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Kronprinz Rupprecht von Bayern 1916 - Franz Grainer
Franz Grainer (1871-1948)
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Bildquelle: File:Kronprinz Rupprecht von Bayern 1916 - Franz Grainer.jpg · Lizenz: Public domain
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Biografie
Rupprecht von Bayern wurde am 18. Mai 1869 in München als ältester Sohn des späteren bayerischen Königs Ludwig III. und der Erzherzogin Maria Theresia von Österreich-Este geboren. Bis zum Ende der Monarchie trug er den vollständigen Titel eines bayerischen Kronprinzen, Herzogs von Bayern, Franken und Schwaben sowie Pfalzgrafen bei Rhein. Er galt als letzter bayerischer Kronprinz und wurde im Ersten Weltkrieg zu einem der wichtigsten Heerführer der deutschen Armee.
Im Alter von sieben Jahren kam Rupprecht unter die Erziehung des Freiherrn Rolf Kreusser. Seine Jugend verbrachte er teilweise auf Schloss Leutstetten bei Starnberg und in der Familienvilla in Lindau. Er interessierte sich früh für den Sport und war der erste Prinz aus einem königlichen Haus, der ein öffentliches Gymnasium besuchte: das Maximiliansgymnasium in München-Schwabing. Neben schulischer Bildung, Reit- und Tanzunterricht musste er auch einen Beruf erlernen und entschied sich für das Zimmererhandwerk.
Rupprecht entwickelte außerdem ein starkes Interesse an Kunst und fremden Kulturen. Reisen nach Italien machten ihn zu einem Kenner der Renaissancekunst und führten zum Aufbau einer privaten Sammlung. 1905 gehörte er zu den Mitbegründern des Bayerischen Vereins der Kunstfreunde, der bedeutende Werke für die Antikensammlung erwarb. Eine Reise nach Ostasien in den Jahren 1902 und 1903 nutzte er dazu, militärische Einrichtungen zu studieren und sich kritisch mit den dortigen Kulturen auseinanderzusetzen. Seine Reiseerinnerungen erschienen später in überarbeiteter Form. 1911 ernannte ihn die Bayerische Akademie der Wissenschaften zum Ehrenmitglied.
Seine militärische Laufbahn begann Rupprecht 1886 nach dem Besuch der Münchner Kriegsakademie als Leutnant im 3. Feldartillerie-Regiment „Prinz Leopold“. In den folgenden Jahrzehnten stieg er rasch auf: Er wurde unter anderem Major, Oberstleutnant, Oberst, Generalmajor, Generalleutnant und General der Infanterie. Er führte verschiedene bayerische Verbände und übernahm 1906 das Kommando über das I. Armee-Korps in München. 1913 wurde er Generaloberst und erhielt die Leitung der IV. Armee-Inspektion. Als sein Vater im November desselben Jahres König wurde, war Rupprecht offiziell Kronprinz von Bayern und musste neben seinen militärischen Aufgaben zunehmend repräsentative Pflichten wahrnehmen.
Bei Beginn des Ersten Weltkriegs übernahm Rupprecht am 2. August 1914 den Oberbefehl über die deutsche 6. Armee an der Westfront in Lothringen. Nach einem zunächst befohlenen taktischen Rückzug leitete er am 20. August eigenmächtig eine Gegenoffensive ein. Ihr anfänglicher Erfolg machte ihn in Bayern populär, doch ein späterer deutscher Durchbruchsversuch im Raum Nancy und Épinal scheiterte unter hohen Verlusten. Rupprecht setzte sich während des Krieges besonders dafür ein, dass bayerische Interessen innerhalb der deutschen Kriegsführung berücksichtigt wurden.
Das Verhältnis zum preußisch geprägten Chef des Großen Generalstabs, Erich von Falkenhayn, war zunehmend gespannt. Beide unterschieden sich auch strategisch: Rupprecht hielt lange einen umfassenden deutschen Sieg für möglich, während Falkenhayn den Gegner vor allem durch einen Abnutzungskrieg erschöpfen wollte. Rupprecht befehligte 1915 die Kämpfe bei Neuve-Chapelle und in der Lorettoschlacht. Nach der Abwehr weiterer britischer und französischer Angriffe erhielt er den Ehrentitel „Sieger von Arras und La Bassée“ sowie den Orden Pour le Mérite mit Eichenlaub.
