Person

Maria Theresia von Österreich-Toskana

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Geburt

  1. 18.09.1862

Tod

  1. 10.05.1933

Porträt von Maria Theresia von Österreich-Toskana
Bildnachweis

Maria Theresia Toscana 1862 1933 Photo1900

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Biografie

Maria Theresia Antonietta von Österreich-Toskana wurde am 18. September 1862 im Schloss Alt-Bunzlau in Niederschlesien geboren, dem heutigen Stará Boleslav in Tschechien. Sie entstammte dem toskanischen Zweig des Hauses Habsburg-Lothringen und führte als österreichische Erzherzogin zugleich den Titel einer Prinzessin von Toskana. Ihr Vater war Erzherzog Karl Salvator, ein Enkel Leopolds II., des früheren Großherzogs von Toskana. Ihre Mutter, Maria Immakulata Klementine von Bourbon-Sizilien, war eine Tochter König Ferdinands II. beider Sizilien und der österreichischen Erzherzogin Maria Theresia Isabella. Damit war Maria Theresia Antonietta sowohl mit dem toskanischen als auch mit dem bourbonischen Zweig europäischer Herrscherhäuser verbunden. Sie war das erstgeborene von zehn Kindern. Sechs ihrer Geschwister erreichten das Erwachsenenalter. Zu ihnen gehörten Erzherzog Leopold Salvator, der später Generaloberst und Artilleriegeneral wurde, sowie Erzherzog Franz Salvator, der 1890 Maria Valeria, die jüngste Tochter Kaiser Franz Josephs und Kaiserin Elisabeths, heiratete. Ihre Schwester Karoline Maria Immakulata wurde die Ehefrau des Prinzen August Leopold von Sachsen-Coburg und Gotha, während Maria Immakulata Raineria den württembergischen Prinzen Robert heiratete. Drei weitere Geschwister starben bereits im Kindes- oder Jugendalter. Am 28. Februar 1886 heiratete Maria Theresia Antonietta in Saybusch den Erzherzog Karl Stephan von Österreich-Teschen. Er war ein Sohn Erzherzog Karl Ferdinands und Erzherzogin Elisabeth Franziskas Maria sowie ein Enkel des ungarischen Palatins Joseph. Karl Stephan schlug eine militärische Laufbahn ein und wurde später als Admiral Generalinspekteur der kaiserlich-königlichen Kriegsmarine. Durch diese Ehe wurde Maria Theresia Antonietta Erzherzogin von Österreich-Teschen und Teil jenes Familienzweiges, der sein Leben zunehmend mit Galizien und Polen verband. Das Paar hatte sechs Kinder, drei Söhne und drei Töchter. Eleonore Maria heiratete 1913 den Korvettenkapitän Alfons von Kloss, der mit der Führung der Schiffe ihres Vaters betraut gewesen war. Renata Maria Karolina heiratete 1909 den polnischen Fürsten Hieronim Radziwiłł; er starb später in einem sowjetischen Konzentrationslager. Erzherzog Karl Albrecht, ein kaiserlich-königlicher Artillerieoberst, nahm 1919 die polnische Staatsbürgerschaft an und trat unter dem Namen Karol Olbracht Habsburg-Lotaryński auf. 1920 heiratete er Alice Elisabeth Ankarcrona, eine in Schweden geborene Witwe eines badischen Grafen. Mechthildis Maria Christina heiratete 1913 den polnischen Fürsten Olgierd Czartoryski. Erzherzog Leo Karl diente als Hauptmann und wurde in Polen Leon Karol Habsburg genannt; 1922 heiratete er Marie-Clothilde de Thuillières, Gräfin von Montjoye-Vaufrey und La Roche. Der jüngste Sohn, Erzherzog Wilhelm Franz Joseph, kämpfte 1918 als Oberst der ukrainischen Sitsch-Schützen für die ukrainische Unabhängigkeit und war in der Ukraine unter dem Namen Wassyl Wyschywany bekannt. Karl Stephan ließ sich mit seiner Frau und den Kindern in Saybusch im Herzogtum Teschen nieder. Die Familie gehörte zu den ersten Habsburgern, die dort dauerhaft lebten. Im Laufe der Zeit erlernten Maria Theresia Antonietta, ihr Ehemann und ihre Kinder die polnische Sprache und beherrschten sie schließlich fließend. Das Paar engagierte sich außerdem in erheblichem Umfang für wohltätige Zwecke und unterstützte arme Familien in der Umgebung. Dadurch entstand eine enge Verbindung zur örtlichen Bevölkerung und zur polnischen Lebenswelt. Der Erste Weltkrieg und der Zerfall der österreichisch-ungarischen Monarchie veränderten die Stellung der Familie grundlegend. Nach der Entstehung des unabhängigen Polen im Jahr 1918 wurde die Republik Polen zur neuen Heimat der Familie. Im November desselben Jahres meldeten sich die beiden älteren Söhne Karl Albrecht und Leo Karl freiwillig zur polnischen Armee. Wilhelm Franz Joseph kämpfte dagegen als Oberst in der ukrainischen Nationalarmee. Die polnische Regierung ließ 1919 das Gut der Habsburger in Saybusch beschlagnahmen. Ein Jahr später nahmen alle Familienmitglieder die polnische Staatsbürgerschaft an. Nach langwierigen Rechtsstreitigkeiten erhielten sie ihr enteignetes Eigentum 1925 zurück. Die wirtschaftliche Grundlage der Familie bildete anschließend vor allem die Herstellung und der Vertrieb des in Saybusch gebrauten Bieres, das später unter dem Namen Żywiec Bier zu einer international bekannten Marke wurde. Die Familie blieb bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs in Polen ansässig. Nach der kommunistischen Machtübernahme im Jahr 1947 emigrierten die Nachkommen nach Westeuropa. Wilhelms Schicksal war besonders tragisch: Er wurde 1947 vom sowjetischen Geheimdienst aus Wien verschleppt und starb in einem Gefängnis in der sowjetischen Ukraine. Erzherzog Karl Stephan starb am 7. April 1933 im Schloss von Saybusch. Maria Theresia Antonietta, die seitdem verwitwet war, starb wenige Wochen später am 10. Mai 1933 im Alter von siebzig Jahren. Nach dem Tod des Ehepaares teilten die Kinder das Saybuscher Gut untereinander auf. Maria Theresia Antonietta blieb damit als Angehörige des toskanischen Habsburgerzweigs in Erinnerung, deren Familie sich im Verlauf ihres Lebens eng mit Polen, seiner Gesellschaft und seiner politischen Geschichte verbunden hatte.

Quelle: Habsburg–Toscanai Mária Terézia Antonietta főhercegnő (hu, 29291091). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0