Person

Robert I.

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Geburt

  1. 09.07.1848

Tod

  1. 16.11.1907

Porträt von Robert I.
Bildnachweis

1848 Robert-05FXD

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Biografie

Robert I. von Bourbon-Parma wurde am 9. Juli 1848 in Florenz geboren und starb am 16. November 1907 in Viareggio. Er war ein Prinz aus dem Haus Bourbon-Parma und der letzte tatsächlich regierende Herzog von Parma und Piacenza. Nach der Ermordung seines Vaters Karl III. im Jahr 1854 bestieg Robert als sechsjähriges Kind den Thron. Seine Mutter Louise d’Artois übernahm die Regentschaft für ihn. Robert entstammte einer weit verzweigten europäischen Herrscherfamilie. Sein Vater war Ferdinand Karl, der 1849 als Karl III. Herzog von Parma geworden war, seine Mutter Louise d’Artois eine Enkelin des französischen Königs Karl X. und Schwester des Grafen von Chambord, des legitimistischen Thronprätendenten für Frankreich. Robert hatte die Geschwister Marguerite-Marie, Alice und Heinrich, den späteren Grafen von Bardi. Sein Großvater Karl II. hatte 1849 infolge einer Revolution abdanken müssen und lebte danach außerhalb seiner ehemaligen Staaten. Die Herrschaft Karls III. war von konservativer Politik, Spannungen mit der Bevölkerung und einer engen Bindung an Österreich geprägt. Der Herzog versuchte zwar, eine gewisse Unabhängigkeit von Österreich zu bewahren, regierte jedoch zunehmend autoritär. Steigende Steuern, strenge Überwachung und zahlreiche körperliche Strafen verschärften den Unmut. Am 26. März 1854 wurde Karl III. in einer Straße von Parma von Antonio Carra niedergestochen und erlag am folgenden Tag seinen Verletzungen. Louise d’Artois verkündete daraufhin ihren minderjährigen Sohn als neuen Herzog und bildete die Regierung um, um die Lage zu beruhigen. Die Regentschaft blieb dennoch schwierig. Im Juli 1854 kam es nach einem Zwischenfall in zwei Cafés zu einem Aufstand, den österreichische Truppen gewaltsam niederschlugen. Louise d’Artois wandte sich gegen eine übermäßige gerichtliche Verfolgung der Aufständischen und setzte sich für den Abzug besonders harter österreichischer Offiziere ein. Die österreichischen Truppen verließen Parma schließlich im Februar 1857. Im Jahr zuvor hatte Robert seinen Großvater Karl II. bei dessen einzigem Besuch kurz kennengelernt. Eine entscheidende Wende brachte der Zweite Italienische Unabhängigkeitskrieg von 1859. Als neue Unruhen ausbrachen, floh die herzogliche Familie zunächst nach Mantua. In Parma bildeten Anhänger Giuseppe Mazzinis eine provisorische Regierung, konnten sich jedoch nicht dauerhaft durchsetzen. Louise d’Artois kehrte kurzzeitig zurück, verließ Parma nach dem französisch-sardischen Sieg von Magenta aber endgültig. Von St. Gallen aus protestierte sie am 28. Juni 1859 gegen die politischen Entwicklungen. Im September wurde die Dynastie der Bourbonen abgesetzt und Parma in die Provinz Emilia eingegliedert. Am 19. März 1860 wurde das ehemalige Herzogtum dem neu gegründeten Königreich Italien einverleibt. Die Regentin protestierte auch von Zürich aus gegen die Annexion, während Roberts Großvater sich mit dem neuen italienischen Staat arrangierte. Robert behielt danach den Titel eines Herzogs von Parma und Piacenza, besaß jedoch keine tatsächliche politische Macht mehr. Durch umfangreiche Erbschaften und zahlreiche Güter gehörte er zu den reichsten Fürsten Europas. Besonders bedeutend war das Erbe seines Onkels, des Grafen von Chambord, der sich seit Roberts Kindheit um dessen Erziehung gekümmert hatte. Nach dem Tod von Roberts Mutter im Jahr 1864 wurden der Graf und seine Frau zu Vormündern der Kinder. Als der Graf 1883 kinderlos starb, erbte Robert einen Teil seines Vermögens sowie das Schloss Chambord. Zeitweise wurde sogar darüber diskutiert, ob Robert als nicht-salischer Erbe Ansprüche auf die Rechte am Königreich Navarra geltend machen könne. Robert blieb als Oberhaupt des Hauses Parma eng mit katholischen und konservativen Fürstenhäusern verbunden. Seine Schwester Marguerite heiratete 1867 den Herzog von Madrid, der später als carlistischer und legitimistischer Prätendent für die spanischen und französischen Throne auftrat. Seine Schwester Alice heiratete den ehemaligen Großherzog Ferdinand IV. von Toskana. Robert selbst heiratete 1869 Maria Pia von Bourbon-Sizilien, eine Schwester des ehemaligen Königs Franz II. Während des Dritten Carlistenkriegs lebte er in Biarritz nahe der Front, während seine Schwester mit ihrem Mann in Pau wohnte. Maria Pia starb 1882 in Biarritz bei der Geburt ihres zwölften Kindes. Bereits 1884 heiratete Robert in Österreich erneut, und zwar Antonia von Braganza, eine Tochter des abgesetzten portugiesischen Königs Miguel. Aus seinen beiden Ehen gingen insgesamt 24 Kinder hervor. Zu ihnen gehörten Marie-Louise, die 1893 Ferdinand I. von Bulgarien heiratete, sowie Zita, die spätere Kaiserin von Österreich und Königin von Ungarn. Roberts Sohn Felix wurde der Ehemann der luxemburgischen Großherzogin Charlotte, während sein Sohn René der Vater von Anne von Bourbon-Parma wurde, die den ehemaligen König Michael I. von Rumänien heiratete. Drei Töchter traten in ein Kloster ein. Die große Kinderzahl prägte Roberts Familienleben, brachte jedoch auch schwere Belastungen mit sich. Mehrere Kinder aus seiner ersten Ehe waren geistig behindert. Nach Roberts Tod erklärte der österreichische Hof sechs von ihnen für nicht geschäftsfähig und stellte sie unter die Fürsorge ihrer Stiefmutter Antonia. Der Sohn Elias, der einzige nicht behinderte Sohn aus Roberts erster Ehe, wurde 1907 Regent für seine älteren Brüder und übernahm später selbst die Führung des Hauses Parma. Robert I. starb am 16. November 1907 im Alter von 59 Jahren in der Villa Pianore bei Viareggio und wurde dort beigesetzt. Obwohl er sein Herzogtum bereits als Kind verloren hatte, hinterließ er ein bedeutendes dynastisches Erbe. Seine Kinder und Enkel gehörten später zu mehreren europäischen Herrscherhäusern; zu seinen Nachkommen zählten unter anderem der bulgarische König Boris III., der luxemburgische Großherzog Jean und der österreichische Erzherzog Otto von Habsburg-Lothringen.

Quelle: Robert Ier (duc de Parme) (fr, 239174163). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0