieses ungewöhnliche Erscheinungsbild trug zusätzlich zu der markanten Erinnerung an den letzten ungarischen Palatin bei.

Quelle: István nádor (hu, 28648072). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0

Eltern

Kinder

Keine geprüften Kinderbeziehungen vorhanden.

Partnerinnen und Partner

Keine geprüften Partnerschaften vorhanden.