Person

Stephan

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Geburt

  1. 20.08.1332

Tod

  1. 09.08.1354

Biografie

Ištván von Anjou, auch Stephan genannt, wurde am 20. August 1332 als jüngster Sohn des ungarischen Königs Karl I. und dessen dritter Ehefrau Elisabeth von Polen geboren. Von den fünf Söhnen des Königspaares überlebten nur Ludwig, Andreas und Ištván das Kindesalter. Ištván erhielt seinen Namen nach dem ersten König Ungarns, Stephan, der 1083 heiliggesprochen worden war. Getauft wurde er vom Bischof von Csanád, Telegdi, zu seinen Erziehern gehörte unter anderem der böhmischstämmige Priester Władysław. Erstmals erscheint Ištván am 12. Mai 1339 in einer königlichen Urkunde seines Vaters, in der er als Herzog von Slawonien bezeichnet wurde. Die Provinz verwaltete er jedoch nicht selbst; die tatsächliche Leitung blieb weiterhin bei den Bans, den königlichen Statthaltern. Im selben Jahr setzte sein mütterlicher Onkel, der polnische König Kasimir III. der Große, Ištváns Eltern oder einen ihrer Söhne als möglichen Erben ein, falls er ohne rechtmäßigen Nachkommen sterben sollte. Jahrzehnte später berichtete der polnische Chronist Janko von Czarnków, Karl I. habe versucht, für jeden seiner Söhne eine politische Zukunft zu sichern und Ištván möglicherweise sogar als seinen Nachfolger in Ungarn vorgesehen. Karl I. starb am 16. Juli 1342. Während der ersten Regierungsjahre seines älteren Sohnes Ludwig wurde Ištván in den offiziellen Dokumenten zunächst nur gelegentlich erwähnt. Dennoch nahm seine Bedeutung allmählich zu. Auf seine Bitte verschob der königliche Richter 1343 eine Gerichtsverhandlung, und 1344 erließ er einem Adligen eine Geldstrafe. Ab Mai 1345 wurde Ištván regelmäßig in den Schenkungsurkunden seines Bruders genannt, was darauf hindeutet, dass er inzwischen dem königlichen Rat angehörte. Die politische Lage der Familie wurde durch den Tod seines Bruders Andreas verschärft. Andreas, der mit Johanna I. von Neapel verheiratet war, wurde am 18. September 1345 ermordet. Ludwig beschuldigte Johanna, an der Verschwörung beteiligt gewesen zu sein, und forderte Papst Clemens VI. auf, sie zu bestrafen. Anfang 1346 verlangte Ludwig außerdem, das Königreich Neapel ihm selbst oder Ištván zu übertragen. In diesem Zusammenhang wurde Ištván in ungarischen Urkunden gelegentlich als Herzog von ganz Slawonien bezeichnet, während päpstliche Schreiben ihn meist lediglich Herzog oder Herzog von Siebenbürgen nannten. Ludwig führte 1347 und 1348 einen ersten Feldzug nach Süditalien und eroberte dort weite Gebiete. Nach seiner Rückkehr verloren seine Truppen jedoch durch Johanna und ihren zweiten Ehemann, Ludwig von Tarent, den größten Teil der eroberten Burgen wieder. Im Sommer 1349 erhielt Ištván einen eigenen Hofstaat. Zugleich wurden ihm die Komitate Zips und Scharosch übertragen. Die Einrichtung seines eigenen Haushalts stand wahrscheinlich mit den Verhandlungen Ludwigs mit dem päpstlichen Legaten Guy de Boulogne in Verbindung. Ludwig hatte vorgeschlagen, Ištván mit Maria, der Schwester und Erbin Johannas von Neapel, zu verheiraten; im Gegenzug sollte der Papst Ištván das Königreich Neapel übertragen. Ende 1349 wurde Ištván außerdem kurzzeitig zum Herzog von Siebenbürgen ernannt. Möglicherweise reagierte Ludwig damit auf einen begrenzten Aufstand des siebenbürgischen Bischofs Andreas Szécsi. Schon bald übernahm Ištván jedoch die Leitung Slawoniens. Seine Stellung zeigt sich daran, dass ein Vasall von ihm als Gespan eines slawonischen Komitats eingesetzt wurde und der Ban von Slawonien in den königlichen Urkunden jener Zeit nicht mehr als Zeuge auftrat. Ištván galt inzwischen als möglicher Erbe seines kinderlosen Bruders. Als Ludwig 1350 zu seinem zweiten Feldzug nach Neapel aufbrach, übertrug er Ištván und ihrer Mutter Elisabeth gemeinsam die Stellvertretung im Königreich. Nach seiner Rückkehr ernannte Ludwig Ištván erneut zum Herzog von Siebenbürgen. Ištván besuchte die Provinz und stellte im Januar 1351 in Felvinc, dem heutigen Unirea in Rumänien, eine Urkunde aus. Im Oktober desselben Jahres führte er letztmals den Titel eines Herzogs von Siebenbürgen. Von Ende 1351 bis Anfang 1353 verwaltete Ištván wieder die Komitate Zips und Scharosch und führte dabei den Herzogstitel. Danach übertrug ihm Ludwig die Leitung Kroatiens, Dalmatiens und Slawoniens. Wahrscheinlich standen dahinter die wachsenden Spannungen Ungarns mit den Nachbarstaaten Venedig und Serbien. Zu seinem früheren Erzieher Władysław verschlechterte sich aus unbekanntem Grund das Verhältnis. In einem Brief an den Papst bezeichnete Władysław Ištván sogar als einen neuen Nero. Im Sommer 1354 begleitete Ištván seinen Bruder auf einem Feldzug gegen Serbien. Auf der Rückkehr starb er am 9. August 1354, nur wenige Tage vor seinem 22. Geburtstag. Die Ursache seines Todes ist nicht bekannt. Nach einer lokalen Überlieferung, die erstmals 1760 schriftlich festgehalten wurde, soll er im Zagreber Dom bestattet worden sein. Sein Herzogtum erbte sein minderjähriger Sohn Johann.

Quelle: Іштван Анжуйський (uk, 47988956). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0