1916 wurde Rupprecht zum Generalfeldmarschall ernannt und übernahm das Kommando über die neugebildete Heeresgruppe „Kronprinz Rupprecht“. Ihr unterstanden die deutschen Fronten von der Picardie über Artois und Flandern bis zum Ärmelkanal. Er trug dazu bei, dass Falkenhayn als Chef der Obersten Heeresleitung zurücktrat; anschließend übernahmen Hindenburg und Ludendorff diese Stellung. Rupprecht lehnte insbesondere den Angriff auf Verdun ab, den er angesichts der Stärke der französischen Stellung für falsch hielt.
Ab 1917 erkannte Rupprecht zunehmend die drohende deutsche Niederlage. Beim Unternehmen Alberich wurden Frontabschnitte an der Somme zurückgenommen; die damit verbundenen Zerstörungen und Umsiedlungen wollte er aus Rücksicht auf die Zivilbevölkerung verhindern, konnte sich jedoch nicht durchsetzen. Nach schweren Kämpfen in Arras und Flandern plädierte er für eine Verhandlungslösung und war nun sogar bereit, Gebiete mit überwiegend französischer Bevölkerung abzutreten. Seine Warnungen fanden weder bei Ludendorff noch bei seinem Vater ausreichendes Gehör. Nach dem Scheitern der Frühjahrsoffensive 1918 drängte er auf eine Friedensinitiative und führte bis zum Kriegsende den Rückzug der deutschen Truppen an.
Die Novemberrevolution beendete am 8. November 1918 die Herrschaft der Wittelsbacher in Bayern. Kurt Eisner rief den Freistaat Bayern aus und erklärte Ludwig III. für abgesetzt. Rupprecht verlor damit seine Thronanwartschaft und legte nach dem Waffenstillstand sein militärisches Kommando nieder. Die Nachricht von der Revolution erreichte ihn in Brüssel. Unter dem Namen „Alfred Landsberg“ reiste er über die Niederlande und Kassel nach Berchtesgaden. Ein im Versailler Vertrag vorgesehenes Verfahren gegen ihn wegen möglicher Kriegsverbrechen verlief später ohne Ergebnis.
Nach dem Tod seiner Mutter 1919 ging die jakobitische Erbfolge auf Rupprecht und sein Haus über, doch erhob er niemals öffentlich Anspruch auf den britischen Thron. Nach dem Tod seines Vaters 1921 wurde er Chef des Hauses Wittelsbach. Im selben Jahr heiratete er in zweiter Ehe Prinzessin Antonia von Luxemburg; seine erste Ehe mit Herzogin Marie Gabriele in Bayern war durch deren Tod 1912 beendet worden. Aus beiden Ehen gingen insgesamt elf Kinder hervor.
Rupprecht lebte zunächst in Berchtesgaden und München, später mit seiner Familie auf Schloss Leutstetten. Im Streit um das Vermögen der Wittelsbacher entstand 1923 der Wittelsbacher Ausgleichsfonds, der bis heute der Versorgung der Familie und der Erhaltung von Kunstbesitz dient. Rupprecht blieb der Monarchie verbunden, wollte seine Rechte jedoch nur auf legalem Weg zurückgewinnen. Versuche, ihn für die Nationalsozialisten zu gewinnen, scheiterten. Er unterstützte vielmehr Gustav von Kahr dabei, Hitler während des Hitlerputsches von 1923 nicht zu helfen.
Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme 1933 protestierte Rupprecht wiederholt gegen die Gleichschaltung und die faktische Aufhebung der Länder. Er hielt Kontakt zu oppositionellen Kreisen und war ein entschiedener Gegner Hitlers, den er privat für verrückt hielt. 1939 ging er mit seiner Familie ins italienische Exil. Nach dem Attentat vom 20. Juli 1944 wurde er von der Gestapo gesucht und in Florenz von seinem früheren Adjutanten versteckt. Seine Frau, Kinder und Enkel wurden verhaftet und in Konzentrationslager gebracht, überlebten jedoch die Gefangenschaft.
Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte sich Rupprecht weiterhin für eine föderale Ordnung und eine mögliche Wiederherstellung der bayerischen Monarchie ein. Die amerikanische Besatzungsmacht verhinderte entsprechende Bestrebungen; 1946 nahm Bayern eine republikanische Verfassung an. Rupprecht gründete 1949 nach einem Besuch im zerstörten Würzburg eine Stiftung für den Wiederaufbau und den sozialen Wohnungsbau. In seinen letzten Jahren widmete er sich vor allem seiner Kunstsammlung. Er starb am 2. August 1955 auf Schloss Leutstetten. Am 6. August wurde er in der Münchner Theatinerkirche mit einem Staatsbegräbnis und königlichen Ehren beigesetzt. Rupprecht war der letzte noch lebende deutsche Generalfeldmarschall des Ersten Weltkriegs.
Quelle: Rupprecht von Bayern (de, 270124153). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0
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